Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Speläologisches vom Hesselberg


Der Hesselberg ist mit seinen 689 Metern der höchste Berg Mittelfrankens und überragt sein Umland um mehr als 200 Meter. Er ist ein "Zeugenberg", dessen Gipfel aus Malmkalkstein besteht und belegt, daß einstmals die Südliche Frankenalb eine viel größere Ausdehung hatte.

Vor 200 Millionen Jahren begann die Geschichte dieses Berges hier mit dem Vorstoß eines Meeres von Nordwesten nach Mitteleuropa, das sich über fast ganz Süddeutschland dann erstreckte. Am Grund des Flachmeeres lagerten sich über etwa 60 Millionen Jahre Sedimente ab, die später dann großräumig gehoben, verkippt und dann langsam wieder abgetragen wurden. Daß es den Hesselberg noch gibt, das verdankt er, so die Geologen, "seiner besonderen Lage im Bereich einer flachen ca. 100 Meter tiefen tektonischen Mulde". Während die Gesteine außerhalb verschwanden, blieben in der schützenden Muldenstruktur erhalten. Die Malmgesteine sind außerdem widerstandsfähiger gegen Abtragung und Verwitterung. So blieb der "gesamte Schichtenstapel von Lias bis zum Malm erhalten" (Internettext der lfu.bayern). Wer mehr Details über die Geologie des Hesselberges erfahren will, der kann dem geologischen Lehrpfad mit seinen vielen Erläuterungstafeln dort folgen. Außerdem gibt es eine passende Publikation dazu des Bayerischen Landesamts für Umwelt.

2018

 

Speläologisches:

Alter Befahrungsbericht:
Eine alte Höhlensage ist der Grund, warum wir, Willi und ich, am 30.01.2005 unterwegs zum Hesselberg sind. Er ist der höchste Punkt in Mittelfranken und die oberste geologische Schicht, gerade 15 m dick, ist Malmkalk. Das kann man sehen, denn unterhalb der Sendestation auf dem Gipfel treten auf einmal ein paar Felswände an die Oberfläche. Dort öffnet sich die Erde auf eine Weise, die keinen richtigen Höhlenforscher wirklich anzieht, das sind halt Felslöcher. Trotzdem, In einem dieser Minilöcher fanden sich an diesem Tag wunderbare kleine Eiskristalle, einmal an einem einzigen Grashalm hängend. An einer anderen Stelle hatte ich in der Felswand eine schwarze Öffnung ausgemacht. Das hinzukommen, das ist gar nicht einfach, weil dichtes dorniges Buschwerk einen massiv zurückhält. In dieses Loch, das, wie sich schnell herausstellte, für einen menschlichen Besuch viel zu klein war, führte eine Hasenspur. Da hat sich doch dieses Tier in diesen gerade für ihn passenden Hohlraum zurückgezogen, wir Menschen haben da nichts drin verloren.

     
     
2019
Teufelsloch?

Literatur:

Greif, Thomas (Hrsg.) Der Hesselberg: Eine Kulturgeschichte. Schrenk, Gunzenhausen 2011
Gümbel, C.W. Geognostische Beschreibung des Königreichs Bayern, Vierte Abtheilung Geognostische Beschreibung der Fränkischen Alb (Frankenjura), Verlag von Theodor Fischer, Kassel 1891
Hager, Rudolf Höhlensagen, Historische Sagen aus dem Naturpark Altmühltal Band 1
Schlagbauer, Albert, Fischer, Adolf Rund um den Hesselberg, Fränkisch-Schwäbischer Heimatverlag, Oettingen 1965
Schmidt-Kaler, Hermann Vom Neuen Fränkischen Seenland zum Hahnenkamm und Hesselberg, Wanderungen in die Erdgeschichte. Bd. 3. F. Pfeil, München 1991

Links:

https://www.ebz-hesselberg.de/standard.php?pageID=1000

http://www.hesselberg.de/

http://www.hesselberg.de/Startseite/Erleben/Wandern

https://www.lfu.bayern.de/geologie/geotope_schoensten/28/index.htm

http://www.menedemos.de/sagenhessel.htm

http://gutenberg.spiegel.de/schoeppn/bysagen/bys0370.htm

Fränkische Alb - Landschaft und Höhlen der ...n Alb

 


[ Index ] [ Englisch version ] [ Höhlen und Höhlengebiete ] [ Kunst ]
[ HöRePsy ] [ Höhlenschutz ] [ VHM ] [ Veranstaltungen ] [ Links ]