Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Landschaft und Höhlen im Trubbachtal, seinen Nebentälern und den angrenzenden Gebieten auf der Hochfläche / Fränkische Schweiz


An der Mündung des Trubachs in die Wiesent / Reibertshöhle - 2014


"Trubach - Dieser Bach entspringt ostwärts von Muggendorf bei Obertrubach, durchfließet ein sehr romantisches Felsenthal, und berührt die Ortschaften Ober- und Untertrubach, Eglofstein, Zaunsbach, Lützeldorf und fällt bei Pretsfeld in die Wiesent. Dieser Bach wird häufig mit der Truppach verwechselt, welche bei Obertruppach entspringt, und bei Plankenfels in die Wiesent fällt." So beschrieb vor fast 200 Jahren Josef Heller, dieses Seitental der Wiesent.

"Sehr romantisches Felsenthal" - eine Formulierung, die noch mit "th" geschrieben wurde, weil lange vor der Rechtschreibreform um 1900 formuliert, die fast alle ths aus der Sprache eliminierte (mit Ausnahme von "Thron"!), aber schon das Wort "romantisch" kennt, das kurz zuvor erstmals auftaucht.

Wir haben im April 2014 einmal mit dem Fahrrad das ganze Tal durchfahren. Es ist ein idealer Zeitpunkt, weil dann die vielen Obstbäume, insbesondere die Kirschen, in voller Blüte stehen, die Fülle der Natur so richtig hervorbricht aus der kahlen kalten Winterlandschaft. Das Wetter war aber recht wechselhaft, mal verwöhnte uns vitaler Sonnenschein, mal kippte es um in Kälte und Hagelschauer, daß am Ende der Boden wieder ganz weiß war, bedeckt von einer richtigen Schicht Hagelkörnern. Wir besuchten nur eine Höhle, die in der Region Burggraf, und das passierte genau in dem Augenblick, als der Hagelschauer am stärksten war. Reinhard wollte sich schon in den kurzen Felsgang retten, da fauchte ihn richtig ein Sturm an, was an einen wütenden Äolus, den griechischen Gott des Windes, denken ließ.

Bei Pretzfeld
     
   
     
Vor Egloffstein
     
Egoloffstein
     
Burggrafenhöhle
     
 
     
 
     
Fürther Turm
     
Bei Obertrubbach
     
 
     
Osterbrunnen  
     
Wolfsberg
     
 
     
   
     
Osterbrunnenschmuck über der Trubachquelle

Bei Wannbach mündet das Tal des Thosbachs, der in Urspring seinen Ursprung hat. Die Straße Richtung Morschreuth steigt hier stark an, um bis aufs Plateau zu kommen. Unterwegs ist ein großer Parkplatz, der für die vielen Kletterer, die zum Rötelfels wollen, da ist. Dort gibt es auch eine kleine Höhle und eine Naturbrücke.

Rötelfels
     
 
     
     
 
     
 

Von dort ist es nicht weit bis nach Buckenreuth, wo in der Nähe der Sponsberg liegt. Die vielen Felsen sind fast vollkommen verdeckt vom Wald. Hier gibt es eine verschlossene Höhle, die noch einen zweiten Eingang, einen Schacht, hat, eine Naturbrücke und einen sog. Zapfenstein, ein skuriles Felsgebilde.

Am Sponsberg
     
   
     
 
     
 
     
 

Wichsenstein, ebenfalls auf der Hochfläche über der nördlichen Trubachtalseite gelegen, ist ein gefälliger kleiner Ort mit einer Felsburg mit Traumaussicht und einer alten Tanzlinde. Auf dem Weg zum Gipfel kommt man an einer Mariengrotte vorbei.

Wichsenstein
     
 
     
 
     
 
     

In der Nähe von Wohlmuthshüll steht auf freiem Feld ein ungewöhnlicher Steinpilz.

 

Bei Bärnfels nördlich von Obertrubach gibt es mehrere Felsgruppen in Dorfnähe. In ihnen liegt die Reibertshöhle oder auch Reibertsberghöhle. An ihr vorbeizulaufen fällt schwer, denn eine große Informationstafel steht davor. Irgend jemand hat sich auch ein kleines Holzhäuschen davor gebaut. Sie eine dieser geräumigen Hallenhöhlen im Frankenjura, die viele Eingänge und keine Fortsetzung in die Tiefe hat. Die Wände sind großteils schwarz vom Ruß der 1.000 Feuer, die hier schon in der Feuerstelle angezündet worden sind. Sie hat einen Abzug nach oben - hinaus durch einen weiten Schacht ins Freie.

 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 

Zwischen Sorg und Dörfles erstreckt sich der "Hohe Berg". In ihm liegt die Hohberghöhle, die 1934 zufällig bei der Fuchsjagd entdeckt wurde. 1960 versuchte man sie zu erschließen - und scheiterte. Die Spuren davon sind heute noch zu sehen in Form einer großen Steinhalde, die sich ins Gelände hinaus erstreckt.

 
     
   
     
 
     
 
     
   

Östlich von Affalterthal liegt der im Geotopkataster Bayern auch erfaßte Felsen mit dem sog. "Bocksloch". Ein Einheimischer, den ich nach dem Weg fragte, und der gerade nützliche Arbeit in Form von Grasjäten verrichtete, korrigierte den Namen. Bei den Einheimischen hieße es "Bockeleloch". Wen juckts?

 

Noch gibt es eine Zeit, die man lebt zwischen der aktiven Arbeitszeit und dem Abschied von dieser Erde. Man nennt sie Rente oder Pension, wenn man genug vorher gemacht und geleistet hat. Mir geht es, noch, so. So kann ich immer wieder, familienbedingt, 3 bis 3mal pro Jahr in die Fränkische Alb während der Woche für ein paar Stunden verschwinden und Höhlen besuchen. Früher hatten wir halt meist Karten, wo ein Höhlenzeichen auf ein entsprechendes unterirdisches Objekt aufmerksam macht. Heute (2017) ist das z.B. MAPS.ME, wo auf einmal Höhlenzeichen auftauchen, wo ich noch nie etwas davon gehört hatten. Langsam folge ich diesen Spuren, meist klappt es, aber nicht immer.

Im Juni 2017 war die Obere M.sshöhle und die H.llensteinhöhle bei Obertrubach dran. Sie sind wirklich typisch Fränkische Höhlen. Sie sind nichts für typische "Höhlenforscher". Potential in ihnen muß man sich erst ausdenken, aber für den Photographen sind auch sie Dorados. Man wird keinen Wettbewerb mit diesen Bildern gewinnen, aber es macht Spaß auch in ihnen seine Phototechniken anzuwenden.

Obere M.sshöhle 
Auf dem Weg zur Höhle
Eingang H.llensteinhöhle
> Das Höhlenende

Literatur:

Graf, Renate und Norbert Kulthöhlen in Nordbayern, Bayerische Archäologie 1-2018, S. 17
Heller, Josef Muggendorf und seine Umgebungen oder die Fränkische Schweiz, Nachdruck der 1. Auflage aus dem Jahre 1829, Palm & Enke, Erlangen 1979
Lang, Stephan Höhlen in Franken - Ein Wanderführer in die Unterwelt der Fränkischen Schweiz, Verlag Hans Carl, Nürnberg 2000

Links:

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Trubachtal

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