Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Die Tham Pha In, Khammouane, Laos


Die Höhle ist leicht auf der Staatsstraße 12 von Thakek in Richtung Mahaxay zu erreichen. Nachdem man die Tham Xian Liap passiert hat, die rechterhand der Straße liegt, kommt eine Passage zwischen hohen Felsen hindurch. Hier geht es nach links einen Feldweg hinab durch ein Backsteintor. Kurze Zeit darauf kommt eine Wendeschleife mit einer Holzhausruine. Dort läßt man sein Fahrzeug zurück und steigt die gemauerte Steintreppe hinauf zum Eingang der Höhle. Auf der linken Seite sitzt ein grüner Buddha selbstbewußt unter einem Schirm. Gleich daneben öffnen sich in den Felsen tiefe Höhlenlöcher, die hinabführen in ein kleines Flußhöhlensystem und aus denen kalter Luftzug streicht. Die Besucher lassen sich durch so etwas nicht davon ablenken und streben weiter in die Höhe bis zum relativ kleinen Höhleneingang. Dahinter weitet sich der tropfsteingeschmückte Raum, in dem mehrere Leinen mit zahlreichen Stoffwimpeln hängen. Steigt man hinab in den Raum, dann kommt man näher zu einem Wasserbecken, das von außen Licht durch einen weiteren Eingang bezieht. Um diesenn Platz kreist eine wundersame Geschichte: Einst soll sich dort das Konterfei von Indra gespiegelt haben, immerhin eine Hindugottheit. Davon komme der Name "Pha In". Das Wasser gilt als heilig und dürfe nicht berührt werden. Es wird ihm heilkräftige Wirkung nachgesagt.
Gleich beim Eingang in die Höhle zweigt nach links ein Gang in gleicher Höhe ab. Da wird es zuerst einmal recht dunkel, so daß eine Taschenlampe ganz nützlich ist. Man kommt zu einer Sintersäule, die von gelben und lila Bändern umgürtet ist. Dringt man noch weiter vor, dann gelangt man auf eine Art Balkon im oberen Teil der Halle. Ich wähnte mich alleine und erschrak schon ein wenig, als ich merkte, daß da noch ein Mensch da war. Er saß einfach vor dem Buddhaschrein und ist vielleicht blind. Es deutete jedenfalls sofort auf einen kleinen runden Behälter, was ich als Aufforderung deutete, da ein paar Kip hineinzuwerfen. Ich tats und merkte schnell, wie er sie herausholte und untersuchte, was ich da gespendet hatte. Dafür konnte ich mich ungestört umsehen und photographieren. Der Ort hat eine ganz besondere Atmosphäre, die ich nicht durch besinnungsloses Herumblitzen stören wollte. Von dort oben hat man einen prachtvollen Blick in den Höhlenraum und auf die Teichfläche. Was sich dort alles vielleicht schon ereignet hat? Was dort alles gedacht und gefühlt wurde? 

Ein wenig wurde die Schattenseite des Aufenthalts des Menschen in der Höhle auch sichtbar für mich, als ich etwas außerhalb der Hauptwege unterwegs war. Da lag auf einmal ein Haufen aus alten Devotionalien herum, Plastikflaschen, Tüten, Becher - einfach weggeworfen über die Balustrade oberhalb. Das sieht ja keiner mehr dort unten. Finster ist es ja auch noch.

Leider gibt es von dieser Höhle, wie von vielen anderen in der Umgebung, bislang keine Veröffentlichung, wo man sich über die speläologischen Fachdaten informieren könnte. 

   Die Eingangsumgebung

 

Der gemauerte Aufgang

 
     
< Der Glanz in der Höhle - eine Schale zum Auffangen des Tropfwassers

 

 

> Die Schattenseite auch in der Höhle - der Müll

Literatur:

Düker, Jan, et al. Laos, Stefan Loose-Verlag, Berlin, 4. Auflage

Links:

Landschaft und Höhlen bei Thakek, Khammouane-Provinz, Laos


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