Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Das Wortfeld "Abgrund" und verwandte Begriffe



Der Abgrund, engl. abyss (a deep empty hole in the ground", franz. abîme (Abgrund, Tiefe", ist eine in der physischen Welt tatsächlich vorkommende Erscheinung und eine Metapher. 

Sich mit diesem Phänomen zu beschäftigen, das ist eine Reise mit ungewissem Ausgang und offenem zeitlichen Ende für mich.

Ich fange, wie so oft, einmal mit der Stoffsammlung an....

100 Zitate:

1 "Abgründig ist die Welt, weil wir - obwohl es Wahrheit gibt - niemals wissen und auch nicht wissen können, ob wir sie erreicht haben. Wie Blinde, die aus einer dunklen Höhle den Weg ins Helle suchen, können wir nie mit Gewißheit sagen, ob wir wirklich schon draußen sind." Podak 1
2 "Jeder Mensch ist ein Abgrund, es schwindelt einen, wenn man hinabsieht." Georg Büchner, Woyzeck
3 "Die Welt oder wenigstens den Menschen an den Abgrund zu führen, war von jeher Sache der Deutschen." Friedrich Sieburg, Die Lust am Untergang
4 "Das Deutsche ist ein Abgrund, halten wir fest daran." Thomas Mann, Betrachtungen eines Unpolitischen
5 "Das Seyn ist der Ab-grund, darin erst die Not alles Grundlosen ihre Tiefe und die Notwendigkeit jeder Gründung ihre Gipfel hat." Martin Heidegger
6 "Man muss Flügel haben, wenn man den Abgrund liebt." Nietzsche, Dionysos-Dithyramben
7 "Wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein." Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse
8 "Reiss mich an deinen rand
Abgrund - doch wirre mich nicht!
Stefan George, Geheimes Deutschland
9 "Wir sollten uns klarmachen, dass Menschen immer Abgründe haben, die sie nicht nur vor anderen, sondern auch vor sich selbst gern verbergen möchten. In Liebesbeziehungen ist es darum notwenidg, ein bisschen weise zu agieren. Wir dürfen der anderen Person oft nicht zeigen, dass wir ihre Abgründe bemerkt haben, denn dadurch machen wir es ihr unmöglich, sich vor sich selbst zu verbergen. Und wir sollten nicht glauben, dass wir die geliebte Person bessern oder liebenswerter machen könnten, indem wir ihre Abgründe tilgen." Pfaller 80
10 "Mit  dem Lesen habe ich die auch hier jederzeit öffenen Abgründe überbrückt, mich aus den nur auf Zerstörung hin angelegten Stimmungen retten zu können." Bernhard, Atem 101
11 "Woher habe ich diese Eigenschaft? woher jene? Meine Abgründe, meine Melancholie, meine Verzweiflung, meine Musikalität, meine Perversität, meine Roheit, meine sentimentalen Brüche? Woher habe ich einerseits die absolute Sicherheit, andererseits die entsetzliche Hilflosigkeit, die eindeutige Charakterschwäche..." Bernhard, Kälte 74
12 "Beethoven muß ein Tor gewesen sein, mit seiner ungeheueren Begabung für jene Klangpantomime, die so grenzenlose Macht über das Sympathikussystem hat und so getreulich Bewegung und Stocken, Ungestüm und scheinbar grundlos heftiges Innerhalten nacherfinden kann - das dumpfe Pochen ans Tor der Seele, Düsternis und Helligkeit im Reich der Nerven - lauter Teufeleien, die Scheinperspektiven für das Denken eröffnen, Abgründe und Ödnisse, welche leerer sind und einsamer als je in der Wirklichkeit. Man meint, der Urheber müsse das Geheimnis alles des Abgründigen besitzen, das er beschwört."  Valéry, Paul, Cahiers 6, 35
13 "Ist es am Ende so mit UNS, daß eine tiefe Langeweile in den Abgründen des Daseins wie ein schweigender Nebel hin und herzieht." Heidegger, Martin, Die Grundbegriffe, S. 115
