Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Landschaft und Höhlen in Baden-Württemberg

In der Umgebung von Ulm / Schertelshöhle


Baden-Württemberg ist mit 35.751 qkm Fläche das drittgrößte Bundesland Deutschlands. 40 Prozent davon sind verkarstet. Dort konzentriert sich der allergrößte Teil der Höhlen. Höhlen können aber auch in anderen Gegenden und anderen Gesteinen auftreten.

14 von den mehr als 3.000 im Kataster erfaßten Höhlen sind Schauhöhlen, d.h. für die Öffentlichkeit erschlossen und das breite Publikum bedienend.

Mit 9.111 m ist das Fuchslabyrinth zur Zeit die längste Höhle Baden-Württembergs.

Zwei Hauptkarstgebiete gibt es: die Schwäbische Alb und die Muschelkalkgebiete.

Die Schwäbische Alb, das klassische Karstgebeit Baden-Württembergs, ist 180 km lang und zieht von Südwest nach Nordost. In den Gesteinen des Oberen Juras (136-195 Mio. Jahre) finden sich alle Merkmale des Karstes: Quellen, Dolinen, Karstwannen, Ponore und natürlich Höhlen. Zur Zeit sind rund 2.700 katastermäßig erfaßt.

Schwäbische Alb

Die Muschelkalkgebiete sind auf verschiedene Zonen verteilt. Das Gestein ist wesentlich älter (195-225 Mio. Jahre) und zieht bandartig vom Nordosten (Taubergrund, Bauland, Hohenloher Ebene) über den Mittelteil bis in den Südwesten (Wutachgebiet, Dinkelberg)

Im Wutachgebiet
Am Dinkelberg
Hohenloher Ebene
Mittleres Enztal
Notburgahöhle, Neckartal
Oberschwaben, Unterirdisches
 in
Oberrheintal, künstliche und
natürliche Höhlen im

Daneben gibt es auch im Braunen Jura im Gebiet um Freiburg, Weißen Jura (Idsteiner Klotz..) und im Gipskeuper einige Höhlen.

Nicht an Verkarstung gebundene Höhlen sind etwa nischenförmige Höhlen hinter Wasserfällen im Keuper, kleinere Höhlen im Buntsandstein und im Granit von Schwarzwald und Odenwald. Höhlen in Kalktuffbildungen zählen ebenfalls nicht zu den Karsthöhlen und kommen immer wieder vor. Abrißklüfte sind auch gesteinsunabhängig und treten dort auf, wo es Talzuschub eines Gesteinspaketes über gleitfähigem Untergrund gibt.

Bruderloch bei Hirsau, Baden-Württemberg
Keuperhöhlen bei Schwäbisch Gmünd, Baden-Württemberg

Die Höhlenforscher, also die Gruppe von Menschen, die sich vertieft mit dem Phänomen der "Höhle" beschäftigen, haben sich auch in Baden-Württemberg vereins- und verbandsmäßig organisiert. Im "Landesverband für Höhlen- und Karstforschung Baden-Württemberg" haben sich 21 Mitgliedsvereinen zusammengeschlossen. Eine Internetseite ermöglicht heute einen leichten Zugang. Erwähnt seien auch die regelmäßigen Treffen SPELÄO-SÜDWEST, wo sich die Interessierten zusammenfinden.

Literatur:

ohne Verfasserangabe Die Schwarzen Führer - Schwaben - Bodensee, Eulen Verlag, Freiburg i.B, ohne Jahresangabe
Rathgeber, Thomas Hohlformen im Gipskarst von Südwestdeutchland - ihre Bedeutung für Höhlenkunde und Quartärpaläontologie, Laichinger Höhlenfreund, 42. Jahrgang, S. 5-20, Laichingen 2007
Schneider, Ernst Über einige südwestdeutsche Höhlennamen und Höhlensagen, Mitteilungen Verband Deutscher Höhlen- und Karstforscher Jg. 21, Nr. 4, S. 87-90, München 1975

Links:

Landesverband für Höhlen- und Karstforschung BaWü

http://www.lgrb.uni-freiburg.de/lgrb/Service/geotourismus_uebersicht/geotourismus/gto_uebersicht

Geoportal BW - Geodatenviewer


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