Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle


2026 FHKF-Forschungslager Düsselbacher Hütte / Hersbrucker Alb

13.- 16. Mai 2026



Petershöhle 2026

Glaswandabri

Hühnerkopfhöhle

Zinnbergschacht


Es ist inzwischen schon Tradition. Seit vielen Jahren organisieren Mitglieder der FHKF, der Forschungsgruppe Höhle und Karst Franken, jährlich einmal 4tägige "Forschungstage", jedesmal an einem anderen Ort auf der Frankenalb.

Diesmal fanden sie in der Düsselbacher Hütte statt, einem ehemaligen Bahnwärterhäuschen, das nun von der Alpenvereinssektion Schwabach als Selbstversorgerhütte betrieben wird. Es waren besondere Umstände gerade. Wo sonst alle paar Minuten ein Zug vorbeidonnert, herrschte "laute" Stille. Wegen der Bauarbeiten an der Bahnstrecke Nürnberg-Pegnitz-Bayreuth  ist der Betrieb gerade eingestellt und das Lauteste, was man zu hören bekommt, sind oft die paar Vögel, die es noch gibt. Ein guter Moment.

Ab dem späten Mittwochnachmittag am 13. Mai zogen langsam die ersten Gäste ein, wurden in der Küche die allgemeinen Vorräte eingeräumt, das fränkische Bier in Kisten herangeschafft, die Tische zurecht gerückt, das Leben zog langsam hier ein. Die Verpflegung hatte man selber mitzubringen. Als es draußen zu kühl wurde, zog sich das Häuflein Anwesender in die kachelofengeheizte Stube zurück und begann mit dem stundenlangen Gespräch. Bei manchen dauerte es bis nach Mitternacht.

Ab 8 Uhr gab es Frühstück. Frische fränkische Semmeln hatte man herangeschafft, Beilagen en masse, duftender Kaffee und Tee, nichts fehlte. Gegen 10 Uhr begann das Programm. Patrick eröffnete die Veranstaltung, stellte die HÜTTENORDNUNG vor und organisierte an der Flipcharttafel den weiteren Ablauf. Drei Gruppen wurden gebildet und jeder konnte sich zuordnen: "Feldarbeit mit Hardy Schabdach (Petershöhle, unter anderem Suche nach Bärenschliffen", "Grabung im Zinnbergschacht", und "Bearbeiten von Vorkatasterobjekten". Keiner blieb übrig, die Unternehmen konnten losziehen. 
Ich gesellte mich zur Petershöhlengruppe, die sich bei der Jugendherberge in Hartenstein traf. Alles verlief reibungslos und erfolgreich > Petershöhle 2026

Auch bei den anderen Gruppen ging keiner verloren, weshalb alle wohlbehalten sich abends zum Abendessen gegen 19 Uhr auf der Terrasse wiedersahen. Es war ein wenig kühl und windig draußen, aber das Publikum war wetterfest. Es war auch noch da, als Nina Erduman auf der großen Leinwand als Abendprogramm ihre "APP für Höhlen" vorstellte. Wegweisend für die Zukunft. Wir hängen dann endgültig an den kleinen Kästchen, das 2007 von Steve Jobs erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt worden war. Danach ging es weiter in der wohl geheizten Wohnstube der Hütte, bei manchen wieder bis gegen Mitternacht.

