Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Carlsbad Cavern


https://www.youtube.com/watch?v=CDzEEZ6GzBg 2018 Bernd Kliebhans Film über den Earth Day in den Carlsbad Caverns


1903 seien die Carlsbad Caverns in den Low Guadelupe Mountains von A. Long entdeckt worden , sie wurde später von Jim White erschlossen, in den 70er Jahren von der Cave Research Foundation vermessen - das erfahren wir aus dem ATLAS DES GRANDES CAVITÈS MONDIALES von Paul Courbon und Claude Chabert, 1986 erschienen, über die Höhle. Außerdem die Länge: 33 194 m und die Tiefe: - 313 m. In der aktuellen Aufstellung von Bob Gulden sind es derzeit (Jan 2018): 52.062 m Länge und 315,5 m Tiefe.

Bekannt war die Höhle in den Guadelupe Mountains, die als 600 km langes Meeresriff in der Permzeit entstanden sind, schon vorher, lange bevor "der weiße Mann" dort seine Spuren erstmals hinterließ. Die frühen Indianer kannten die Eingänge in die Höhle des Gebietes, hinterließen Malereien an einigen Stellen, eine Kochstelle gleich beim Haupteingang wurde gefunden, auch Reste von Agaven und anderen Wüstenpflanzen. Die Apachen durchstreiften ebenfalls das Gebiet, nutzten einige Höhlen als Unterstand.

Die Höhle liegt in einem Nationalpark und das Betreten ist deshalb strengen bürokratischen Reglungen unterworfen. Sie sollen helfen das Gebiet möglichst in einem natürlichen Zustand zu erhalten. Dieses Ziel ist nicht ganz einfach zu erreichen - angesichts eines Besucheransturms von über 500.000 Menschen pro Jahr. 

Auf einer Teerstraße ist das Visitor Center von Whites City her zu erreichen. Ein großer Parkplatz nimmt die Besucher auf, die nur wenige Meter bis zum Haupteingang zurücklegen müssen. Alles, was man sich denken kann, gibt es: ein Informationsschalten, eine Kassenzeile, ein Museum, zwei Souveniershops, ein Restaurant. Ganz wichtig: Aufzüge in die Tiefe. Wenn sie funktionieren, dann ist das Erreichen der Hauptattraktion der Höhle, der Big Room, ein Kinderspiel, ansonsten kostet es schon einigen Schweiß die 250 Höhenmeter zurückzulegen und den 2 km langen Parcours zu Fuß zu laufen, den die Entdecker der Höhle auch schon zurücklegen mußten. Hier steigt man durch das herrliche Höhlenportal ein, läuft auf breiten Bahnen nach unten, Blick nach oben lohnen sich schon hier, weil dort die vielen Höhlenschwalben nisten. Auf der ersten Etage knickt der zurück, aber die Höhle geht eigentlich auch hier weiter, nämlich in die Bat Cave, wo es einen zweiten natürlichen Eingang gibt und bis zu 400.000 Fledermäuse. 

Zu bestimmten Zeiten fliegen sie gegen Abend aus dem Eingang hinaus und gehen auf nächtliche Nacht. In der Früh spielt sich das Schauspiel wieder ab, nur umgekehrt. Dieser Ausflug der Fledermäuse ist heute ein organisiertes Schauspiel, ein/e Ranger/in ist zugang, verkündet gleich einmal das Foto- und Filmverbot, um die Tiere nicht zu erschrecken, und führt da eine richtige Show vor. Bei uns war ein junge energiegeladene Dame da, die sogar mit Liedgesang ihre Botschaften übermittelte. Leider waren an dem Tag, wo wir da waren, kaum Tierchen bereit, sich zu zeigen. Ganze 6 Exemplare wurden gezählt! 

Der Main Corridor führt tiefer und tiefer bis schließlich auch auf dieser Route der Big Room erreicht ist. Fast 2 km lang der betonierte Pfad durch die riesige Halle. Über 33.000 m³ hat der Hohlraum, der von riesigen Tropfsteingebilden wieder gefüllt wird, den Giant Dome, den Rock of Ages und für Namen man noch diesen Gebilden gegeben hat. Es wird nie langweilig hier herumzustreifen, immer wieder gibt es überraschende Blicke in Seitenteile, in den Abgrund des Bottomless Pit kann man hinunterschauen oder hinauf in einen Deckenschlot, den man einmal erklettert hatte. Die Frage, wie so etwas entstehen kann, ist besonders spannend. Denn hier wie auch in etlichen anderen Höhlen der Umgebung ging die Höhlenbildung nämlich nach anderen "Regeln" vor sich als sie sonst gelten. Heute erklärt man die Entstehung dieser Riesenräume durch aufsteigendes warmes Thermalwasser, das zur Umwandlung des Kalksteins in Gips führte, der sich dann wieder leicht auflöste und damit die Hohlräume freigab. Schaut man genau hin, dann sieht man diese großen Gipsmengen am Boden, die mehrere Meter dick werden können. 

