Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle
Der Abri im Glasberg
Fränkische Alb
Von der Straße zwischen Riegelstein nach Plech winkelt nach links ein kleines Sträßchen ab, das in Richtung Eibenfelsgebiet führt. Rechts ist heute ein große Photovoltaikanlage, links ein kleiner Wanderparkplatz. Der Weg führt durch einen Tunnel unter der Autobahn hindurch, dann eine wellige Waldlandschaft mit großen Lichtungen, die landwirtschaftlich genutzt werden. Nach etwa 30 Minuten kommt man zu einer hohen Felswand an Rand des Glasberges. Wer genau hinschaut, der sieht auch darin einen kleinen Abri.
Der war das Ziel einer kleinen Forschungsexkursion am 16. Mai 2026, die neben einigen anderen während der 2026er Forschungstage der FHKF stattfanden. Wir waren zu viert, Sina, Jakub, Matej und ich. Schnell war das Objekt, das bislang nur im "Vorkataster" erschien, gefunden und wurde gründlichst untersucht, bis in den letzten Winkel "erforscht" und präzisest mit einem DISTO-X-Gerät vermessen, wozu wir uns etwa 2 Stunden Zeit ließen.
Vermutlich war die ganze Mühe vermutlich ziemlich vergeblich, weil einfach der Abri zu klein ist. Als Gesamtlänge kommen nicht mehr als 3 m heraus, eine Breite von ca. 5 m, von "Tiefe" zu sprechen hieße den Worthinhalt etwas zu vergewaltigen, weil es sich um einen hohen Überhang handelt. Besonders ist, daß am Fuß des Wändchens, das man hinsteigen muß, um auf den Felsbalkon zu kommen, ein schmaler Gang in den Berg geht. Ist man am inneren Ende mit dem Kopf angekommen, schauen am anderen die Füße gerade noch heraus.
Am Rand des Felsbalkons wächst ein Pflänzchen, das wir als "Spring-Schaumkraut", "Cardamine impatiens" mit Hilfe des "Flora incognita"-Programms leicht bestimmt werden konnte. Außerdem wächst nach Asplenium trichomanes dort. Am Boden des Balkons schaut zweimal eine Wurzel heraus. Wo war bloß der Baum dazu? Ganz in der Nähe war keiner da, aber einige Meter oberhalb hält sich eine Buche am Hang fest.
Menschliche Spuren waren keine zu entdecken. Da hätte man schon nachhelfen können. Ein schönes "E=m x c²" zum Beispiel oder ein "1.FCN" oder eine Vulva. Oder z.B. eine leere Zigarttenschachtel zurücklassen als fernen Hinweis auf den modernen Kunstbetrieb. Oder ein Blechschildchen mit dem Vorkatasternamen. Wir unterließen solchen Sinn/Unsinn und räumten lieber das Feld.
Matej hatte fleißig die felsige Umgebung untersucht und tatsächlich einen kleinen Felsdurchgang in Kammhöhe des Glasbergs gefunden. Nach unserer Einschätzung war er aber zu mickrig, um wirklich registriert zu werden. In einiger Entferung hatte er noch ein kleines Felsloch gefunden, daß etwas tiefer in den Berg führt. Das harrt nun weiterer Untersuchung.
![]() |
||
![]() |
||
![]() |
||
![]() |
||
![]() |
||
![]() |
||
![]() |
||
![]() |
||
![]() |
Asplenium | |
![]() |
||
![]() |
Vermessung mit dem DISTO | |
![]() |
||
![]() |
Literatur:
Links:
https://www.bergfex.de/tl/de/eibenfels/touren/wandern/wanderung/
https://www.via-ferrata.de/klettersteige/topo/felsenklettersteig-eibgrat
Landschaft und Höhlen der Hersbrucker Alb
| [ Index ] | [ Englisch version ] | [ Höhlen und Höhlengebiete ] | [ Kunst ] |
| [ HöRePsy ] | [ Höhlenschutz ] | [ VHM ] | [ Veranstaltungen ] | [ Links ] |