Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle


S t a d t s p e l ä o l o g i e

am Beispiel M ü n c h e n s


LASCAUX-Ausstellung 2019 - im Hintergrund das BMW-Gebäude


Münchner Höhlenforscherstammtisch

Höhlen auf der Wiesn 2003


Zu den ersten Erfahrungen des Menschen mit Höhlen zählte sicherlich in südlichen Zonen unserer Erde, daß man dort Schatten und Kühle finden konnte, im Norden, daß Höhlen Schutz vor den Unbilden des Wetters wie Regen, Schnee und Wind bieten konnten.

Mit dem Fortschreiten der Kulturentwicklung des Menschen verstand er es immer mehr, sich von den ursprünglichen Gegebenheiten der Natur zu lösen und selber günstige Bedingungen für sein Dasein zu schaffen. So entstanden zuerst Mauern, dann Häuser, schließlich Dörfer, heute unsere Städte.

Ist in der modernen Stadt noch etwas von den Ursprüngen in den Höhlen zu merken? Ich bin dieser Frage am Beispiel meines Wohnorts, der Stadt München, nachgegangen und bin auf Erstaunliches gestoßen. Dem kundigen Blick taten sich verblüffende "künstliche Höhlen" auf. Es lassen sich richtig einige Phasen erkennen, wo die Höhle/Grotte eine stärkere Bedeutung im Bau und bei der Ausgestaltung von Städten hatte als zu anderen Zeiten. Wir scheinen gerade wieder, wegen unseres Erlebnishungers und dem Drang nach Abwechslung, in einer Blütephase zu leben. Erkennbar ist auch, daß die Phänomene unheimlich schnellebig sind und oft nach kurzer Zeit gleich wieder vollständig verschwunden sind. Ihre Spur aufzuzeichnen war auch Anliegen einer Arbeit, die in der "Tagungsmappe 1996 - Künstliche Höhlen" des Arbeitskreises "Höhle-Religion-Psyche" erschienen ist.

Für alle, die gerne selber ein paar Stellen aufsuchen möchten, ein paar Hinweise:

 

Tropfsteinmotive an verschiedenen Hausfassaden: Kardinal-Faulhaber-Straße 10, Prinzregentenstraße 3, Lenbachplatz 3, Elisenstraße 1a, Thierschstraße 7...

  Thierschstraße
Bernheimer Palais,
Lenbachplatz 3
Justizpalast
Nationalmuseum
       

Ganze Gebäude oder Gebäudeteile:

Residenz mit Grottenhof
Magdalenenklause im Nymphenburger Schloßpark



Kirchen (ein von mir nur wenig untersuchtes Gebiet):

- Deckengemälde in der St. Michaelskirche in Berg am Laim (das Hauptwerk unter allen süddeutschen Rokokokirchen) von J.B. Zimmermann. Sie stellen die 3 Erscheinungen (Appartitio I, II und III) des Erzengels auf dem Monte Gargano dar (die letzte passierte der Überlieferung zufolge am 8. Mai 492). Das Grottenheiligtum wird zentral in die Mitte gerückt. Die Entstehung eines "neuen Monte Gargano" sollte von den Kölner Kurfürsten und Erzbischöfen Josef Clemens und später Clemens August, Konkurrenten um die Macht in Bayern, gefördert werden. Ein Mitglied der Michaelsbruderschaft, Baron Karl de Simeoni, unternahm eine Pilgerfahrt zur Monte Gargano und brachte 1699 eine "reliquiengleiche Michaelsfigur" mit, die erst für die Bruderschaftskapelle bestimmt war und später in den Kircheneubau übertragen wurde.



Literatur: Stalla, Robert, Berg am Laim, Münchner Universitätsschriften - Neue Münchner Beiträge zur Kunstgeschichte Band 1 Weißenhorn 1989 (insbesondere S. 124ff.)


