Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Die akustischen Qualitäten von Erdställen



Bei der Suche nach dem Grund oder den Gründen, weshalb einmal die Erdställe gebaut worden sind, stößt man immer wieder auf den Umstand, daß es in ihnen nichts zu finden gibt. Natürlich entdeckt man da ein paar Kienspanreste, da ein paar Scherben, da einen rostigen Nagel, auch ein Melkschemel war mal drinnen. Sollten da einfach nur leere Räume geschaffen werden? Archäologen freut das nicht, da die hauptsächlich hinter "Funden" her zu sein scheinen. Die kann man dann oft altersbestimmen, Formanalysen werden gemacht, Einordnungen vorgenommen und am Ende ist etwas Schönes fürs Museum auch noch dabei. Aber Leere? Da läßt sich nichts katalogieren, einsammeln, zusammentragen.

Was man allerdings in dieser Leere erleben kann, das ist zuerst einmal die Stille, die Abwesenheit jeglichen Lautes.

Dabei muß es aber nicht bleiben. Man kann dann auch Töne erzeugen, sei es mit der eigenen Stimme, sei es mit Hilfe von Instrumenten.

Wir haben schon öfters in Erdställen selber Töne erzeugt und überzeugende Erfahrungen damit gemacht.

 

...wird fortgesetzt

 

Literatur:

Grünbein, Durs Galilei vermißt Dantes Hölle, Suhrkamp, Frankfurt a.M. 1996
Rosa, Hartmut Resonanz - Eine Soziologie der Weltbeziehung, Suhrkamp Verlag, Berlin 2016
Schafer, R. Murray Die Ordnung der Klänge - Eine Kulturgeschichte des Hörens (engl. The Tuning of the World), Schott, 2010

Links:

Archaeo-acoustics

Erdstall, Schrazelloch, Hausloch, Künstliche Höhle


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