Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle
Höhlen in der Hochseeleinscharte, Hagengebirge
Es gibt entlegende Orte, und es gibt sehr entlegene Orte. Und es gibt solche, die man als Erdbewohner kaum erreicht. Wenn man zu Fuß unterwegs ist. Also, bevor sich die ganzen technologischen Revolutionen vollzogen haben. Zuletzt also Hubschrauber oder gar Flugtaxis. Noch 1922 hieß es in einem Text über das Hagengebirge: "..schwer zugänglich, wildzerklüftet..von dem bisher keine Höhlen bekannt geworden sind" (S. 22)
Die Hochseeleinscharte ist so ein weltentfernter Ort. "Hier existiert außer ein paar Steinmandln, die die Richtung notdürftig und lückenhaft weisen, rein gar nichts. Nur Felsstufen, Karren und nochmals Karren, ein paar Stellen mit Eis, und zwischendrin Latschen." Deubner, Sonne 8
Eigentlich wollten wir gar nicht dorthin, sondern noch ein wenig weiter - zum "Hagenloch". Das war so etwas wie unser "Gral".
27. Juli 1974 Vom Stiergraben hinauf auf das Plateau (Christian, Franz...) und quer drüber. Entdeckung der "Fußgängerunterführung". (Deubner, Sonne 8)
Rest vom Originalbericht von 1971

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KH4
mit Christian Deubner |
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Durchgangshöhle
mit Klaus Deubner |
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Schneepropfenschacht
Christian und Klaus Deubner, Klaus Eberhardt |
Die Tour verlief am Ende wenig erfolgreich. Wir waren froh, wieder den Weg in die Zivilsation zu finden - und auf gebahntem Weg zurück zum Parkplatz beim Jenner anzukommen.
Das Projekt lief aber weiter und Jahre später kamen Christan Deubner und ich tatsächlich beim Hagenloch an.
Andere haben sich auch für das Gebiet interessiert, natürlich. Italienische Höhlenforscher fielen plötzlich hier ein und erkundeten vor allem den Alvermannschacht. Salzburger Höhlenforscher forschten während der Hagengebirgsforschungswoche gründlicher dort. Der große Coup gelang aber polnischen Höhlenforschern. Mit der "Interessanten Höhle" wurde erst das Tor zum wahren Potential aufgestoßen. Vielleicht sind wir vor vielen Jahren auch schon am Eingang vorbei gekommen - aber erkannt haben wir ihn nicht als bedeutend. So ist das halt.
Literatur:
| Calandri, Gilberto | l'abisso alvermann e il settore occidentale dell' Hagengebirge (alpi salisburghesi, austria), bollettino 31-1988, 2-17 |
| Carrieri, Giampiero, Mureddu, Roberto | abisso alvermann: - 440, bollettino 27-1986, S. 19-23 |
| Czoernig, W. | Die Höhlen des Landes Salzburg und seiner Grenzgebiete, Salzburg 1926 |
| Deubner, Christian | Sonne, Schnee und Neuland, Der Schlaz 12-1974, S.7-9 |
| Eusebio, A. | Descrizione delle cavità, 27- |
| G.S. Imperiese CAI, G.S.Piemontese CAI-UGET | Hagengebirge: Abisso Alvermann, Speleologia 14,1986, S. 37-38 |
| Klappacher, W., Knapczyk, H. | Salzburger Höhlenbuch, Band 3, Salzburg 1979 |
| Lovera, Ube | Hagengebirge '85 Una travagliata storia, forse a lieto fine, Grotte, XXVIII (88), 17-22, |
| Ramella, Luigi, Sasso, Luciano | in materia di disarmo ovvero... ritorno all'alverman, 1bollettino 31-1988, 8-20 |
| Sconfienza, S. | Alverman il magico, Grotte, XXVIII (88) 32-35 |
| Wierzbowski, Marek | Weiterforschung in der Interessanten Höhle im Hagengebirge (Salzburg), Die Höhle 1-4/2021, S. 22ff. |
Links:
Karst und Höhlen im Hagengebirge
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