Brunnen:  

http://www.ju-greber.de/MUC-Brunnenlauf08.html

Groteskes am Friedensengel
Finanzgarten
Heinrich-Heine-Brunnen in einer "Grotte"
2016

 

 

 

 

 

 

 

 

  Dianabrunnen am Kufsteiner Platz in Bogenhausen
2016

1908 eingeweiht, stammt von Matthias Gasteiger

http://www.nordostkultur-muenchen.de/architektur/dianabrunnen.htm

http://www.jagd-bayern.de/fileadmin/_BJV/Jagd_In_Bayern/jib_2007
_01/JiB_1_07_Dianabrunnen_Mond.pdf

   
Grottenbrunnen am Neutor
2016

Museen und Gemäldesammlungen

-

- Altamira Hoehle / Seite des Deutschen Museums

- Altamira

 
 
Tonlampe
  das Faltboot Delphin, Typ 3, 13 kg schwer , von Alfred Heurich, dem Erfinder der Faltboots, das bei seiner Befahrung des Höllochs in der Schweiz 1906 verwendet worden war.
  die Gleichstrommaschine, System Gramme, der Firma Siemens aus Schloß Linderhof, das zur Beleuchtung der Venusgrotte gedient hat (ca. 1880)
  Stalaktiten in der Bergwerksabteilung
  X Früher gab es eine Geologieabteilung im Museum. Es enthielt eine prachtvolle gemalte Darstellung eines Hohlraums im Erzberg in der Steiermark. 2014 ist sie nicht mehr zu sehen gewesen. Schade.
Namen des Malers Zeit Titel  
Koch, Joseph Anton 1812 Herorische Landschaft mit Regenbogen
Rottmann, Carl 1836/38 Sikyon mit Korinth. Das verfallene Sikyon mit Höhleneinsiedelei unterhalb des Plateaus  
Schwind, Moritz von um 1846 Ein Spielmann bei einem Einsiedler
Höhlenöffnungen im Burgberg der Akropolis
Zimmermann, August Albert ca. 1850 Felsenlandschaft, Kentauren kämpfen mit Leoparden. Herorische Gebirgslandschaft mit großem Höhleneingang
Namen des Malers Zeit Titel  
Moritz von Schwind ca. 1850 Nixen, einen Hirsch tränkend  
Moritz von Schwind ca. 1850 Drei Einsiedler  
Moritz von Schwind ca. 1850 Ein Einsiedler führt Rosse zur Tränke  
Moritz von Schwind ca. 1850 Einsiedler, Rosse tränkend  
Moritz von Schwind um 1854 Legende vom Teufel und dem Bischof (bezieht sich auf die Wolfgangslegende und die Höhle am Wolfgangssee)
Moritz von Schwind um 1855/60 König Krokus un die Waldnymphe  
Moritz von Schwind 1850 Wieland der Schmied  
Anselm Feuerbach   Pietà  
Anselm Feuerbach 1864 Musizierende Kinder, von Waldnymphe belauscht  
Carl Ross 1856 Grotte der Nymphe Egeria
Arnold Böcklin 1870 Drache in der Felsenschlucht  
Arnold Böcklin 1865 Villa am Meer II  
    Text der Calypsogeschichte aus der Odyssee an der Galeriewand

Fundstück aus der Klausenhöhle bei Neuessing

Mammut auf Elfenbeinplatte

 

 

Kalkplatte mit roten Punkten

 

Lochstab

Kalkplatte mit Ritzungen von Frauenkörpern aus dem Hohlenstein/Ries
   

Die Rote von Mauern aus den Weinberghöhlen bei Mauern

 
Stalagmit aus der Zoolithenhöhle in der Fränkischen Schweiz Stalagmit aus der Breitenwinnerhöhle
- beide Stücke wurden im September 2013 gezeigt


Es wird Steingeld von der Insel Yap im Pazifik gezeigt, mit der Zusatzbemerkung "Aragonit, vor 1920". Diese Steinscheiben sind bearbeitete Stücke von ehemaligen Stalagmiten, die man in den Höhlen der Insel abbaute und "monetarisierte". So eine Scheibe konnte schon der Brautpreis für eine Frau sein, die man dafür von den Eltern kaufte.

< Im Tigerfreigelände

Bei den Steinböcken >
 

     
Bei den Gorillas
     
In der Eisbärenanlage
     
Höhepunkt:

die Fledermausgrotte!

     
Rustikale Zugänge
     
 
     
 

Korallenhöhle 2019

 


 

Geschäfte in München

Es gibt eine Reihe von Geschäften in München, die haben schon den Versuch unternommen, Kunden mit Hilfe des Einsatzes von Höhlenmotiven anzulocken. Keines davon existiert heute mehr. Ein Blick zurück in die Vergangenheit:

Ein Jeansladen im Pasinger Bahnhof - über und unter
dem "STONEWARE" waren Tropfsteinmotive

- gibt es längst nicht mehr

 

Ein Fahrradgeschäft in der Schellingstraße
Das Weingeschäft "Die Weinhöhle" in der Auenstraße
Foto Harald Reiner / Mai 2001

Restaurants in München

Grotta Azzura in der Lindwurmstraße
2004 aufgenommen
La Piedi Grotta in Gauting
"Bei Takis" in der Nähe der
Paulskirche
Camyi in der Rosenheimer Straße (Motorrama)
 

Ein verfolgenswerter Zweig der Stadtspeläologie ist die zeitliche Aufzeichnung der Erscheinungsform der "Höhle" im Stadtbild. Immer wieder taucht sie für mehr oder weniger lange Zeit auf und verschwindet dann gleich auch wieder. Natürlich lassen auch die oben schon geführten Beispiele auch historisch ordnen.

