Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle
Die Höllhöhle und andere Höhlen in der Umgebung von Giengen, Ostalb
Nordöstlich von Giengen zieht ein kleines Trockental mit malerischen Felsformationen und den Namen "Hölle" in die Hochfläche der Schwäbischen Alb. Ein schmales geteertes Sträßlein führt hinein bis zum Schützenheim, die ganz hinten ihren Schießstand haben.
Wer zur Höllhöhle will muß nicht soweit hinein fahren. Rechterhand ziehen schöne Wiesenhänge hinauf, die im Winter gerne zum Rodeln von den Kindern benützt werden. Deren Spuren sahen wir noch, als wir, Willi Adelung und ich, am 27. Dezember 2003 da mal vorbeischauten. Aufmerksam waren wir auf die Höhle durch einen kleinen Artikel aus der "Höhlenperle", wo sie so beschrieben worden ist: "Eigentlich handelt es sich um eine kleine Grotte mit einer Seitennische, von der ein Schacht zur Erdoberfläche hinaufführt. An einer Stelle befindet sich ein Felspodest, das in unserer Phantasie zum Bett einer Einsiedlerklause mutierte."
Man braucht also auf keine großen Höhlenabenteuer hoffen, wenn man den schmalen Fußpfad hinaufsteigt, der direkt an der Höhle auf die Hochfläche führt. Eine weite Öffnung, die schon von weitem sichtbar ist, ein kleiner, bequem begehbarer Raum, hinten noch das Lichtloch nach oben, das war es dann auch schon. Der Mensch hat aber ganz deutlich sichtbar ein paar Spuren hinterlassen. "SEX", drei Buchstaben, die sich in erstaunlich vielen Höhlen an den Wänden finden, und ein Hakenkreuz. Auch das ist kein Symbol, das nur hier in Höhlen zu sehen wäre. An diesen Stellen werden sie aber nicht lange zu sehen sein. Ein paar Winter noch und alles ist wieder getilgt.
Die paar Tage Winterwetter hatten schon gereicht, daß ein paar Eiszapfen von der Decke hingen und mit der notwendigen Phantasie und Hingabe gab das schon ein paar reizvolle Fotomotive.
Die Höhlenumgebung Der Eingang |
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"SEX" und Hakenkreuz an den Höhlenwänden |
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Höhleneis im Laserlicht |
In der Nähe des Bahnhofs von Giengen entlang des Bahngleises ist
noch ein letzter Rest Natur unbebaut geblieben. Einige Felsen
schauen noch aus der Talflanke, auf der Hochfläche liegen
renaturierte ehemalige Steinbrüche. In einem davon öffnet sich
am Rande ein Felsloch. Geht man gebückterweise hinein, dann
sieht man gleich, daß viele andere auch tun. Die haben viel
zurückgelassen, Scherben vor allem, aber auch ein ganzer Topf
stand da am Boden, als ich mal mit Willi Adelung im November 2006
dort mal die Nase reingestreckt habe. Um alles zu sehen, muß man
wohl Schutzkleidung anziehen, da man sich doch dreckig machen
kann, wenn man auch in den letzten Winkel noch kriechen will.
Östlich von Giengen, knapp über der Grenze nach Bayern liegt in einem ehemaligen Steinbruch bei Burghagel die Steinbruchhöhle. Von ihr ist heute kaum mehr was zu sehen, denn der Eingang ist inzwischen wieder verschüttet.
Literatur:
Arge Rosenstein | Die Höhlenperle, Jahrgang 7 Ausgabe 1, S. 10 |
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