Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Die Syrauer Drachenhöhle
Sachsen


Die Drachenhöhle in Syrau ist Sachsens einzige Schauhöhle. Das ist kein Wunder bei den wenigen Kalksteinvorkommen dort. 

Die Entdeckungsgeschichte gefällt mir, denn sie widerspricht, wie so unendlich oft auch auf dieser Welt, der Ansicht, daß alles eine "Ursache" habe. Dabei schulden wir alle soviel dem "Zufall". So auch hier: "Die Höhle wurde am Mittwoch, dem 14. März 1928, gegen 10 Uhr durch einen Zufall entdeckt." (Calließ 12) Und der Mann hieß ausgerechnet noch "Undeutsch", was alle auf dem Gedenkstein an seine Leistung im Ausgangsbereich der Höhle lesen können! Man weiß erstaunlich vieles über die erste Zeit des Bekanntwerdens der Höhle. Bereits in der Nacht danach stiegen z.B. einige Mitglieder des Syrauer Gesangsvereins ein, getragen von der Auffassung: "Das gibt e scheenes Ascheloch, das schütt' mer wieder zu", und nahmen einige schöne Tropfsteine mit. Schnell wurde beschlossen, die Höhle zu erschließen, was einerseits Arbeitsplätze für gewisse Zeit schuf und Hoffnungen auf einen gesteigerten Tourismus machte. Die Gemeinde betrieb den Ausbau, machte sich Sorgen um die "Standsicherheit" der Höhle, gewann über die Ausgabe von "Gutscheinen" finanzielle Mittel für die Arbeiten, führte den Ausbau schnell und zügig sogar mit elektischer Beleuchtung durch und konnte schon 199 Tage nach Entdeckung die Schauhöhle eröffnen. Mittels eines Wettbewerbs kürte man den Namen "Drachenhöhle" in Anlehnung an eine Ortssage vom Syrauer Drachen. 

Ein reger Besucherstrom setzte ein. Im ersten Jahr waren es rund 15.000 Menschen, im Jahr drauf schon 162.648. Als der Hype abklang, pendelten sich die Besucherzahlen auf 35.000 pro Jahr ein. Während des 2. Weltkrieges wurde erwogen, die Höhle als Luftschutzraum zu nutzen, was aber letztlich unterblieb. In DDR-Zeiten gestaltete man das ehemalige Steinbruchgelände in einen "angelegten, gepflegten Park, der mit seinen Blumen und Zierhölzen zum Verweilen einlädt". Eine Freilichtbühne wurde errichtet, wo man auch "Höhlenfeste" ausrichtete. 

In den letzten Jahren hat man die Einbauten modernisiert, Edelstahlgeländer und eine zeitgemäße Beleuchtung eingebaut. Als neuester Gag kam eine Lasershow dazu, die wirklich noch etwas Besonderes ist, bis alle anderen Schauhöhlen nachziehen. Fast schon kurios ist, daß es noch den Höhlenphotographen gibt, der eine Aufnahme der Gruppe macht, die man nach Verlassen der Höhle käuflich erwerben kann. Das gab es früher in vielen Schauhöhlen, z.B. auch bei der Dechenhöhle im Sauerland, die aber inzwischen fast eingestellt worden ist. Es lohnt sich nicht mehr so richtig.

 

   < Das Eingangsgebäude

> Der Gedenkstein an den Entdecker, der ausgerechnet "Undeutsch" hieß!

 
     
Damit allle seine "Ordnung" hat, braucht man auch hier eine entsprechende "Ordnung", die sich hier nur nicht gleich so nennt

> Anders als leider in vielen anderen Höhlen verbietet man nicht das Fotographieren, sondern macht ein Geschäft draus

Gibt es in dieser Höhle wirklich "etwas" zu sehen? 

Überall hauptsächlich nur Felsen, Steine, Grau....

> Die Sinterfahne mit dem Einschußloch, verursacht durch einen russischen Offizier - so die Erzählung der Höhlenführerin
Die Lasershow...

Literatur:

Calließ, H., et al. Die Syrauer Drachenhöhle, Syrau 1978
Rat der Gemeinde Syrau, Plauen Die Syrauer Drachenhöhle, 1985

Links:

http://www.syrau.de/drachenhoehle.2,de.html

Höhlen in Sachsen, D


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