Ein Beispiel

Höhlen im Schaufenster des Hauses des
Bayerischen Einzelhandels in der Brienner Straße
Hölzerne Krippe im Schaufenster eines Antiquitätenladens
hinter dem Bayerischen Hof, 2016
Krippe im Schaufenster eines Geschäfts in der 
Brienner Straße 2017

Plakate lenken im Stadtgebiet für kurze Zeit die Aufmerksamkeit auf die "Höhle". Beispiele:

   
   
  2009 in der S-Bahnauffahrt Hauptbahnhof
Im Juni 2014 waren auf einmal überall im Stadtbild Bilder
 von Höhlenforschern zu sehen: anläßlich des Höhlenunfalls
 im Riesending im Untersberg

17. Juni. 2014

   
 

 


 

 


Sehr viele Beispiele kann man in München zum Thema "Mariengrotten" finden. Das könnte einen tagelang beschäftigen.

 
 

Ganz im Trend liegt, sich "Klettergrotten" zu bauen. So wurde 1999 in München das größte Kletterzentrum überhaupt in Thalkirchen eröffnet. Darin enthalten ist natürlich auch eine BOULDERGROTTE. Auch anderswo passiert so etwas, wie z.B. unter http://www.bronxrock.de/ zu sehen.


Auf einmal gibt es mehrere Salzgrotten in München. Im Ambiente einer künstlichen Höhle, die einen Hohlraum im Salzgestein darstellen soll, wird Gesundheitsförderndes angeboten:

Münchener Salzgrotte :: München :: Theresienstrasse 91

SalzAmbiente - die Salzgrotte in München


Wenn man schon einmal beim Kommerz ist: Wir haben hier in München eine wichtigsten Quellen für Höhlenforschermaterial, die Speleothek in der Widenmayerstraße. Fritzi und Jörg betreiben ihr Geschäft nun schon seit vielen Jahren und alle, die einmal dort gewesen sind, wissen um den sehr speziellen Charme, den ihr Geschäft hat. Es lohnt sich auf jeden Fall, dort einmal vorbeizuschauen. 


Es aber auch natürliche Höhlen im Stadtgebiet Münchens!

Momentan noch ziemlich unerreichbar für uns sind die großen Hohlräume in den Kalkschichten 2000 Meter unter uns. Nur über Bohrlöcher sind sie bislang zugänglich und passende Kameras haben sogar schon Bilder davon geliefert!

Einige kleinere Höhlenobjekte gibt es im Steilhang der Isar zwischen Harlaching und Grünwald. Sie werden von Menschen sogar bewohnt, insbesondere wenn sie aus dem Erfolgskarussell unserer Gesellschaft hinausgeflogen sind und sie dann eine einfache und auch für sie "bezahlbare" Unterkunft suchen (müssen).

Neueste Meldung hierzu aus der Süddeutschen Zeitung vom 12. April 2010: "In der Höhle erfroren - Geologe findet am Isarhang die Leiche eines Obdachlosen". Tage zuvor hatte ein Geologe bei einem Kontrollgang entlang des Steilhangs "auf Höhe der Füllstraße, etwa 300 m südlich des Tierparks Hellabrunn, eine schwer zugängliche, etwa vier mal drei Meter große und nur eineinhalb Meter hohe Höhle entdeckt. Sie war nicht leer, sondern enthielt die verweste Leiche eines 46-jährigen Münchners, der früher in der Baubranche gearbeitet habe. Vermutlich ist er an Unterkühlung gestorben. Eine Zeitung vom 4. Dezember lag bei ihm. Das war nicht der erste Fall....


Ein eigenes wichtiges Kapitel ist die Geschichte der höhlenkundlichen Vereinigungen in München.

Schon um 1882 regte der sog. "Wendelsteinvater" Prof. Kleiber bei Bildung eines "Salamanderclubs" in München an, der sich die wissenschaftliche Erforschung und die Erschließung der Wendelsteinhöhle zur Aufgabe machte.

