Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Im Schauertal


Binghöhle


Als 1829 Heller sein Buch "Muggendorf uns seine Umgebungen" veröffentlichte, da ihm "Streitberg" über drei Seiten wert, er wußte von 3 empfehlenswerten Gasthäusern zu berichten und 2 Mühlen. Von der Natur in der Umgebung erfahren wir nur, was er für "sehenswert" erachtete: "der hängende Stein, der Markstein, der Wasserfall, die Muschelquelle". Von der "Binghöhle" wußte er natürlich noch nichts, die wurde erst viel später entdeckt, ein "Schauertal" scheint es auch noch nicht gegeben zu haben, nur der "Wasserfall" deutet darauf hin, daß man ihn auch schon gekannt hat.

Im dem Klassiker der geologischen Literatur, Carl Wilhelm von Gümbels "Geognostische Beschreibung der fränkischen Alb" gibt es immerhin schon 10 Verweise auf den Schauergraben. Er hatte ihn schon erkannt, "als typische Lokalität der Schwammschichten der oberen Transversariusstufe (Impressa-Schichten). " (114) "..die dunkelgrauen bis schwarzen thonigen Mergel der Ornaten-Stufe machen sich bemerkbar durch den Farbcontrast gegen die darauf liegenden weissen Malmschichten. Sie bilden auch im Schauerlochgraben oder Grabenbach oberhalb Streitberg die Unterlage der berühmten Schwammkalke wie am entgegengesetzten Thalgehänge bei N.-Fellerndorf..."  (445).

In der WIKIPEDIA-Beschreibung des Schauertals ist davon gar nichts erwähnt. "Das Schauertal in Steitberg... ist ein Straßenzug, der von der Streitberger Ortsmitte bergauf, umrahmt von Felsen und der Burgruine Streitberg, vorbei an Parkplätzen für Besucher der Binghöhler in Richtung Störnhof verläuft. Im oberen Teil des Schauertals entspringt der Wedenbach mit Wasserfall, Sinterterrassen und (versintertem, A.d.V.) Wasserrad, an dem ein befestigter gut begehbarer Weg (teils mit Treppen) entlangführt. Auch ist der Wedenbach zum Teil in den Geologischen Erlebnispfad eingebunden."

Im Fränkischen Höhlenkataster sind eine Höhle in der Schauertaler Wand und eine Schichtfugenhöhle in der Schauertaler Wand aufgeführt. Ihre Eingänge sind leicht von der Straße aus an der Felsverengung zu auszumachen.

Aus dem heute "Fangohöhle" genannten Höhlenobjekt holten früher einige Unternehmer aus Streitberg den Höhlenlehm, um ihn für sog. "Fangokuren" zu verwenden, die sie ihren Besuchern anboten. Die konnten sich dann in zivilisierter Art und Weise im Schlamm wälzen und an dessen Heilkraft glauben.

     
     
Fangohöhle

Literatur:

Gümbel, C.W. von Geognostische Beschreibung der fränkischen Alb, Kassel 
Heller, Josef Muggendorf und seine Umgebungen oder die Fränkische Schweiz, Nachdruck der 1. Auflage aus dem Jahre 1829, Palm & Enke, Erlangen 1979
Leha, Ferdinand Tätigkeitsbericht 2010 der FHKF, Der Fränkische Höhlenspiegel 58-2011, S. 62f.
Preu, Dieter Karstwassermarkierung im Schauertal - Höhle C 13 bei Streitberg, Der Fränkische Höhlenspiegel 60-2015, S. 26f.
Weingärtner, Thomas Forschungsprojekt im Schauertal gestartet, Der Fränkische Höhlenspiegel 56-2009, S. 34

Links:

http://www.schauertaler.de/pics.htm

https://www.wiesenttal.de/de/poi/detail/57179018975ad756858ad1ac

https://www.komoot.de/smarttour/605475

https://www.frankenjura.com/klettern/poi/2

Streitberg.htm

 


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