Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle
12. Juli 2026 Besuch der Schellenberger Eishöhle, Untersberg
Als ich am 12. Oktober 1969 mit Georg Kellerer zum ersten Male die Schellenberger Eishöhle besuchte, war uns nicht bewußt, daß sich der Zustand dieser Höhle in 50 Jahren so radikal ändern könnte. 1973, 1977, 1994 (für einen Rundfunk-Beitrag mit Peter Lammerer), 1995 (auf einer gemeinsamen Höhlentour des Vereins für Höhlenkunde in München) und nun am 12.7.2026, wohl zum letzten Male, war ich wieder in der Höhle. Es ist mir körperlich zu anstrengend.
Ein wenig war der Anstoß für die neuerliche Tour gewesen, weil ich einen Beitrag für den SCHLAZ 2026 verfaßt hatte, der sich mit der Entwicklung der Schauhöhleneintrittspreise beschäftigt hatte. Im Vergleich zur Sturmannshöhle bei Obermaiselstein, der Wendelsteinhöhle und der Schellenberger Eishöhle, den 3 Schauhöhlen in den Bayerischen Alpen, fiel die Schellenberger wegen ihres hohen Eintrittspreises besonders auf. Bekam man für das Geld auch wirklich etwas geboten, was die Unterschiede "rechtfertigte"?
Tatsächlich läßt sich mit Geld ja meist nicht aufwiegen, was man tatsächlich erlebt. Das ist auch hier der Fall. Denn wenn die Entwicklung so weitergeht, dann wird es bald in der Höhle überhaupt kein Eis mehr geben, weil es stark im Rückgang begriffen ist. 5 Jahre gibt man ihm noch. Da hilft auch nicht der höchste Geldbetrag. Begründet ist der Rückgang in der Hauptsache im Klimawandel. Es schneit immer weniger, die Temperaturen nehmen zu, das Eingangsportal ist immer weiter offen, die Sonne kann damit immer tiefer und länger in die Höhle scheinen, was zum Abschmelzen des Eiskörpers führt. Nahm früher im Frühjahr das Eis oft um einen Meter oder mehr zu, waren es im letzten Jahr z.B. nur noch 30 Zentimeter.
Geradezu ein Symbol für die massiven Veränderungen ist die eiserne Wendeltreppe, die früher einmal dazu diente, die Besucher von der Oberfläche des Eishalle in die tieferen Teile zu Höhle zu führen. Die steht nun wie ein Mahnmal etwa 10 m in die Höhe, wobei der oberste Wendel schon abgebrochen ist. Als Besucher geht man nun in der weiten Spalte zwischen Höhlenwand und Eiskörper auf mit Holzscheiten gesicherten Stufen abwärts. An einer Stelle spaltet sich der Weg. Man kann einerseits auf Stufen wieder hinaufsteigen und von unten den großen Eisblock bewundern, der noch vom Tageslicht etwas erhellt wird, anderseits dann hinunter in die Fuggerhalle, wo man den tiefsten Punkt erreicht hat. Auch dort öffnet sich langsam die Randkluft und die Forscher konnten inzwischen noch ein paar Meter weiter noch unten vordringen. Deutlich ist an der Wand die schwarze Markierung von Mörk zu sehen, die einstmals die Bodenhöhen markierte. Die ist jetzt etwa in Augenhöhe des Besuchers. Beim Wiederaufstieg fallen einem vielleicht auch die kleinen Schilder auf, die auf das inzwischen gründlich erforschte Alter des Höhleneises hinweisen. Das größte Alter wurde mit rund 3.000 Jahren erreicht.
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Beim Abstieg aus der Mittagsscharte | |
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Thomas-Eder-Steig | |
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Literatur:
Links:
https://www.untersbergbahn.at/aktivitaeten/eishoehle/
https://www.showcaves.com/german/de/showcaves/Schellenberger.html
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