Im Dezember 1914 wurde von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München eine akademische "Kommission für Höhlenforschung in Bayern" eingesetzt. Univ.-Prof. Dr. Ferdinand Birkner berichtete zweiundzwanzigmal bis 1937 von deren Tätigkeit, die nahezu ausschließlich in Erforschung der Vorgeschichte in Nordbayern bestand.

1920 entstand in München die "Gesellschaft für Höhlenkunde in München" mit einer Geschäftsstelle in der Luisenstraße 3, angespornt durch die großartigen Erfolge der Höhlenforscher in Salzburg. Für kurze Zeit war man sehr aktiv in den Alpen, aber schon am 13. Februar 1921 fand die letzte gemeinsame Ausfahrt statt, eine Vermessungstour in die Wendelsteinhöhle. Danach ist nichts mehr Aktivitäten bekannt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bildete sich zuerst einmal eine "Außenstelle Bayern" des Landesvereins für Höhlenkunde in Salzburg. Die Gründung eines eigenständigen Höhlenvereins in München vollzog sich am 18. Juni 1954 im Institut für allgemeine und angewandte Geologie und Mineralogie in der Luisenstraße 37 mit 15 anwesenden Personen.

Über die weitere Entwicklung gibt es ausführliche Schilderungen, so daß die ausführtliche Darstellung hier unterbleiben kann.

Frühere "Vereinsheime"
des VHM in München

Eines der größten Probleme war und ist, einen Versammlungsraum für den Verein und ein Lager für die "Schätze", die sich inzwischen gehäuft haben, zu finden. Lange Jahre hindurch hatten wir einen idealen Versammlungsraum in den Räumen des Geologischen Instituts der Universität in der Luisenstraße. Eines Tages gab es Probleme mit dem Hausmeister und kurze Zeit darauf waren die Türen dort für uns verschlossen. Ein Mitglied des Vereins, Prof. Schlegel vom Zoologischen Institut, damals in der Luisenstraße, bot uns für Jahre die Möglichkeit, uns dort zu treffen. Dann wurde dieses Gebäude dem "Fortschritt" geopfert, heute steht da ein Hotel- und Luxuswohnkomplex, und vorbei war es mit den passenden Begegnungsmöglichkeiten. Seither wird improvisiert und im Stadtgebiet hin- und hergezogen. Alle Versuche über die Stadt München an eine geeignete Räumlichkeit zu kommen, wurden abgeschmettert. Jahrelang unterstützte uns die Firma Siemens, momentan ist es BMW, die uns unterstützen. Ein Versuch, über die Höhlenrettung an nutzbare Räume beim Bayerischen Roten Kreuz zu kommen, ist kläglich gescheitert.

Höhlenforscher in anderen Städten geht es da besser. Die Stadt Nürnberg etwa fördert die FHKF (Forschungsgruppe Höhle und Karst Franken) massiv, in dem sie ihnen ausgezeichnete Räume im Schloß Almoshof in der Nähe des Flughafens langfristig zur Verfügung gestellt hat. In Salzburg werden dem dortigen Verein Räume im Schloß Hellbrunn zur  Nutzung überlassen. Als Münchner kann man nur mit Neid nordwärts und ostwärts schauen.

Bei einer so großen Stadt wie München ist es kein Wunder, daß sich neben dem örtlichen "Platzhirschen", dem VHM, auch weitere höhlenkundliche Gruppen zusammenfinden. Seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts gab/gibt? es die "VERTIKALISTEN", eine Gruppe, die sich vor allem zu den Höhlenschächten hingezogen fühlten.  In der Liste der "Vereine und Gruppen" des Verbandes der deutschen Höhlen- und Karstforscher erscheint z.B. 2012 ein "Karst- und Höhlenforscher München e.V." Hören tue ich von denen nie etwas.
Vereinsvortragsabend Januar 2013 im BMW-Heim


Ein kurzer Blick in die Geschichte:

Ganz aktuell ist die Gründung eines neuen Höhlenvereins in München. Eine Gruppe wohl vom VHM enttäuschter Ex-Mitglieder haben sich jüngst (Nov 2012) neu formiert und gehen eigene Wege. Wir alle werden sehen, wohin das führt. Aufspaltungen sind ganz normal und kein Weltuntergang.

