Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle
Das Windloch im Damberg
Oberösterreich
Im "Oberkreideflysch" gibt es nicht viele Höhlen. Südlich von Steyr am Nordrand der Alpen gibt es eine. Sie ist immer schon den Menschen bekannt gewesen, liegt der Eingang doch gleich neben dem viel benutzten Kammweg über den Berg. 1837 hat bereits F.X. Fritz in seiner Geschichte von Steyr davon berichtet, unter anderem von einem "gewaltigen Sausen, gleich dem eines Windes" berichtet. Wo das wohl herkommt? "Unterirdische Gewässer" wurde als Ursache angenommen, bloß wo sollten die bei dieser Lage herkommen? Unter bestimmten Wetterbedingungen entsteigt dem Eingang sogar eine sichtbare Nebelfahne.
In 667 m Seehöhe liegt der Schachteingang, den man nach ca. 300 m Höhenmetern Aufstieg in etwa 1 Stunde vom Tal aus erreichen kann. Eine große Tafel informiert über die wichtigsten Abmessungsdaten: Länge 96 m, 37.6 m Gesamthöhenunterschied. Sie stammen von der 1973er Vermessung der Höhle durch Tortschanoff und Thaler, die auch einen professionellen Plan erstellt haben und einen erschöpfenden Überblicksartikel in der HÖHLE veröffentlicht haben.
Wer nicht bis in den letzten Winkel des Loches kriechen will, der braucht eigentlich gar kein Licht, um ziemlich weit hineinzukommen. Über Felsblöcke gilt es vorsichtig abzusteigen, nachdem das 4 m breite und 6 m hohe Eingangsportal passiert ist. In den innersten Teil kommt nur, wer sich zwischen Blöcken in die weiteren Kammern und Schlüfe zwängt, aber am Ende doch nicht mehr weiterkommt.
Anthropospeläologisch bemerkenswert sind drei Dinge: 1) die Ritzungen an den Wänden. Sie wurde von Andreas und Heiner Thaler und Karl Mais erstmals 1974 "offiziell" registriert. Ideogramme, Symbole, Wappen und Jahreszahlen (1568, 1621) sind an einigen Stellen noch zu sehen. 2) Die Höhle spielt eine Rolle in mehreren Sagen: Aus der Styraburg und aus dem Kloster Gasten auf der anderen Ennsseite sollen Geheimgänge bis in die Höhle reichen. 3) 1938 beginn dort jemand Selbstmord im innersten Teil der Höhle. Die Leiche konnte zuerst nicht geborgen werden und verblieb dort nach einer Sprengung des Zugangs. Nach dem 2. Weltkrieg drangen Jugendliche doch wieder dorthin vor, was am Ende dazu führte, daß der Leichnam dann doch herausgeholt wurde.
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Beim Aufstieg | |
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Literatur:
Hartmann, Helga und Wilhelm, redigiert von, hrsg. vom Landesverein
für Höhlenkunde in Wien und Niederösterreich (1985): Die Höhlen
Niederösterreichs Band 3, Wien 1985
Thaler, Heiner ( ): Das Windloch im Damberg bei Steyr (Oberösterreich), Die Höhle 29(1), 1978 https://www.zobodat.at/pdf/Hoehle_029_0010-0014.pdf
Links:
https://www.zobodat.at/pdf/Hoehle_029_0010-0014.pdf
https://www.komoot.com/de-de/highlight/5690995
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