14 "Der seiner Arbeit nachgehende und geldverdienende Vormund war als Neuling verständlicherweise noch der Ungeübteste auf diesem ständig schwankenden Familienseil, das über einen tatsächlich immer tödlichen Abgrund ohne Netz gespannt war; von meinem Großvater, der es so haben wollte."  Bernhard, Ein Kind 34
15 "Das Wort war hundertmal mächtiger als der Stock.....Vor dem Ochsenziemer hatte ich Angst, aber die Schläge, die meine Mutter mir damit zufügte, hatten keine tiefere Wirkung. Mit teuflischen Wörtern erreichte sie ihr Ziel, daß sie Ruhe hatte, andererseits stürzte sie mich damit jedesmal in den fürchterlichsten aller Abgründe, aus welchem ich dann zeitlebens nicht mehr herausgekommen bin. Du hast mir noch gefehlt! Du bist mein Tod! In den Träumen werde ich noch heute damit geplagt!" Bernhard, Ein Kind 37
16 "und dein Genick geschabt vom Mantelkragen: Kälte
zieht im Handlauf dich hinab vom Turm. Der Abgrund
eben, die Oberfläche Wort und winterhart...
Nendza, Jürgen, Mikado-Geäst, HINTERLAND 25
17 "Aus diesem Grund bildet die von den Griechen so genannte euthanasia, die Kunst des schönen Todes, die geheime Mitte der akrobatischen Revolution - sie ist das Seil über einem Abgrund, über das die Übenden zu gehen lernen, um vom Leben ins Meta-Leben zu gelangen." Sloterdijk, Leben, S. 316
18 "Das Schiff aus Kalkstein, Basalt,
als wäre die arabische Schönheit gekommen,
wir bewundern Signorellis Liebe zum Detail
abgründiger Menschennatur, während
draußen auf den Bildschirmen sich fortsetzt...
Nendza, Jürgen, Mikado-Geäst, Pegaresische Fenster V., S. 55
19 "Wenn ich im Gebirge den Wegweiser übersehe, dann kann ich leicht in abwegiges Gelände kommen, in dem ich auf einmal nicht mehr weiter kann oder vor einem Abgrund stehe." Grün, Pilgern S. 83
20 "Thomas von Aquin antwortet auf die Meinung, dem Beschluß der Klugheit, die doch eine "intellektuelle Tugend" sei, müsse auch "die Gewißheit der Wahrheit" zukommen: die Gewißheit der Klugheit kann nicht so groß sein, daß die Sorge völlig aufgehoben sein könnte. Ein abgründiger Satz! Der Mensch kann also nicht, um zu dem "Schluß" eines Beschlusses zu kommen, die theoretische Gewißheit zwingender Konklusionen erwarten und abwarten wollen: dann käme er niemals zu einer Entscheidung..." Pieper  34
21 "In seinen Notizen nennt er (Mörk, A.d.V.) als Ziele die Kopperbrüllerhöhle, das Kirschhagelloch....und natürlich die Eishöhle. In letzerer scheiterte allerdings der Vorstoß an Materialmangel am 50 m vom Eingang klaffenden Eisabgrund."  Klappacher, Salzburger Höhlengeschichte Teil 1, S. 11
22 "Als die Leiter hinabgehängt war und der Erste (Mörk) den Abstieg begann lauschten die Zurückbleibenden gespannt auf seinen Bericht: "Frei hängt die Leiter von der Kante weg hinab, ich sehe nichts, weder Wände noch Boden."" Wie wir heute wissen, erreichten sie aber nicht, wie von Bock geschildert, das Ende des Abgrunds, sondern nur einen Zwischenboden, von dem weitere Canyonschächte ins Unbekannte führten." Klappacher, Salzburger Höhlengeschichte Teil 1, S. 12
23 "Nicht nur für Karl Kraus bedeutete der erste Weltkrieg den Untergang einer ganzen Menschheitsepoche, auch für die kleine, verschworene Höhlenforschergemeinschaft um Alexander von Mörk bedeutete er einen Abgrund, in dem er und viele seiner Kameraden den Tod fanden und zahllose überlieferte und Jahrhunderte überdauernde Werte versanken."  Klappacher, Salzburger Höhlengeschichte Teil 2, S. 18
24 "Endlich ist die Welt versunken
in den Abgrund ihrer Qual.
