Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Höhlen bei Siegritzberg

 Fränkische Schweiz


Siegritzberg liegt auf der Hochebene zwischen Wiesenttal im Osten und dem Aufseßtal im Südwesten der Fränkischen Schweiz. Von Waischenfeld aus sind es 5,5 km, dem es 1977 bei der Gebietsreform zugeordnet wurde.

Nördlich davon verläuft der Steingraben zwischen Breitenlesau und Draisendorf an der Aufseß. Von Siegritzberg her führt ein Fahrweg hinunter. 

Um zu den Krämerslöchern zu kommen, muß man an der T-Kreuzung nach rechts abbiegen und geht dann auf einem Schotterweg allmählich aufwärts. Der Abzweiger zu den Höhlen ist nicht zu verfehlen, da der Eingang gut sichtbar in einer herausragenden Felsgruppe liegt und ein Holzschild am Weg darauf hinweist. Entsprechend ist auch der Weg hinauf schon ziemlich ausgetreten.

Die Haupthöhle ist einfach begehbar, wenn man auch, um ganz hinein zu kommen, am Ende schon ein Lichtlein mitbringen muß. Ein kurzer horizontaler Tunnel führt nach rechts, bald zum Niederknien zwingend, bis zum engen Endschlauch. Gleich beim Eingang wurde einmal ein Feuer in der Höhle gemacht, dessen Reste deutlich am Boden, aber noch massiver an der Decke zu sehen ist. An menschlichen Spuren fallen besonders die kleinen Wandzeichnungen auf, zumindest waren sie im Juli 2021 dort, die wohl von Kindern gefertigt wurden.

Ein Pfad führt an der Wang entlang weiter nach oben, wohl zu einem weiteren Höhlenobjekt, weshalb es ja "Löcher" heißt. Ich habe nicht danach geschaut.

Von diesem "Krämersloch" gibt es eine Sage. Ein Jude, "der die Bevölkerung arg ausbeutete" hatte wieder einmal Schlimmes bewirkt und war von einer Witwe verflucht worden. Er floh, mit dem Geldsack am Rücken, ins Krämersloch, aber der Teufel habe ihn trotzdem gefunden. Er drehte dem Juden "die Gurgel herum und ließ, als er die Höhle verlassen wollte, einen Teil derselben einstürzen. Seither sitzt der Jude im Felsen auf seinem Geldsack und hat das Gesicht auf dem Rücken." (Büttner S.23) Seltsam, bei der Höhle sieht man überhaupt nichts, was auf den Einsturz einer Höhle hinweisen würde. Wurde da die nahe Majorshöhle mit den Krämerslöchern verwechselt?

Außerhalb der Höhle ist ein Geocache.

Im "Umweltatlas Bayern" ist die Höhle aufgeführt. Eine Karte ist dabei, Koordinaten, eine knappe Beschreibung, sogar ein Eingangsphoto. Im Fränkischen Höhlenkataster ist sie mit C 188 Majorshöhle aufgeführt, gleich daneben soll die C 189 Höhlenruine am Siegritzberg sein. Trotzdem...

Ich habe im Juli 2021 intensiv versucht, diese Höhle zu finden, aber es gelang mir nicht. Oder doch? Auf MAPS.ME ist sie ja auch eingezeichnet und mittels GPS wird man ziemlich gut dorthin geführt. Ich ging zur eingezeichneten Stelle und da war nichts, jedenfalls kamen mir die Minilöcher in der Wand als unwürdig vor, "Höhle" genannt zu werden. Ich dehnte den Suchkreis immer weiter aus, aber nichts kam vor meine Augen, was erwähnt zu werden verdient. Der Name "Major" deutet ja ein wenig auf den "Major Neischl" hin, der sich nach 1900 intensiv mit der Vermessung der Höhlen in der Fränkischen Schweiz beschäftigt hatte. Es gibt allerdings keinerlei Aufzeichnungen darüber.

Die Recherche läuft weiter....


 

Literatur:

Büttner, Heinz (1988): Der Jude im Krämersloch, in: Sagen, Legenden und Geschichten aus der Fränkischen Schweiz, Die Fränkische Schweiz - Landschaft und Kultur, Schriftenreihe I des Fr. -Schw.-Vereins, Bd. 5, Palm&Enke, Erlangen, S. 23-24

Links:

https://www.waischenfeld.de/docs/22xSeite155-5529.htm

https://www.komoot.de/highlight/259103

https://www.geocaching.com/geocache/GC5JP8E_kramerslocher?guid=4bd88df6-7fad-455c-9b4f-d95def10ae95

Speläologisches im Aufsesstal


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