Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Speläologisches auf den Äolischen/Liparischen Inseln, Italien


"Aiolos...Sein Ledersack voller Winde
War ein Bumerang: Kaum geöffnet, trieb er die Männer zurück._
Hier hat er gehaust, in einer Felsenhöhle versteckt auf Liparos.
Der die Griechen segeln lehrte und daß Vulkane Leuchttürme sind." Grünbein/Grüße von unterm Vulkan


Speläologisches auf Stromboli

Speläologisches auf Vulcano

Lipari

Milazzo auf Sizilien


Allgemeines:

Die Äolischen oder auch Liparischen Inseln sind eine Inselgruppe nördlich von Sizilien im Mittelmeer. Die sieben bewohnten Inseln haben eine Gesamtgrundfläche von 115 km² und eine Bevölkerung von rund 14.000 Einwohnern. Politisch gehören sie zur italienischen Region Sizilien mit der Metropolitanstadt Messina.

Es gibt sie, weil es dort Vulkanismus gibt. Was man als Insel herausragend über dem Meeresspiegel sieht, das hat nach unten hin bis zur Erdoberfläche noch oft 2.000 Meter Tiefe. Ein hohes Alter haben sie oft auch nicht. So soll im Jahre 183 v. Chr. mit einem Fauchen ein Inselchen einfach aus dem Wasser aufgetaucht sein, Vulcanello, laut einem Bericht von Polybios (200-120 v. Chr.). Zwei Arten von Vulkanismus unterscheidet man: den Vulcano-Typ und den Stromboli-Typ. Wegen der überragenden Bedeutung dieser Inseln für die Erforschung des Vulkanphänomens wurde die Inselgruppe von der UNESCO im Jahre 2.000 zum Weltnaturerbe erklärt.

Ganz nah an der Vulkanologie ist Vulkanspeläologie. Sie beschäftigt sich mit der Erforschung der Hohlräumen in den Vulkanen. Bislang ist noch wenig darüber bekannt geworden, aber es gibt ja den großen literarischen Bezug: Jules Verne mit seinem Buch über die Reise zum Mittelpunkt der Erde. Es läßt nämlich genau dort die dreiköpfige Forschermannschaft wieder an die Erdoberfläche kommen, nachdem sie am Sneafells in Island in den Erdball eingestiegen war! Aber auch die alten Griechen hatten schon ihren Höhlenbezug, schließlich hieß es, daß dort der Gott der Winde, Äolus, in eine Höhle dort verbannt worden sei und nun dort seine Ewigkeit fristet und als Herr der Luftbewegungen die Erde beeinflußt.

Speläologisches:

Filicudi
- Grotte Bue Marino (mit Schiffen befahrbar, 40 m breit, 30 m tief und m hoch, besonders reizvoll am Nachmittag, früher Heimat von Meeresrobben)

Stromboli
- Grotta di Eolo

Vulcano
- Grotta di Mare del Cavallo
- Grotta dell'Abate
- Grotte beim Monte Rosso

     
     

Ich hatte für die Zeit vom 7. bis 14. März 2018 eine Reise auf die Liparischen Inseln gebucht. München - Catania - Milazzo - Lipari. Es ging alles gut, ich war schon am frühen Nachmittag dort. Auto-Flugzeug-Bus-Bus-Schiff. Der dauernde Wechsel des Verkehrsmittel ließ keine Langeweile aufkommen. Der Flug dauert ja weniger als 2 Stunden, dann atmete ich schon Frühlingsluft zu Füßen eines in den oberen Regionen noch verschneiten Ätnas. Die Schnelligkeit der Verkehrsmittel nützen allerdings nur wenig, wenn die Verknüpfung miteinander immer so viel Zeit erfordert. Die Cafes am Weg sind gute Orte, um die Wartezeiten angenehm zu nutzen. Es ist schon erstaunlich, wie günstig in Italien der Kaffee zu haben ist. Die deutschen Mondpreise dafür sind dort nicht üblich.

Bei drei Unterkünften habe ich mich über Booking.com im voraus vorangemeldet:
- Eolinan Residence auf Lipari (Das für mich die beste Unterkunft, zwar ein wenig abseits gelegen, aber das wurde alles wettgemacht durch das, was geboten war. Für einen Pauschalpreis, den ich bei einigen der anderen Plätze alleine für die Übernachtung zahlte, bekam ich ein erstklassiges Abendmenü, am Ende sogar noch ein kleines Glas Malvasiawein) und ein üppiges Frühstück. Der "Patron" brachte mich u.a. mit seinem Auto bis zum Ausgangspunkt einer der besten Wanderungen auf der Insel, die dann ausgerechnet nach 3 Stunden Wanderung entlang eines prachtvollen Küstenabschnittes an der "Residence" wieder endete.)
- Pedra Residence auf Stromboli und
- Casa Schmidt auf Vulcano (Da waren sie auch sehr hilfreich und man sprach dort auch meine Sprache.)
Dann kam auf dem Rückweg in Milazzo noch das
- Alterego B&B dazu.
In Catania vor dem Rückflug morgens um 7 Uhr übernachtete ich kostengünstig in einer Schlafstätte in der Nähe des Flughafens (B&B Aeroporto Catania. http://www.bedandbreakfastfontanarossa.com/). (Wie machen die nur die Preise im Internet?)

