Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Die Höhlen bei Arcy-sur-Cure, Yonne, F


Am Ufer der Cure, einem sich durch Burgund schlängelnden Fluß, liegen in der Nähe von Arcy-sur-Cure mehrere große Höhlen. Die "Grand grotte" ist für den Tourismus seit langem schon erschlossen. Bekannt war sie schon immer, da sich das weite Portal jedem sofort zeigt, der hier vorbeikommt. Sie ist heute auf eine Länge von 1.252 m bekannt. Besonders bedeutsam ist sie wegen ihrer prähistorischen Wandmalereien, die ein ähnliches Alter haben wie die der berühmten Grotte Chauvet an der Ardèche. Weil sie so leicht zugänglich ist und der Weg durch die Höhle praktisch keine Schwierigkeiten aufweist, wurde sie immer schon begangen und auch geplündert. Für den Bau der "grotte du Trianon" in Paris holte man karrenweise die Tropfsteine aus der Höhle und brachte sie nach Versailles

Viele berühmte Besucher hatte die Höhle schon. Der französische Kronprinz und spätere Louis XIII war da, in der Enzyclopédie, findet man einen ausführlichen Artikel von Diderot selber über die Höhle, der bekannte Architekt Ledoux war genauso da wie Bernard Palissy oder Le Nôtre.

Leroi-Gourhan hat in sein Werk eine ausführliche Beschreibung und Einordnung der prähistorischen Kunst in der "Pferdehöhle" aufgenommen. 1901 war der Eingang von Abbé Parat freigelegt und anschließend publiziert worden, aber der "wahre Durchbruch" gelang erst 1946 drei jungen Höhlenforschern. Die Schöpfer der Felsenkunst haben es sich nicht einfach gemacht - und damit auch den ihnen nachfolgenden "Speläologen". 60 m hat man meist kriechend in einem Gang zurückzulegen, meist ist der Tunnel nur 1 m hoch, ehe man ins "Heiligtum" kommt, das voller prähistorischer Kunst ist.

Ganz in der Nähe gibt es noch mehr bedeutende Höhlen, deren Eingänge man bei einem Spaziergang entlang des Flußufers leicht erreichen kann. Der Réseau des Fées mit seinen 2380 m Länge, die Grotte de Barbe Bleue, die Grottes de l'Hyène und die Grotte du Cheval. Einige sind abgeschlossen mit massiven Türen, andere haben massive Eisengitter im Innern, anderswo hat man einfach eine Mauer gebaut, um den Zugang zu verwehren

Leider besteht noch immer ein Fotographierverbot in der Höhle, so daß hier aus dem Innern der Höhle keine Bilder zu sehen sind.


Funde, die beim Bau des Schauhöhlen-
hauses vor der Höhle gemacht wurden
Bei Dreharbeiten zum einem Film über Höhlenbären
 
Darstellung von Bärenjagden im

Schloß von Chambord an der Loire

 

Literatur:

Aellen, V., Strinati, P. Die Höhlen Europas, BLV Höhlenführer, München Bern Wien 1977
Chabert, Claude Les grandes cavités francaises, ffs 1981
Groupe Spéléologique de Préhistoire PARAT, le Groupe Spéléologique Yonne et Vercors et Jean-Jacques Lebret LE MASSIF D'ARCY-SUR-CURE (YONNE), Spelunca 1-1975 p 3ff.
Leroi-Gourhan, André Prähistorische Kunst, Herder, Freiburg-Basel-Wien, 5. Auflage 1982
Liger, J.C. La Grande Grotte d'Arcy, sanctuaire galloromain? in: Bulletin de la Société des sciences historiques et naturelles de l'Yonne (Auxerre), vol. 125, 1993, p. 218-219
Minvielle, Pierre Guide de la France souterraine, Les Guides Noirs, 1970

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