Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Kultur, Landschaft und Höhlen in der Türkei


Türkischen Riviera, Landschaft und Höhlen entlang der / Östlich und südlich von Antalya

Kappadokien / Landschaft und künstliche Höhlen in

Küre Mountains, Landschaft und Höhlen in den Küre Mountains / Nordtürkei


Die Türkei bezeichnet sich heute als "demokratische Republik in Vorderasien und Südosteuropa". Der Einheitsstaat ist seit 1923 laizistisch und kemalistisch geprägt und sieht sich als Nachfolgestaat des Osmanischen Reiches. (siehe WIKIPEDIA-Eintrag).

Schon dieses Reich ruhte auf viel älteren Wurzeln. Im Westen der Türkei kann man sich teilweise wie in Griechenland fühlen, wenn man die vielen weißen Tempel sieht, entstanden schon lange vor Mohammeds Zeit. Und man kann noch viel weiter zurückgehen. Die Entdeckung von Göbekli Tepe ganz im Osten der Türkei war eine Sensation, weil hier die früheste bislang bekannte Zivilisation im Oberlauf des Zweistromlands wieder zum Vorschein kam, die einfach nur ein großes Rätsel ist. Und die Funde etwa aus der Karainhöhle im Taurusgebirge belegen, daß schon in der Steinzeit dort Menschen gelebt haben, die wohl Weltvorstellungen gehabt haben, von denen wir gar nichts wissen.

Von Ost nach West erstreckt sich die Türkei über eine Strecke von 1.600 km, in Nord-Süd-Richtung über 600 km. Die Fläche beträgt 783.562 km² (D 357.340 km²). 3 % beträgt der europäische Anteil. Begrenzt ist sie vom Schwarzen Meer im Norden, dem Mittelmeer im Süden und der Ägäis im Westen. Zwischen dem Randgebirge im Norden (die Nordanatolische Gebirgsschwelle) und im Süden (Taurus) liegt das Inneranatolische Hochland. Generell ist die Türkei ein gebirgiges Land. Mehr als die Hälfte der Landesfläche liegt über 1.000 m Seehöhe.

Das speläologische Potential der Türkei ist gewaltig. Etwa 40 % der Oberfläche der Türkei hat einen Untergrund, der aus Kalk- oder Sulfatgestein besteht, aber man kennt auch Höhlen in Gesteinen vulkanischen Ursprungs. Besonders intensiv ist der Verkarstungsprozess im Taurusgebirge, in Nordwestanatolien, in der Senke um Konya und in Südostanatolien. Außerdem gibt es bedeutende Höhlen in Thrakien, dem europäischen Teil der Türkei. Die Gesamtzahl der Höhlen wurde auf 40.000 geschätzt, wovon bis Ende 2012 gerade einmal 3.000 schon erforscht worden sind und jährlich rund 200 dazukommen.

Die erste höhlenkundliche Studie stammt von Professor Raymond Hovasse von der Istanbul University aus dem Jahre 1927 über die Höhlenbiologie der Yarimburgazhöhle in Istanbul. Aus den Jahren 1944 und 1949 stammen weitere wissenschaftliche Arbeiten. Temucin Aygen und Freunde begannen 1955 mit der Erforschung der Konya Maraspolihöhle und setzten die Forschungen in vielen weiteren Höhlen fort. 1964 wurde der türkische Höhlenforscherverband gegründet. Mit ihm begann eine systematische Erforschung der Höhlen, nicht zuletzt unter dem Aspekt, welche Höhlen sich für eine touristische Erschließung eignen würden. Viele Höhlenexpeditionen wurden von ausländischen Forschern unternommen, vor allem aus Frankreich, Italien und Großbritannien. Auch aus Deutschland kamen einige Forscher, auch aus München! Heute gibt es eine lebhafte türkische Höhlenforscherszene, die nicht zuletzt im universitären Bereich ihren Ursprung hat, z.B. mit dem Bosphorus University, Cave Research Club (BUMAK).  2008 wurde die Speleological Federation of Turkey aus der Taufe gehoben, die höhlenkundliche Studien initiiert, die Höhlenrettung organisiert und speläologische Schulungsmaßnahmen durchführt. Bei der UIS ist noch eine zweite landesweite Organisation Mitglied: Magara Arastirma Dernegli. Beide haben in Ankara ihren Sitz.

Es gibt eine umfangreiche Webseite über die Höhlen und die Höhlenforschung in der Türkei - in türkischer Sprache. Dort erfährt man auch die aktuellen (?) Daten der größten und tiefsten Höhlen des Landes.

