Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Landschaft und Höhlen in Tasmanien


laßt mich doch
laßt mich in kalte fremden gehen

..
laßt mich
wo die sicht klar ist
oder in steine in hohe steinwände in
mauern für meinen schädel ---

"laß mich doch" - wolfgang hilbig, abwesenheit - gedichte


Mount Field

Gunns Plains und Mole Creek - zwei Höhlengebiete im Norden Tasmaniens

Tasman Peninsula - Tasman und Freycinet

Hastings / Ida Bay

Labyrinthe auf Tasmanien

Baumhöhlen auf Tasmanien


Der lonely planet-Führer lädt einen zum Besuch dieser 68.330 km² großen Insel mit folgenden Worten ein: "make your way to magical little Tassie and your efforts will be richly rewarded". Der deutsche Autor Peter Czejka, der für GEO SAISON ein Artikel über Tasmanien recherchierte, beschrieb seine Erfahrung so: "Die Insel Tasmanien südlich vor Ostaustralien ist zwar nicht größer als Bayern, aber auf dieser relativ kleinen Fläche gibt es extrem unterschiedliche Landschaften: verschneite Berge, Regenwald, trockene Steppe, kilometerlange Sandstrände, dazu unglaubliche Pflanzen, meterhohe Baumfarne, die aussehen wie Kunstwerke. Schon die Namen der einzelnen Gegenden sind einladend: Wine Glass Bay, Surprise Bay, Walls of Jerusalem, Chistmas Cove. Selbst der kleinste Tümpel, wohnzimmergroß, ist zauberhaft."

Anflug

Obwohl seine Fläche nur 1 % von ganz Australien entspricht, gibt es dort sowohl die tiefsten (13 von den 15 tiefsten liegen dort) als auch die längste Höhle (darüber gehen die Meinung auseinander!). Die meisten Kalke sind aus dem Ordovicien, aber es gibt auch Kalke aus anderen Perioden. 4.000 Höhlen sollen zur Zeit auf Tasmanien bekannt sein. Es gibt etwa 60 verschiedene Höhlenvorkommen auf der Insel. Außerdem gibt es noch kleinere Höhlen im Dolerit. Die bedeutendsten Höhlengebiete liegen im mittleren Nordteil der Insel (Mole Creek, Gunns Plains), im Westen (Bubs Hill, Gordon River, Franklin River), im Südteil (Junee-Florentine) und ganz im Süden (Predipitous Bluff).

Es gibt überraschend viele Schauhöhlen auf der Insel, die entweder in einem regulären Betrieb geführt werden oder im Rahmen einer geführten Höhlentour: Gunns Plains Cave, Newdegate Cave, King Solomon Cave und die Marakoopa Cave.

Im August 2006 waren wir für 2 Wochen auf dieser Insel und hatten Riesenglück. Die bayerischen Schulferien zwingen einen Lehrer dorthin im Sommer zu fahren. Da ist dort Winter! Normalerweise ist dann dort auch mal zwischendrin "schön", aber normalerweise, daran sind die Leute schon gewöhnt, gibt es sehr oft nur "bucketing". Wir hatten Glück, riesiges Glück. Der August 2006 war so schön wie noch nie seit der Einführung der Wetteraufzeichnungen! Meistens hatten wir nur strahlendsten Sonnenschein, mal bedeckten auch ein paar Wölkchen den Himmel, aber richtig gegossen hat es fast nie, und nur einmal hatten wir richtig Schnee. Da überall bekannt ist, daß dort um diese Zeit immer schlechtes Wetter ist, fährt auch fast kein Tourist um diese Zeit hin. Für die Tourismusbetriebe ein Trauma, für den ungetrübten Naturerlebnisse Suchenden ein nicht mehr zu überbietender Traum.

Es gibt vom National Heritage Trust eine hervorragende kleine Broschüre: "80 Great Short Walks", die überall in den Tourismusbüros erhältlich ist und auch vom Internet heruntergeladen werden kann. Mit der ausgerüstet kann man einfach losziehen und zu "breathtaking sights" gelangen, ganz einfach meist, wohl beschildert und auf meist gepflegten Pfaden.

Das ist Absicht. Man tut etwas für die Erhaltung der einmaligen Naturschönheiten. Fast überall gibt es Toilettenanlagen bei den Zugängen , geplegt und funktionierend, um die Belastungen durch den Menschen möglichst gering zu halten. Wege werden angelegt, oft mit Steinstufen und Podesten, um erreichen, daß die Menschen auf schmalen Pfaden durch die ansonsten wild gelassene Natur bleiben. Wo es bei uns leider oft heißt: "Betreten verboten - Naturschutzgebiet", da macht es dort viel schlauer und öffnet die sensiblen Regionen auf intelligente Weise für die Menschen, die allen Wünschen möglichst entspricht. Für die Naturparks zahlt man eine Gebühr, entweder einzeln oder gleich für einen gewissen Zeitraum, und wird dann nicht mehr behelligt. Das Geld geht voll in die Erhaltung und den Ausbau dieser Zonen.

Eine winzigkleine Bilderreise durch Tasmanien


Am Gipfel des Mount Wellington:
Blick auf Hobart

Mount Wellington

Haus in Hobart
 
Akazienblüten
Am Lake St Clair

Alter hohler Baum am Weg
 
Breakfast im Nationalparkzentrum

Ein Wombat

Ein tasmanischer Teufel in einer Baumhöhle

Der größte Baum Australiens? -
nicht weit vom Keoghs Creek
Der Gipfel des "Frenchmans Cap"
Die Hängebrücke auf dem Weg dorthin
Der "Cap" vom "Donaghys Hill"

- a breathtaking view


pencil pine

Henty

Marrawah
The Nut
Felder bei Richmond

Im Pub in Strahan

Literatur:

Kiernan, Kevin Caves of Tasmania, Caving International Magazine Nos. 6&7, January & April, 1980, p 36ff
Middleton, G.J. The Conservation and Management of Caves in Tasmania, Australia, p 311ff
Fabbri, Ivano Tasmania '88, SPELEOLOGIA 20, 1989, p 17ff
Middleton, Greg Aboriginal Art Caves in Tasmania's South-West, Tassie Notes#2, Journal of the Sydney Speleological Society, 1988, 32(5): 89ff
Kiernan, Kevin Caves and Karst Areas of Tasmania - a brief survey, Journal of the Sydney Speleological Society, 1988, 32(6): 107ff
Middleton, Greg The Helsham Inquiry, 1: Caves and karst in Tasmania's southern forests, Tassie Notes#3, Journal of the Sydney Speleological Society, 1988, 32(7): 152ff
Havlicek, D., Tásler, P., Tésler, R. TASMANIA '87, The British Caver 105-1988, p 25f
Kiernan, Kevin Caves and Prehistoric Man in Western Tasmania, Caving International, No. 14, p 44
Czajka, Peter Tasmanien, in GEO SAISON 2004, S. 130ff.
Chabert, Claude, Courbon, Paul ATLAS DES CAVITÉS NON CALCAIRES DU MONDE, UIS 1997
Shakespeare, Nicholas Tasmanien - Unter Teufeln, GEO 08/2005, S. 10ff.

Links:

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