Am Freitag, den 15.05, gab es nur noch 2 Gruppen: "Grabung im Zinnbergschacht" und "Bearbeiten von Vorkataster Objekten". Die Zinnberggruppe bekam noch Verstärkung durch 5 Höhlenforscher aus München. Der VHM hatte in dieser Zeit im Hirschbachtal einen Vereinausflug geplant und konnte einen Besuch der Zinnberggrabung mitmachen. Als "Preis" für eine Führung für die spannende Höhle war vereinbart, daß die Gruppe sich aktiv an der Grabung beteiligen würde, was dann auch so gemacht wurde. In der Nacht zuvor war es gelungen, die Transportseilbahn wieder in Gang zu setzen, in dem ein Metallteil ersetzt und angeschweißt worden war. So waren dann am Ende ca. 12 Personen stundenlang damit beschäftigt, fast 200 Kübelladungen von der Grabungsstelle tief im Innern der Höhle bis hinaus ins Freie zu befördern, angesichts des Riesenprojekte nur ein kleiner Tropfen auf den Stein, aber immerhin. Ich hatte mich für die Zinnberggruppe gemeldet, aber als ich angeschlazt am Eingang stand, da war keiner mehr an der Erdoberfläche. Ein flaches Gitter lag über dem Schachteingang. Unten rührte sich überhaupt nichts mehr. Ich drehte lieber um, als alleine mich da ins mir Unbekannte vorzuwagen. Ein Ersatzobjekt kam mir schnell in den Sinn: die Nordeckhöhle bei Stadtsteinach. Sie liegt etwas weiter entfernt oben im Frankenwald, Unterlagen hatte ich zwar keine dabei und auf den öffentlich zugänglichen Informationstafeln fand sich auch nicht der kleinste Hinweis darauf. Trotzdem - mit Intuition und viel Glück stand ich dann doch vor dem ansehnlichen Objekt.
Abends fanden sich wieder alle zusammen, genossen das leckere Essen und schlossen den Tag mit einem "Public Viewing" der Bergauf-Bergab-Sendung über eine Höhlentour in Franken, die zwei Tage später im Fernsehen laufen würde.

Am Samstag gab es: "Feldarbeit mit Nina Erdumann (Marderloch, Biologie)", "Grabung im Zinnbergschacht" und "Bearbeiten von Vorkatasterobjekten". Ich schloß mich einer solchen Gruppe an und hatte großen Spaß dabei. Zwei Miniobjekte standen an: V 1669 und V 1760. Mit Sina, Jakub und Matej ging es in Richtung der Autobahn Nürnberg-Berlin bei Riegelstein. Erst wurde der Abri an der Glaswand nach allen Regeln der Kunst untersucht, aber alle Bemühungen brachten nichts. Es blieb bei 3 m Maximaltiefe und einer Breite von, je nach Weltanschauung 5 m, 8 m oder sonst einem Wert. In der Höhle am Hühnerkopf kamen wir nach einer Kreuz- und Quervermessung auf gesicherte 5 m Länge, immerhin. 

Nach dem gelungenen Abendessen mit einer Riesenportion Käsespätzle stand noch ein Höhepunkt an: die Präsentation der Forschungsergebnisse. Das ist eine gelungene Tradition, soweit schon vorhanden, das, was da schon vorzeigensmöglich war, zusammenfassend einmal zusammenzustellen. Endlich erfuhr man auch ein wenig mehr von dem, was die anderen Gruppen gemacht und geleistet hatten. Besonders überraschend waren die Ergebnisse der biologischen Untersuchungen von Nina. In der Petershöhle stieß sie sogar noch auf zwei "verschlafene" Fledermäuse, die wohl der Sommeranfang übersehen hatten. 33 verschiedene Tierarten zählte sie am Ende im Marderloch, davon 3 verschiedene Zeckenarten. Warum können diese Tierchen nicht vor den Höhleneingängen halt machen?

 Für den Sonntag war vorgesehen: Großreinemachen der Hütte, Befahrung der Bismarkgrotte, der Rosengartenhöhle und eine SRT-Übung im Großmeinfelder Windloch .

Es bleibt nur noch den Organisatoren und Helfern zu danken. Sie haben eine feine Veranstaltung auf die Beine gestellt und alles reibungslos durchgezogen. Ihnen kann man nur viel Durchhaltevermögen zusprechen, damit es so weitergeht.

Das morgendliche "Briefing"
"Feldarbeit mit Hardy Schabdach (Petershöhle, unter anderem Suche nach Bärenschliffen)"
"Abendessen wird es gegen 19 Uhr geben"
Am Ende der Tage - die abendliche Gesamtpräsentation

Literatur:

 

Links:

https://www.fhkf.de/

https://www.alpenvereinaktiv.com/de/selbstversorgerhuette/duesselbacher-huette/7242173/

Landschaft und Höhlen in der Hersbrucker Schweiz


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