Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Höhle-Religion-Psyche 2004


Der Veranstaltungsort: das Burghotel in Aschau


Anthropospeläologische Führung durch den Chiemgau - einer meiner Beiträge zu HÖREPSY 2004


Ich gebe es zu. Ich war gegen HÖREPSY 2004 in Aschau. Für mein Dafürhalten ist das eine eigene "Welt", die besser für sich blüht als am Rande einer speläologischen Großveranstaltung..

Das Baby, das ich vor nun schon vielen Jahren mit in die Welt gesetzt habe, scheint allmählich eigene Wege zu gehen. Es ist so wie im richtigen Leben, wenn sich unsere Kinder von den Eltern eines Tages abnabeln. Das kann ja gelegentlich auch mit unseren sozialen Kreationen passieren, wenn sie solange am Leben bleiben!

Mit zwei Aktionen habe ich mich an der Verstaltung beteiligt.

Ich hielt einen Vortrag zum Thema, wie denn die "Höhlenforscher" zu den "Höhlen" gekommen sind. Damit präsentierte ich die ersten Ergebnisse eines umfangreichen Forschungsvorhabens über Anfangssituationen und die Motivation der Menschen, die sich intensiv der "Höhlenforschung" widmen. Gibt es da Gemeinsamkeiten? Typische Verläufe? Oder sind das alles Singularitäten? Die Zeit verflog und nach einigen zuhörenswerten Beiträgen aus der gut besuchten Besucherschar war meine Zeit schon wieder vorüber. Die schriftliche Ausarbeitung des Vortrags ist noch in Arbeit.

Mein zweiter Beitrag bestand aus der Organisation und Durchführung der Anthropospeläologischen Exkursion.

Ansonsten kümmerte sich hauptsächlich Peter Hofmann um den Ablauf des Treffens, massiv aufgemacht und mit geringer Resonanz, das dann mit einer Schlußrunde unter dem Motto "Quo vadis?" endete. Ich war nicht dabei, denn ich hatte mit dem Abbau der Höhlenkunstausstellung im Rathaus genug zu tun. Anscheinend kam als Ergebnis dieses Treffens heraus, daß nichts mehr in der altbewährten Richtung weiterging. Peter Hofmann verfolgte ab da noch stärker eigene Wege > Netzwerk Mensch und Höhle.


Text vor der Tagung:

Am Ende unseres sehr erfolgreichen Treffens in Peggau in der Mittelsteiermark hatten wir eine lange Diskussion. Wie sollte es weitergehen? Da gab es eine Fraktion, die wollte das nächste Treffen zusammen mit der 50. Jahrfeier des Vereins für Höhlenkunde in München und der Jahrestagung des Verbandes der deutschen Höhlen- und Karstforscher veranstalten, und da gab es andere Stimmen, die wollten das nicht. Abgestimmt wurde, weiterdiskutiert und am Ende kam was heraus, mit dem wir leben können werden. 

Auf der Tagung in Aschau im Chiemgau im Mai 2004 wird HÖREPSY auch dabei sein. Es wird ein paar Vorträge geben, ich mache ein kleine Führung zu einigen anthropospeläologisch bemerkenswerten Punkten im Chiemgau, Peter organisiert eine Exkursion durchs Inntal , eine Ausstellung zum Thema "KUNST UND HÖHLE" wird von mir organisiert.

Und es wird noch ein "Nachspiel" geben. Am ersten Samstag im September um 13.00 soll der Höhlengottesdienst in der Entrischen Kirche im Gasteiner Tal (Österreich) besucht werden. Mehr ist dazu noch nicht bekannt.

Die Idee von HÖREPSY ist offenbar sehr lebendig, und ich bin sehr gespannt, wie es weitergehen wird. Da geht es weiter, nur wie? Das weiß man ja in den Höhlen oft auch nicht. Hinter dem einen hoffnungsvollen Eck kommt eine glatte Wand, hinter dem anderen mickrigen Loch eine Riesenfortsetzung.......

Ich würde es sehr begrüßen, wenn mal wieder jemand anders als Peter Hofmann das nächste HÖREPSY organisieren würde. Wir haben das wunderbare Organisationsprinzip in den Anfangsjahren immer gepflegt (wie bei den HÖPHOS), daß Jahr für Jahr oder alle 2 Jahre ein anderer sich bereit erklärt hat, die Oberleitung zu übernehmen. Es hat sehr viel für sich. Viele werden beteiligt, aktiviert, können ihre Fähigkeiten zum Vorschein bringen.

Dann kam Peter und hat die Organisation mehr und mehr übernommen. Es ist wie überall auch sonst auf dieser Welt. Das Wechselspiel zwischen Abbau/Stillstand/Hoffnung > Zukunft. Frischer Wind in alten Windröhren? Alter Wein in neuen Schläuchen? Oder gar: Neuer Wein in alten Schläuchen?
Nicht mehr "bottom up" - sondern, fast schon typisch deutsch "top down". Schade finde ich das. Aber schauen wir mal wie es weitergeht, wenn es weitergeht.


Links:

http://www.lochstein.de/hrp/hrp.htm


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