Wir betrachten freudetrunken
als ihr Fazit den Verfall."
Marquard, Odo, Zukunft braucht Herkunft, Philosopische Essays, Reclam 299
25 "Der Urwille zum Guten lebt aus der fortwirkenden Wucht jenes Ur-Sprunges, in welchem der Mensch, auf den schöpferischen Ruf Gottes hin, den Abgrund überflog, der das Nichts vom Dasein scheidet. Es ist das die Wucht, mit der das Mögliche einbraust in die strahlende Frühe seiner ersten Verwirklichung: das Gefälle eines Stromes, der im hellichten Dunkel des Naturhaften entspringt und, stets gespeist von seinem Ursprung her, im Spruch des Ur-Gewissens die Schwelle zum Bereich der Freiheit erreicht." Pieper 56
26 "Es kann allzuleicht geschehen, daß der oberflächliche Hörer und Seher auf der ruhigen Spiegelfläche dieser bis zum Grunde durchsichtigen Aussagen des Thomas von Aquin einherfährt, ohne zu gewahren, über welch einem Abgrund ihre gleichgültige Klarheit ausgespannt ist."  Pieper 58
27 "Denn das Erhabene, wie es in den ästethischen Theorien des 18. Jahrhunderts entworfen wird, betrifft vorzüglich Erscheinungen der Natur. Charakteristische Züge sind abgründige Tiefe und Dunkelheit - "the great ought to be dark and gloomy",, schreibt Burke, und die Tiefe stellt für ihn die eindrucksvollste Grössendimension dar. "The dark unbottom'd infinite Abyss", "the void profound of unessential night...wide gaping..... that abortive gulfe", die Miltons Hölle darstellen, entsprechen deshalb bis in die Vokabeln den burkeschen Anforderungen an die erhabene Szenerie." Platthaus 36, Burke, E., Origin of our Ideas of the Sublime and the Beautiful
28 "..die Seele ist eine schöne lächerliche Marotte, eine Kleinigkeit bringt meinen Hund an den Rand des Abgrunds, wie Sie, eine Kleinigkeit verstimmt ihn, bringt ihn an den Rand des Entsetzens, es beruhigt mich, daß ich sterbe, sonst beruhigt mich so, über alle Anstrengungen hinweg hat ich die Sicherheit, zu sterben, aber das Furchtbare ist doch nur, daß ich sterbe, ohne die Koloratur gefunden zu haben, von der ich mein ganzes Leben lang geträumt habe..." Bernhard, Höhe 41
29 "Ich habe sie nach Fessenheim geschickt. Und warte seit nun vier Wochen auf einen Bericht. Und selbst angesichts aller immer neuen Fessenheimer Störfälle und Schauerlichkeiten und Abgründe und Unverschämtheiten hat sich an ihrer fröhlich fidelen Schreibe schier nicht geändert...es stimmt ja, der Bau ist nicht nur schauerlich und abgründig, sonder einfach auch scheußlich....Wollen Sie in ihrem Blatt im Ernst Abgründe? Von Grund auf Schauerliches?" Lodemann, Fessenheim 33
30 "..jetzt sind Sie da,
jetzt bin ich da,
bei einem so guten Gast, sagt der Wirt,
ein vorzüglicher Zug,
eine solche Einstellung führt in den Abgrund,
was für Unsinn,
Tatsache ist, die Klerikalen machen die größten Fehler..."
