Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Felsenkeller, Steinbrüche und Höhlen in der Schwarzachschlucht und ihren Seitentälern südlich von Feucht - Altdorf, Mittelfranken


Die Schwarzach ist ein 53 km langer Nebenfluß der Rednitz. Sie entspringt westlich von Neumarkt in der Fränkischen Alb. Zweimal trifft sie auf ihrem Lauf auf Sandstein: südlich von Altdorf in den Räthschluchten und zwischen Gsteinach und Feucht in der Schwarzachklamm.

Das Gestein, der sog. Burgsandstein, entstand vor rund 215 Millionen Jahren in der Zeit des "Mittleren Keupers". Am Rand eines großen flachen Beckens lagerte sich Sand und Schlamm aus den umliegenden Gebirgen ab und verfestigte sich allmählich zu Sandstein bzw. Tongestein. Entscheidend für die Entstehung der Schluchten war ein Ereignis von 1,5 Millionen Jahren: Der Main durchbrach den eine Felsschwelle im Steigerwald und floß ab da nicht mehr nach Süden Richtung Donau, sondern nach Westen zum Rhein. Das gesamte Flußsystem im Norden hatte auf einmal einen viel kürzeren Weg zum Meer mit einem steileren Gefälle und damit eine größere Erosionskraft (Quelle lfu.bayern.de). Die Eintiefung der Schwarzach und ihrer Nebenbäche in die Umgebung schritt schnell voran und so entstand das heutige Relief.

Zwischen Pranckenfels und Grünsberg liegt in den Rhätschichten das Pfaffental und der Teufelsgraben. Kleine Wege erschließen die Zone und führen zu einigen unterirdischen Objekten, die alle ihren Ursprung in menschlichen Aktivitäten hatten.

Auf anderen Webseiten sind die Details längst schon zu lesen. Erwähnenswert erscheint mir nur der Spruch, den man heute nicht mehr wirklich lesen kann, wenn man dort ist, aber der überliefert ist:

"Wer nicht geweiht ist unserem Leben, der soll die Höhle nie betreten."

Da zeigt sich noch eine vollkommen andere Art zu denken und zu fühlen. Das muß wohl am Ende des 17. Jahrhunderts gewesen sein. Da bedeutete wohl "Weihe" noch etwas, weil man darauf vertraute, daß es da einen "Grund" gab, der trägt, und der manchem "Eingeweihten" auch zugänglich ist. Nicht allen!

Bei der Löwengrube
     
 
     
 
     
 
     
   
     
Teufelshöhle
     
 
     
 
     
 
     
Teufelskirche
     
 
     
 
     
 

Ein richtiger Magnet für Naturliebhaber ist inzwischen die Schwarzachklamm. Der Ludwig-Donau-Main-Kanal überquert an dieser Stelle mit einem kunstvollen Brückenbauwerk die Schlucht an ihrem unteren Ende. Die Stelle ist heute gut zu erreichen, da eine Straße direkt zur "Waldschänke Brückkanal" führt. Heute (2013) passieren den Weg entlang der linken Seite der Schwarzach, flußaufwärts gesehen, nicht nur viele Wanderer, sondern auch zahlreiche Biker. Die Szenerie könnte direkt als Opernkulisse dienen, so pittoresk ist oft die Landschaft links und rechts des Flusses - mit einer Ausnahme: das kommt vom Klärwerk oberhalb das Geklärte in einem Rohr herunter und vermischt sich mit dem übrigen Flußwasser. Schaumkronen an der Wasseroberfläche schreckten vor dem persönlichem Kontakt mit dem Naturnass ab. Neben vielen kleineren Felsdächern passiert man zwei größere Objekte, die Karlshöhle und die Gustav-Adolf-Höhle. Folgt man dem Weg noch weiter, dann trifft man links vom in den Wänden auf weitere Felsdächer und ein künstliches Objekt, das einst vielleicht ein Eiskeller war. Innendrin tut sich unerwartet eine hohe Halle mit einem Schachteingang auf.

 
     
Karlshöhle
     
 
     
 
     
 
     
 
     
   
     
Gustav-Adolf-Höhle
     
 
     
 
     
 
     
   
     

 

Literatur:

Bayerisches Landesamt für Umwelt Hundert Meisterwerke - Die schönsten Geotope Bayerns, Augsburg 2011
Kaulich, Brigitte; Die Teufelshöhle bei Prackenfels, eine "Rhät-Sandhöhle" bei Altdorf, 1996
Liedel, H. Das Schwarzachtal, Verlag Nürnberger Presse, Nürnberg 1994
Lorenz, Wilfried Sandsteinhöhlen um Altdorf, in: HÖREPSY 2013, Tagungsband zum 22. Treffen der anthropospeläologischen Interessengemeinschaft Höhle-Religion-Psyche in Feucht bei Nürnberg 2013, Gröbenzell 2013

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