Ein wenig ernüchtert bin ich. Hauptziel war natürlich das Vulkanerlebnis am Stromboli. Abschnitt auf Abschnitt auf Abschnitt der Reise näherte ich mich ihm. Und am Ende hieß es: Der Vulkan ist heute gesperrt. Keiner darf hinauf, weil es zu gefährlich sei, persönlich verfügt vom Bürgermeister. Am nächsten Tag hätte man dürfen, aber mein Versuch, über die Unterkunft eine Tour auf den Gipfel zu buchen, schlug fehl. Niemand rührte sich. Am Ende marschierte ich alleine hinauf auf 400 m, die Höhe die man erklimmen darf, ohne einen Führer dabei zu haben. Ein Blick in die Feuerrinne war möglich, aber das rührte sich nichts. Am Weg hinauf und hinunter "bummste" es einigemale kräftig, aber das war schon alles. 

Für mich reicht wohl eine Reise auf die Äolischen Inseln. Sie haben auf mich nicht den Eindruck gemacht, als sollte man da öfters hinreisen, weil es da viel zu entdecken gäbe. Es gibt solche und solche Inseln. Sardinien gehört für mich in die andere Kategorie zum Beispiel. Eine Reise mit dem Boot entlang der Küstenlinien wäre vielleicht motivierend, wenn man überall da hinkäme, wo man als Erdenwesen normalerweise ausgeschlossen ist, womit dann auch die zahlreichen Küstenhöhlen zugänglich wären.

Ein negatives Erlebnis hatte ich. Kurz vor der Ankunft des Schiffes in Vulcano auf der Rückfahrt wollte ich mich fertigmachen und kam mit vollen Händen, in der einen hatte ich den Rucksack, in der anderen die Kamera, zu meinem großen Handgepäck, das unter einem Brett verstaut war. Um den Sack hervorholen zu können, legte ich kurz die Kamera ab und zerrte das Gepäckstück heraus. Ein kurzer Dreh und schon war ich weiter und hatte das Schiff verlassen. Ich sortierte mich, schaute mich um, das Boot fuhr weiter. Komisch, wo war nur der Photoapparat? Ich wühlte überall im Gepäck herum. Nichts. Langsam wurde mir klar, was ich getan hatte. Der Apparat lag ja noch auf dem Brett im Schiff. Ein Moment der Ablenkung genügt manchmal. In der Unterkunft war man gleich sehr hilfreich und telefonierte mit der Schiffgesellschaft Liberty lines. Dort bekam ich die Auskunft, daß nichts gefunden worden sei. Der Kapitän habe gesagt, daß alles in Ordnung gewesen sei. Wenn man etwas finden würde, dann rühre man sich wieder - was aber nicht geschehen ist. Irgend jemand ist jetzt um eine funktionierende NIKON-Kamera reicher auf eine etwas unfeine Weise. 

 

 


Literaturempfehlung:

Liparische Inseln (7. Auflage 2016)

Thomas Schröder, 264 Seiten, 7. Auflage 2016, farbig, 16,90 EUR (D), 17,40 EUR (A), 24,90 CHF, ISBN 978-3-95654-244-2

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http://www.michael-mueller-verlag.de/cgi-local/mmv-partner.pl?id=alt03&title=liparische_inseln


Literatur:

Eisele-Hein, Norbert Der brennende Schleudersitz: Stromboli, alpinwelt 3/2016, S. 20
Eisele-Hein, Norbert Auf dem Highway der Vulkane, DAV Panorama 5/2015, kS. 88ff.
Farneti, Gianni, Pratesi, Fulco, Tassi, Franco Natur-Reiseführer Italien, BLV, München 1975
Grünbein, Durs Koloss im Nebel, Suhrkamp, Berlin 2012
Müller, Wolfgang, Kretschmer, Klaudia Vulkane hautnah, Tecklenborg Verlag, 2012
Pichler, Hans ItalienischeVulkan-Gebiete III 2. Auflage, Sammlung geologischer Führer 69, Gebr. Borntraeger, Berlin Stuttgart, 1990

Links:

Liparische Inseln - Äolische Inseln | Feuer und Meer

Liparische bzw. Äolische Inseln, Isole Eolie


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