Bernhard, Höhe 83
31 "..die Trostlosigkeit, die auf das Philistertum stößt, wenn sie außer Haus geht, sagt der Studienrat, führt unweigerlich in den Abgrund, in das Loch hinein:  ich weiß nicht mehr, wenn ich die D. kennengelernt habe, aber Sie müssen wissen, ich war damals noch ein ganz junger Mann." Bernhard, Höhe 103
32 "Ich war dabei, als noch da drunten siedend.
Der Abgrund schwoll und stömend Flammen trug,
Als Molochs Hammer, Felsen an Felsen schmiedend,
Gebirgstrümmer in die Ferne schlug
Noch starrt das Land von fremden Zentnermassen;
Wer gibt Erklärung solcher Schleudermacht?
Goethes Werke, Faust 306
33 "Am Ende eines wieder sehr wechselvollen Abends, der nicht ohne Tränen blieb, stand fest, dass Ben....mit der Schwarzwaldbahn dorthin fahren würde, wo der Rhein bei Konstanz aus dem Schwäbischen Meer hinausströmt und wo am Hafen die legendäre Hure "Imperia" ihre schönen langen Arme hebt und lustvoll Weisungen und Signale zu senden scheint, offensichtlich Zeichen, die vielfach ineinander verwickelt waren und alle in irgendwelche tieferen "Zusammenhänge" verbunden ebenso mit niederträchtigen Vergangenheiten wie mit noch abgründigeren Zukünften." Lodemann, Fessenheim 53
34 "Zugleich enthält die Tiefendimension auch die beunruhigende Vorstellung eines Abgrunds, einer Tiefe, welche die Ordnung und den Alleinanspruch eines oberirdischen Bewußtseins unterhöhlt - der subversive Aspekt Freuds, der der psychoanalytischen Theorie in ihren Anfängen vornehmlich Ablehnung einbrachte." Platthaus 56
35 "Der Fluss der Zeiten in seinem Strom
trägt alle Menschwerke fort
ertränkt die Völker, Könige und Königreiche
im Abgrund des Vergessens
Und wenn - dank der tünenden Lyra und der Trompete -
doch etwas bleibt:
frisst es das Maul der Ewigkeit
Gedicht von Gawriil Deershawin, zitiert in Lodemann 137
36 "Von seinem wirklichen Standort, das heißt aus der dämmrigen Tiefe der Höhle heraus, beobachtet sich Wolf praktisch selbst, wie er dort oben nah an den Abgrund herantritt, um etwas von dem Kunstwerk der Natur im Bild festzuhalten." Röder 88
37 "Und wie Jean Paul versuchen zahlreiche weitere "nach innen" aufbrechende Forschungsreisende: Entdecker, Landvermesser, Kartographen und Kolonisatoren, zu erkunden, was sich in den Abgründen des "inneren Afrika" verbirgt." Lüdtkehaus 3
38 "Am Anfang war die Philosophie des Unbewußten, die Tiefenphilosophie. Freilich steht auch sie selbstverständlich nicht allein. Und wie die Tiefenpsychologie hat auch sie ihre "afrikanischen" Gründe und Abgründe." Lüdtkekaus 2
39 "Der Staubregen wallte kalt und schaurig unserm Emil in's Gesicht, und er wagte sich so weit vor, bis er in die Felsgrotte hineinsehen konnte, so die Fluthen in wildem Schaume übereinander tobten, und die Fantasie sich einen unermeßlichen Abgrund träumen konnte."  Röder 95
40 "Mozart, unbekannt mit großen Begebenheiten, großen Dichternnd mit dem ganzen ausgedehnten Abgrunde großer Leidenschaften, kurz dieses Kind an Verstand stört bloß sein Inneres an - und hört darin die Zauberflöte." Jean Paul, Selina, zitiert in: Lüdkehaus 81
41 "Die magische Beleuchtung der ganzen unterirdischen Brückenregion mit ihrem schauerlichen Felsgewölbe, den grotesken Felswänden und dem unten im Abgrunde rauschenden Strome, macht einen der schönsten Anblicke deren ich mir bewußt bin." J.G. Seume, zitiert in Röder 102
