Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Labyrinthe in Italien


Tscherms, Südtirol
 
Parco dei Tarocchi, Toskana
Val Camonica, Lombardei
 
Boaro, Val Camonica, Lombardei
Labirinto im parco Sigurtà, Provinz Verona
 
 
Das Labyrinth in den
Eingangssäulen zum Dom
von Lucca, Toskana
Pontremoli, Toskana
Pavia, San Michele Maggiore  
Piadena Gal Oglio Po - Terre d'acqua
Das Labyrinthkunstwerk
"Arianna" von
I. Landredini
im Kunstpark "Fiumara d'Arte"
auf Sizilien
 
  In dem neuesten dem Skulpturenplatz hinzugefügten Werk von Mauro Staccioli, einer mit oxiderendem Stahl verkleideten Pyramide auf einem Gebirgssporn, gibt es einen Spalt, durch den genau am Tag der Sommersonnwende die Sonnenstrahlen eindringen und den Raum erleuchten können. Im Innern hat Staccioli aus Steinen, die bei den Bauarbeiten gefunden wurden, ein Labyrinth geformt. (....wenn man das Glück hat, allein dort zu stehen, ist er mit einer tönenden Stille erfüllt. Ein Kunstwerk, das Spuren hinterlässt - in der Landschaft wie in der Seele..) Klüver, Henning, Süddeutsche Zeitung Reisemagazin, 17. Juni 2010, Nr. 136, Seite 43)
Im Schloßpark von Donnafugata,
Sizilien, verbirgt sich ein Labyrinth,
das nur zu den Öffnungszeiten des
Schlosses zugänglich ist

- Blick über die hohe Sperrmauer
außerhalb dieser nur möglich

Das Kunstwerk "Labirinto" in Gibellina, Sizilien,
von N. Franchina

 
 
Tomba del Labirinto, Luzzanas, Sardinien  
Ravenna, San Vitale
 
Stra Villa Pisani, Veneto
 
Seggiano Labyrinthischer Mauerweg von Daniel Spoerri
Pfalzen / Südtirol im Rahmen des LandArtWeges Photo Edith Kohlgruber

Anmerkungen:

Tscherms Das Labyrinth in Tscherms ist ausgesprochen schön. Seine besondere Wirkung bekommt es durch den Erdwall, der rundum geht und es nach außen begrenzt. Das ist absolut unüblich bei Labyrinthen, die meist offen nach außen sind und so auch alle Störungen von dort ungefiltert hereinlassen. So bleiben sie in starkem Maße draußen. Eine Familie mit Kindern stürmte herein durch einen mit Reben überdeckten Durchstich, als ich mich zur Kontemplation auf einem der Sitzbretter außenherum niedergelassen hatte. Das jüngste Familienmitglied, ein Junge, stürmte herein und verkündete laut und wissend: "Dies ist kein Labyrinth." Das haben ihm die anderen nicht abgenommen und später schob er nach: "Dies ist ein Probelabyrinth." Es lohnte sich, dem Knirps zuzuhören.
Im "Irrgarten", angelegt von Gernot Cadolini, geht es zwischen vielen vielen Rebstöcken kreuz und quer hindurch. Dies kann auch sehr nahrhaft sein, denn es hängen immer wieder die reifen Trauben verschiedenster Sorten an den Drähten. Da so viele Menschen da hindurchstreifen, sind die meisten schon gepfückt. Es lohnt sich deshalb, auch mal bewußt den Nebenwegen zu folgen und in die Sackgassen zu laufen. Dort hängen sie dann, die reifen Früchte, in Augenhöhe, ganz leicht zu greifen, weil dorthin die rasenden Zeitgenossen gar nicht gegangen sind. Sie wollten möglichst schnell alles hinter sich bringen, Meister im Problemlösen sein, im schnellen Hindurchrasen. Wie schön, wenn sie weg sind und man wieder alles für sich alleine hat. Eine Meraner Künstlergruppe stellte ihre Werke an verschiedenen Stationen auf kleinen Freiflächen auf. Besonders eindrücklich für mich die Holzhütte, an der Internetausdrucke hingen. Ein Künstler wollte herausfinden, was über ihn auf den verschiedenen Webseiten zu finden war und klebte die Ergebnisse außen auf die hölzernen Außenwände. Ein schönes Symbol für die schnelle Vergänglichkeit unserer Hervorbringungen.
Pontremoli Angeblich ist in der Kirche "San Pietro de Confluentu" ein Labyrinth aus dem 11. Jahrhundert zu sehen. Mit ihm wird auch im Fremdenverkehrsprospekt der Gemeinde geworben. Es ist allerdings nicht leicht, es zu Gesicht zu bekommen, weil die Kirche die meiste Zeit heutzutage abgesperrt ist. Wir haben es mal im Mai 2009 selber probiert, sind aber gescheitert. Kein Schlüssel war trotz eifrigsten Bemühens aufzutreiben.
Schriftliche Quellen sprechen davon, daß es im Schloß am Ort ausgestellt ist, also nicht in der Kirche, aber diese Angabe konnten wir nicht mehr nachprüfen.

 

Literatur:

Kern, Hermann Labyrinthe, Prestel-Verlag, 4. Auflage, München 1999
Hohmuth, Jürgen Labyrinthe und Irrgärten, GEOSAISON Frederking & Thaler, München 2003

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