Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle
Gruta do Janelao
Die Gruta do Janelao ist auf eine Länge von 5434 m vermessen, wobei 3,5 km in einem riesigen Tunnel liegen. Der Gesamthöhenunterschied beträgt 176 m, die Maximalhöhe des Ganges beträgt 105 m, wobei die Breite dann noch 60 m beträgt. Immer wieder erwähnt wird, daß dort der möglicherweise längste bekannte Stalaktit der Welt sei, das 28 m lange "Bein der Tänzerin".
"Janelao" bedeutet "Großes Fenster", womit die
riesigen Öffnungen in der Höhlendecke gemeint sind, durch die im vorderen
Teil der Höhle Licht von oben in die Höhle kommt. Heute ist der Zugang auf
einem 4,8 km langen Führungsweg möglich, für den man 4 Stunden Zeit
ansetzen sollte. Er beginnt am Parkplatz mit Führerhaus, das auch ein
kleines Museum beherbergt. Gleich beim Höhleneingang ist seitlich eine der
zahlreichen Bildergalerien mit prachtvollen Zeichnungen über einen Holzsteg
erschlossen.
Es geht auf einem mit vielen vielen Steinplatten gepflasterten Weg mal
abwärts, dann wieder aufwärts und wieder runter. Kleine Brücken ersparen
das Durchwaten des je nach Wasserstands mehr oder weniger tiefen Baches. Ja,
es gilt sogar die Regel: "Kein Kontakt mit dem Janelao!", weil man
das Flußwasser möglichst frei von menschlichen Kontaktspuren halten will
(z.B. Sonnencreme). Wo keine Brücke ist, da gibt es Steinreihen im Wasser,
die ein trockenes Hinüberkommen erlauben.
Man durchquert mehrere riesige Schachtdolinen auf deren Grund kleine
Wäldchen aus Bäumen wachsen können, isolierte einzigartige Biotope. Eine
trägt den Namen Claraboia do Coracao, das "Herztageslicht".
Dann hört das Tageslicht auch einmal auf und für die Touristen heißt es umzudrehen. Die Höhle führt aber noch kilometerweit riesentunnelartig weiter, vorbei an monumentalen Tropfsteingebilden, über Sandlandschaften am Boden bis zum Ausgang der Höhle in einen Canyon.
Blick Richtung Eingang | ||
Der Eingang ist zu erahnen | ||
Hier leben kleine Tiere drunter | ||
Literatur:
Grupo Bambui de Pesquisas Espeleologicas (2003): Atlas do Janelao, Editions Au Pré e Madame Carle, Paris
Ministry of the Environment and Climate Change – MMA Chico Mendes Institute for Biodiversity Conservation - ICMBio
(2024): World Heritage Natural
Site Nomination for UNESCO Cavernas do Peruaçu National Park
Links:
https://www.cavernas.org.br/wp-content/uploads/2021/07/31cbe_073-079.pdf
https://www.showcaves.com/english/br/showcaves/Janelao.html
https://whc.unesco.org/en/list/1747
Landschaft und Höhlen im Peruacu-Valley, Minas Gerais, Brasilien
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