Self-guided nennt sich die Form des Zugangs in diesen Raum. Die Besucher können ohne Führer herumlaufen, es gibt Informationstafeln, wo man sich bilden kann, und auch "cave watch"-Stationen, wo man erfährt, was für Verhalten für angemessen gilt und welches nicht. Für den Fall, daß man z.B. sieht, daß jemand ein Grafitti anbringt oder eine Zigarette raucht, soll man die entsprechende Telefonnummer anrufen, um den Frevel zu melden. Sehr zu loben ist, daß das Photographieren erlaubt ist! 

Neben der Haupttour kann man auch geführte Touren in Abschnnitte der Höhle buchen, die normalerweise nicht zugänglich sind. Eine davon führt in den Left Hand Tunnel, wo die Besucher eine Holzlampe in die Hand gedrückt bekommen, um eine entsprechende Beleuchtung zu haben. 

Anläßlich des 4. Internationalen Höhlenphotographentreffens im April 2018 hatten wir mehrmals die Gelegenheit, die Höhle zu sehen. Am Earth Day, dem 22. April, war der Besuch kostenlos. Entsprechend viele kamen und die Höhle war "voll". Einen Wermutstropfen gab es: der Aufzug funktionierte nicht und alle mußten die klassische Route nehmen. Drei Tage später hatten wir die Gelegenheit, nach Ende der offiziellen Besuchszeit noch einmal hineinzukönnen und ungestört von Besuchern uns fotographisch austoben zu können. Diesmal ging der Fahrstuhl und keiner kam auf die Idee, ihn nicht zu nehmen. Unten angekommen, muß man zwei Glastüren passieren, eine wichtige Einrichtung, um das Höhlenklima zu bewahren, das ansonsten durch den entstehenden Luftzug vollkommen verändern würde. Noch einmal nutzten wir das Angebot, am Freitag dann abends den "Left Hand Tunnel" auch noch zu sehen, ein fast 1 km langes horizontales Gangstück, das wie geschaffen für Höhlenphotographen war mit seiner Folge von Tunneln, Tropfsteingruppen, bizarren Deckenfelsen usw.. Das war wirklich ein sehr gelungener Beitrag zu unserem Treffen, den die Nationalparkverwaltung für uns geleistet hat!

  Im Museum   
     
Gemälde von David Klein

 

Noch einmal im Museum
Im "restroom" in 200 m Tiefe
Left Hand Tunnel

Literatur:

Barnett, John Carlsbad Caverns National Park, New Mexico
Courbon, Paul, Chabert, Claude Atlas des grandes cavités mondiales, UIS FFS 1986
Crisman, Bob Cave Restoration At Carlsbad Caverns National Park, NSS NEWS May 1985 177
Folsom, Franklin Exploring American Caves, Collier Books, New York 1962
Hill, Carol A. Geology of Carlsbad Cavern and other caves in the Guadalupe Mountains, New Mexico and Texas
Long, Abijah, Long, Joe N. The Big Cave
Nymeyer, Robert Carlsbad, Caves, And A Camera
ohne Verfasserangabe Jim White's Story Of Carlsbad Caverns ND
ohne Verfasserangabe The 2018 International Cave Photographers Meeting April 21-29 Carlsbad, New Mexico, USA
Sloane, Howard N., Gurnee, Russell H. Visiting Ameriacan Caves, Crown Publishers, Inc., New York, ohne Jahresangabe

 

Links:

https://www.nps.gov/cave/index.htm

https://www.npca.org/articles/1815-carlsbad-caverns-national-park-the-latest-target-of-rushed-oil-and-gas

https://www.national-park.com/welcome-to-carlsbad-caverns-national-park/

http://carlsbadcavernshistory.blogspot.de/2007/11/commercial-films-at-caverns-1924-1993.html

http://www.trailandhitch.com/carlsbad-caverns-left-hand-tunnel/

 

Carlsbadc Caverns National Park

 


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