Bei der Verbandstagung in Waischenfeld 2014 beantragte der "Zweite Münchner Höhlenverein" seine Aufnahme, und die wurde, trotz Widerspruchs durch den "ersten", positiv entschieden. Sorry, ich suche irgendwo nach Aktivitätsspuren von ihm. Ich kann keine irgendwo feststellen.... Was nicht unbedingt etwas heißen muß. Sind die irgendwie zu erreichen? Sind die eine Art Geheimbund. Da gibt es schon einige Beispiele dafür in der Geschichte. Werden die verfolgt oder sind sie zu elitär?

Das hat sich inzwischen geklärt. Diese Gruppe tritt nun als "Höhlenforschung Südbayern" auf, von vielen auch als die "Tagfernen" bezeichnet. Im Internet sind sie unter https://tagfern.de/ erreichbar. Erst keimte bei so manchem große Hoffnung, daß so die momentane Malaise der Münchner Höhlenforschung überwunden werden könnte, aber was höre ich: Massenaustritte wegen Manipulationen der Vereinsleitung! Es kriselt auch da schon.

Der VHM machte Anstalten, sich zu konsolidieren. Man trifft sich jetzt an jedem vierten Mittwoch im Monat ab 19.30 Uhr im Gemeindezentrum der evangelischen Jesus-Christus-Kirche, Hartstraße 6-8, Germering.


2019 Die Bemühungen, eine Fusion der Vereine auf die Gleise zu steillen, haben zu einem Ergebnis geführt. Das Motto: "Zwei Vereine - ein Ziel". Am 30. April 2019 wurde der Beschluß gefaßt, beide Vereine zu verschmelzen.

Als Vorsitzender wurde Peter Forster gewählt. Ihm ist nur Glück und viel Kraft zu wünschen bei seiner Aufgabe. Wichtig sind auch die anderen Mitglieder der Vereinsleitung, die ihn unterstützen werden. Der Horizont hellt sich auf!

30. April 2019 im MINOA - der starke Neuanfang


Aufzeichnungswert ist auch, was es alles an Ausstellungen, die sich um die "Höhle" drehen, einmal gegeben hat.

Ein erster Schritt dazu:

1971 "Aus Bayerns Höhlen"
 
Pavillon am Karolinenplatz

 

 

Im Bild: Nachbildung der Ofnethöhle mit der berühmten Schädelsetzung und Funden aus der Jungernhöhle bei Tiefenellern

  "Zwischen Himmel und Höhle" Rathaus
2005 "Kennst du das Land wo die Zitronen blühen" Neue Pinakothek Ausstellung vom 04.05. bis 31.07.2005 http://www.stadtteile-muenchen.de/kultur-muenchen/italienbilder-in-der-neuen-pinakothek_100132_101625.html

Juni 2009 ik spek Menkenspak Kunstpavillion im Alten Botanischen Garten
 
Kunstprojekt von Eva Löbau

Der Höhlenbezug kommt durch die Ausmalung der Wände herein. Jörg Besser bekam den Auftrag, 4 Gemälde mit 13 m Länge und 8 m Breite mit Höhlenmotiven (sollen sich auf Lascaux beziehen) zu erstellen und dort anzubringen.

Quelle: "400 Quadratmeter Höhle: Jörg Besser malt den Kunstpavillon aus", Süddeutsche Zeitung Nr. 134, Seite 53, 15. Juni 2009

Inhalt des Stücks soll die Bewerbung eines arbeitslosen HARTZ IV-Empfängers beim Museum "Mensch und Natur" gewesen sein. Der Inhalt der ausgeschriebenen Stelle: das Spielen eines Neandertalers!

 

2012 Fujimori-Ausstellung Villa Stuck
Architekturmodell mit Höhleneingang
2013 "Geschichte trifft Erdgeschichte – das sensationelle Aragonit-Vorkommen im Burggraben der Ruine Wolfstein" Museum Reich der Kristalle in München, Museumsareal  
bis 2014 "Bilder im Dunkeln - Höhlenkunst der Eiszeit" Archäologischen Staatssammlung München, Lerchenfeldstraße 2
2016 Advent Schaufenster während der Adventszeit / "Lauras Lounge", ein Unterhaltungsschneehöhle in einem Schaufenser Kaufhof am Marienplatz
2018 Mineralienmesse Ausstellungsgelände "Mineralienkluft"
2019 Lascaux III Olympiagelände Die Wanderausstellung der Reproduktion der berühmten Bilderhöhle aus der Dordogne, tourt nun, nach Stationen in Südkorea, den USA und Südafrika zum ersten Male in Deutschland (17.4-8.9.2019)