Die drei Tiefsten:

1) Peynirlikönü-EGMA Düdeni, Anamur-Icel - 1.429 m
2) Kuzgun Düdeni, Nigde - 1.400 m
3) Cukurpinar Düdeni, Anamur-Icel - 1.196 m

Die drei Längsten:

1) Tilkiler Düdeni, Manavgat-Antalya 6.818m
2) Kizilelma, Ayici-Zonguldak 6.630 m
3) Inilti Pazan-Yaylacik Magara Sistemi, Antalya 5.929 m.
(Laut www.turcja.org.pl/en/caves.htm 2009 ist die Pinargözü Cave mit 12 km die längste Höhle, lt. Av Yönetimi Dairesi Başkanlığı - magara_subesi.pdf  sind es 16 km)

Über die tiefste Höhle der Türkei wird ausführlich auch im Internet berichtet:
Peynirlikönü -EGMA- Düdeni ~ Her Köşesi Cennetim ~ Tarihi Yerler Doğal Güzellikler
EGMA (Peynirlikönü) Düdeni | Boğaziçi Üniversitesi Mağara Araştırma Kulübü
Egma Sinkhole - Wikipedia, the free encyclopedia

 

Ein wenig Kultur (aufgenommen im Juli 2015 in Istanbul...

In Herz von
Istanbul

 

Bosporus

     
 
     
     

Menschen bei der Arbeit

Semmelaufschneider
in Istanbul

Am Grill in Pinarbasi

     
Auf dem Dach einer Moschee
in Konya

In einem Laden der
Sufi-Brotherhood
in Konya

     
Kabelleger in Konya

Müllsammler in Konya

     
Straßenfeger in Konya

Straßenhändler in Konya
     
In Safranbolu

Bauer mit Kuh bei Karafasil

 

     
In Göreme

Ballonfahrten machen auch
Arbeit

     
> Arbeit gibt es auch im
Obstgarten bei Göreme
     
Teebringer in Mazi

Gözlemeherstellerin in den
Küre Mountains

 

 


Literatur - allgemein:

Bussmann, Michael, Tröger, Gabriele Türkei, Michael-Müller-Verlag, 3. Auflage, Erlangen 2009
Latzke, Hans E. Türkei, DUMONT, 2. Auflage 2001
National Geographicößl,  Society Istanbul mit Türkischer Riviera und Kappadokien, 2. Auflage, Hamburg 2014
Gschlößl, Roland Am Anfang war der Tempel, Bayerische Archäologie 2/2014, S. 18ff.
Zick, Michael Türkei - Wiege der Zivilisation, Konrad Theiss-Verlag, Stuttgart 2008

 

Literatur - speläologisch:

Aygen, Temucin Türkiye Magaralari (Turkish Caves), 1984
Belke, Klaus Paphlagonien und Honorias, Österr. Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse, Denkschriften 249. Bd (Tabula Imperii Byzantini, Bd. 9, Wien, Verlag der Österr. Akad. d. Wissenschaft, Wien 1996
Canbek, Selcuk, Pancarci, Meltem, Uzun, Özlem The History of Speleological Progress in Turkey, 16th International Congress of Speleology, Proceedings volume 1, Brno 2013, p 33-35
Chabert, Claude LES PLUS GRANDES CAVITES TURQUES, Grottes & Gouffres, p 17ff
Chabert, Claude, Courbon, Paul Atlas des grandes cavités mondiales, UIS FFS 1^986
Chabert, Claude, Courbon, Paul Atlas des cavités non calcaires du monde, UIS au pré de Madama Carle, 1997
Lomas, Harvey Caving from Northern Turkey, Caving International Magazine 9-1980, p 12´
Schmitt, Gerhard E. Höhlenforschung Türkei 1976-1983, Jahresbericht der Höhlenforschungsgruppe Rhein-Main, Heft 1984, S. 70ff.
Yamac, Ali Oldest Documented Caves of the World: Birkleyn Caves, 16th International Congress of Speleology, Proceedings volume 1, Brno 2013, p 118-120

Links allgemein:

Go Turkey Offizielles Tourismusportal der Türkei
Türkei Tourismus - Tourist Info und Reiseratgeber
WIR STELLEN VOR:
mymerhaba
katpatuka [de] - geologie der türkei
Turkish Culture Portal
Turkey Cheap Bus and Airline Tickets
Inside Turkey’s Top Archaeological Sites | National Geographic (blogs)

Links speläologisch:

Mağara Araştırma Derneği Sitesi MAD
o'mag | OBRUK MAĞARA ARAŞTIRMA GRUBU
Foreign Cavers | Boğaziçi Üniversitesi Mağara Araştırma Kulübü
CAVES
Boğaziçi Üniversitesi Mağara Araştırma Kulübü | Türkiye'nin ilk mağara araştırma öğrenci kulübü
Av Yönetimi Dairesi Başkanlığı - magara_subesi.pdf
BAĞLANTILAR | o'mag
Gate of Turkey, Tor der Türkei, Gateway Türkei. Planen Sie Ihre Reise in die Türkei > Höhlenreisen
 http://www.speleogenesis.info/directory/spotlights/info.php?area=3 > Kuzgun Cave im Aladaglarmassiv
KARACA MAĞARASI
Karaca Cave
Antalya Müzesi Resmi Web Sitesi Karain Mağrası
Çukurpınar Mağarası | HaberAnamur.Net
Türkiye'nin En Uzun Mağarası Araştırıldı
Konya'da 70 metre derinliğinde obruk oluştu - Yaşam Haberleri


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