Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Landschaft und Höhlen um Kipfenberg, Altmühltal


Kipfenberg bezeichnet sich in der Fremdenverkehrswerbung als "der geographische Mittelpunkt Bayerns". Den sieht man nicht, aber die schöne Landschaft, in der es liegt. Das Altmühltal ist hier noch breit angelegt. Links und rechts sind die Talhänge von Wäldern bedeckt, aus denen immer wieder weiße Jurakalkfelsen herauslugen. "Michelsberg und Schlossberg bilden zusammen mit der alles überragenden Burg ein dekoratives Ensemble." (Schrenk 198). 

(Das "gastronomische Paradies" im Ortszentrum, weil es da viele Gasthöhe, Hotels und Cafes gibt, kann aber auch enttäuschen. Als wir im März 2017 einmal gegen 2 Uhr auftauchten, um noch etwas zum Essen zu bekommen, war überall geschlossen und bei keinem bekamen wir etwas Adäquates. Wir mußten schon bis nach Kindung in den Gassthof Krone fahren, wo wir dann wirklich noch "bewirtet" wurden.)

Im Ort gibt es ein "Römer- und Bajuwarenmuseum", wo man auch der Frage nach der Herkunft der ersten Bayern nachgeht. Außerdem gibt es das "Fasenickl-Museum", das sich dem Fastnachtsbrauchtum im Altmühltal widmet.

In Richtung Kinding liegt rechterhand eine recht besuchenswerte Naturschönheit, der Grüne Topf. Dort entspringt ein Bach, der mit einer mittleren Schüttung von 140 l pro Sekunde schüttet und nach kurzer Strecke sich mit der Altmühl vereinigt. Immerhin drei Mühlen hat er früher den notwendigen Antrieb geliefert.  Das Wasser stammt von der Karsthochfläche darüber. Bei einem Markierungsversuch 1958 hat man eine Verbindung mit einer Doline bei Denkendorf festgestellt, die 4,5 km entfernt liegt. Ob es auch hier ein Höhlensystem dahinter gibt, ähnlich wie in Mühlbach? Momentan ist jedenfalls kein Zugang dazu möglich.

Im Michelsberg liegt das altbekannte "Waggerlloch". Es ist vom Parkplatz im Birktal über den Schlossersteig steil aufsteigend zu erreichen. Auf halber Höhe führt ein Stichweg dorthin. Einer Sage nach soll von dort einst ein unterirdischer Gang bis zum Arnsberger Schloß geführt haben. 
Der Vorgeschichtsforscher Dr. F. Winkelmann hielt sie für eine steinzeitliche Wohnhöhle. Woher der Name kommt, weiß niemand.

Auch in der nördlichen Talflanke des Altmühltals gibt es einige kleine Höhlen, die von Mitgliedern des Ingolstädter Höhlenfreunde um 2017 erstmals erforscht und vermessen wurden

   Grüner Topf  
     
Waggerlloch
2017
2017
Hanggelände oberhalb von Kemathen
Offene Spalte am Weg
Höhle 1
Höhle 2
Silbertalweiher

Silbertaldoline

Literatur:

Allio Führer durch Kipfenberg, Eichstätt 1928
Buchner Reise auf der Teufelsmauer, Regensburg 1818
Burger-Segl´, Ingrid Archäologische Wanderungen Band 2 Mittleres Altmühltal, Verlag Walter E. Keller, Treuchtlingen 1993
Hager, Rudolf Höhlensagen, Historische Sagen aus den Naturpark Altmühltal, Band 1, Eichstätt 1983
Kugler, Karl Die Altmülalp - das heißt das Altmülthal mit dem Flußgebietes innerhalb seines Berglandes, topographisch, historisch und landschaftlich dargestellt, Krüll'sche Buchhandlung, Ingolstadt 1868, Unveränderter Nachdruck der Originalausgabe, Verlag Antiquariat J. Steutzger, Ostenstraße 2, Eichstätt 1983
Schrenk, Johann Altmühltal und Fränkisches Seenland, Michael-Müller-Verlag, 5. Auflage 2001

Links:

http://www.kipfenberg.de/

http://www.naturpark-altmuehltal.de/sehenswertes/karstquelle_gruener_topf-2235/

Landschaft und Höhlen im Mittleren Altmühltal


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