 Ein immer wiederkehrendes Thema sind die plötzlich auftauchenden "Löcher" in der Oberfläche Münchens. Richtig berühmt wurde das "Truderinger Loch", wo 1994 auf einmal ein 10 m tiefes Loch einen Bus teilweise verschlang und drei Menschen starben. 2009 klaffte im Westpark plötzlich ein Loch auf einem Kinderspielplatz, das unter der Erde die Ausmaße von 3 auf 4 m hatte usw.. Neuester Fall ist ein Krater in der Balanstraße, bis zu 7 m tief nach einem Wasserrohrbruch am 16. April 2015. Im Februar 2019 klafft auf einmal ein "rätselhaftes Loch im Lehel". Eine gute Übersicht über die verschiedenen Ereignisse gibt: Bernstein, Martin, Rätselhaftes Loch im Lehel, Süddeutsche Zeitung Nr. 38, 14. Februar 2019, München-Fürstenfeldbruck-Bayern, S. 1


 

Literatur zur Stadtspeläologie:

Abel, Gustave Frühe Faltbootfahrten in Höhlen, in: Die Höhle 2-1969, S. 61
Anlauf, Thomas Im Gedärm der Stadt - Münchens Abwasserkanäle sind besonders, sie nutzen den Regen und die Schwerkraft, Süddeutsche Zeitung Nr. 70, 24./25. März 2018, MÜNCHEN, R5
beka In der Höhle erfroren, Süddeutsche Zeitung Nr. 83 / Seite 49,12. April 2010
Bernstein, Martin Rätselhaftes Loch im Lehel, Süddeutsche Zeitung Nr. 38, 14. Februar 2019, München-Fürstenfeldbruck-Bayern, S. 1
Bernstein, Martin Reise in eine fremde Welt (Die Ausstellung "Lascaux" in der Kleinen Olympiahalle, Süddeutsche Zeitung Nr. 92, 18./19. April 2019, R4 München
Fuchs, Florian Bodenlos - Das sechs Meter tiefe Loch in einem Haidhauser Gehweg, das plötzlich unter einem Spaziergänger aufbrach, stellt Fachleute vor ein Rätsel. Ob an anderer Stelle ähnliche Gefahren drohen, ist noch unklar, Süddeutsche Zeitung R1, Nr. 16, 21.01.2014
Goedl, Monika, hrsg. von Museen in München - Ein Führer durch 44 öffentliche Museen, Galerien und Sammlungen, Im Auftrag des Kulturreferats der Landeshauptstadt München, 2. aktualisierte Auflage, 1984
Harms, Wiebke, Rahmsdorf, Inga Der Krater von Ramersdorf, Süddeutsche Zeitung, 17. April 2015, Nr. 88, R1
Lindenmayr, Franz Die "Münchner Höhlenvorgeschichte", unveröffentlichtes Manuskript, Gröbenzell 2000
Lindenmayr, Franz Höhlenstadt München, in: Arbeitskreis Höhle, Religion, Psyche, Gabi und Peter Hofmann (Hrsg.), Tagungsmappe 1996, München 1996
Lindenmayr, Franz Stadtspeläologie am Beispiel Münchens, in: DER SCHLAZ 57, S. 14ff.
Rott, Herbert W. Sammlung Schack, Katalog der ausgestellten Gemälde, herausgegeben  von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, München 2009
Tholl, Egbert Fleisch am Knochen - Die Barishe Geisha trifft den Neandertaler, Süddeutsche Zeitung 23. Juni 2009, Seite 41
Triller, Dolfi Müncher Höhlengeschichte - Drei Jahrzehnte Verein für Höhlenkunde in München e.V., München 1982
Wimmer, Susi Abgrund unterm Gehsteig - 62-jähriger Mann verletzt sich leicht, als in der Inneren Wiener Straße eine Bodenplatte einbricht. Der 15 m tiefe Schacht ist wahrscheinlich ein vergessenes Relikt der alten Brauerei, Süddeutsche Zeitung R3 Nr. 15, 20. Januar 2014
ZIR Höhlenmalereien im Olympiapark, Süddeutsche Zeitung Nr. 44, 21.02.2019, R 18

Links:

Verein für Höhlenkunde in München

muenchen.de - Offizielles Stadtportal für München

Höhlensystem unter der LMU entdeckt! - Konvent der Fachschaften - LMU München

Stadtspeläologie


Höhle-Religion-Psyche


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