Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Landschaft und Höhlen in der Umgebung von Königsbronn / Ostalb


Königsbronn hat seinen Namen von einer der schönsten Naturerscheinungen der Schwäbischen Alb, dem Brenztopf. Er liegt in 500 m Seehöhe Hier entspringt die Brenz mit einer durchschnittlichen Schüttung von 1.200 l/s. Die Mindestschüttung ist 230 l/s, der Maximalwert beträgt 10.600 l/s. Die Vergleichswerte für den Blautopf sind: 2.270 l/s, 250 l/s, 32670 l/s. 

E
2016

1904/05 versuchte der Schwäbische Albverein, in die vermuteten Hohlräume hinter der Quelle zu kommen Dazu startete man ein Stollenprojekt und grub sich in den Berg. Als das Geld ausging, gab man es wieder auf. Zurückbleibt ein mit einer Holztür verschlossener Stollen, der einige natürliche und meist mit Lehm verfüllter natürlicher Hohlräume anfuhr. Immerhin 84 ist dieses System, das den Namen "Kadaverhöhle" trägt, lang. 

 

Am Weg zum Quelltopf sieht man ganz deutlich in der Felswand eine Höhlenöffnung. Ein massiv ausgehauener Steig führt hinauf. Obwohl es sich nur um eine kleine Steinkammer handelt mit einer Gesamtlänge von 10 m, die unter dem Namen Stäpfleshöhle im Höhlenkataster geführt wird, ist der Grad ihrer Versauung übermäßig. Und die Graffiti an den Wänden, zeugen die von den immer weniger werdenden "Freiräumen" in unserer Gesellschaft?

Nicht weit vom Brenztopf liegt der Herwartstein, in dem es eine ganze Reihe von Höhlen gibt, von denen eine dauernd verschlossen ist, das Hessenloch. Bis 1960 gab es Pläne, es als Schauhöhle zu erschließen, ehe sie fallengelassen wurden.

Hessenloch
Herwartstein

Am Fuß der anderen Talseite von Königsbronn liegen einige Karstquellen. Auch sie sind in den "Karstquellenweg" miteinbezogen, der es dem interessierten Wanderer heute leicht macht, die verschiedenen Örtlichkeiten zu finden. Eine noch immer reizvolle Quelle ist die Pfefferquelle, die sich heute hinter einen großen Industriegebäude und unterhalb der Fahrstraße befindet. Wer genau hinschaut, der sieht im Hang eine kleine verschlossene Öffnung, den Eingang zur Pfefferquellhöhle mit 20 m Länge.

Literatur:

Binder, Hans Höhlenführer Schwäbische Alb, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart und Aalen 1977
Binder, Hans (Schriftleitung) u.a. Karst und Höhle 1993, Karstlandschaft Schwäbische Ostalb, hrsg. vom Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher e.V. München 1993
Binder, Hans, Jantzsche, Herbert Höhlenführer Schwäbische Alb, DRW, 7. Auflage, Leinfelden-Echterdingen 2003

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