42 "Die Erde öffnete ihren Schooß und umfing mich. Felsen wölbten sich über mir und der Abgrund stürzte hinab in schwindelnde jähe Tiefe, neben dem enen schlüpfrigen Pfade. Ich sah die furchtbaren Schwestern, mit allen Schrecken der Hölle, mit Macht und Mißgestalt gerüstet..."  Georg Forster, Band 3, S. 418, zitiert nach Röder 116
43 "Es wurde ein Fehler gemacht, wie wir geschaffen worden, es fehlt uns was, ich habe keinen Namen dafür, wir werden es uns einander nicht aus den Eingeweiden herauswühlen, was sollen wir uns drum die Leiber aufbrechen?" Zwischen der einen und der anderen Äußerung tut sich ein Abgrund auf. Es ist der Abgrund, in dem die Körper verschwinden. In dem neuen, grausamen Licht, das von da unten heraufstrahlt, erscheint Geschichte als diese Zwischenzeit, in der das Letzte Tier dem Ersten Menschen begegnet....hat Büchner es gesehen."  Georg Büchners, Dantons Tod, zitiert in: Grünbein 78
44 "..in der Aeneis wird ein Teil des descensus nicht an Aeneas selbst unternommen sondern ihm vielmehr erzählt - von der Sybille, die von ihrem eigenen Abstieg in die tiefsten Abgründe des Tartarus berichtet; und die gesamte katabasis der Divina Commedia ist eine Erzählung in der ersten Person, in der wiederholt die Schwierigkeiten und Grenzen des Erzählens thematisiert werden." Platthaus 191
45 "Aber kurz vor dem höchsten Gipfel, was für ein Schauspiel. Plötzlich klafft da ein Abgrund, was man ja über viele Abgründe sagt, aber beim Creux du Van hat man das Gefühl, dass er es im Klaffen zu besonderer Meisterschaft gebracht hat."  Weiss42
46 "(Caspar Wolf) Er steht am Abgrund."  KATALOG, Reise 11
47 "Zwischen Bergen und Nebeln, durch Klüfte und Mondenschein ging der Weg gleichsam die Vorbereitungsstraße zu den Eleusinischen Mysterien der Schöpfung..Weiter hin schäumt der Poyk,...und stürzt sich endlich mit Brausen in den Abgrund hinunter, an dessen Seite man zu der Grotte eingeht."  Hammer-Burgstall 70, in: KATALOG Reise
48 "Zur Rechten und zur Linken toset der Abgrund; die Fackeln leuchten hinunter, daß die Finsternis sichtbarer werde. - Umsonst! - Das Auge schweifet umher auf luftigen Schattenbildern, die steigend und sinkend in einander zerrinnen; das Ohr horcht Tönen der Geister." Hammer-Burgstall 70, in KATALOG Reise
49  (John Martin: The Last Man, 1849).."Auf dem ihm gegenüberliegenden Plateau, in der Ferne fast unsichtbar, häufen sich weitere Tote, mitten darin die Karkasse eines Tiers, ein Körper hängt knapp über der Kante des Abgrunds. Vor dem Mann öffnet sich ein Abgrund, der ihn vom Betrachter, aber auch vom Rest der Landschaft trennt."  Horn 46
50  "Das katastrophische Wissen von der Zukunft entsteht so immer über dem Abgrund eines Ereignisses, das man zugleich gewusst und (doch) nicht erwartet hat." Horn 303
51 "Die desolaten Welten...ermöglichen es, ein Desaster gleichermaßen von innen - aus der Perspektive des Betroffenen - und von außen - vom Standpunkt des reflektierenden Beobachters - auszuleuchten. Sie ermöglichen zu zeigen, was von diesen jeweiligen Standpunkten sichtbar wird - und was genau durch diesen Blick verborgen wird. Sie führen vor, welches die Erkenntnisbedingungen und die kognitiven Schemata sind, die den Blick in den Abgrund des Desasters strukturieren. Dadurch eröffnen sie nicht zuletzt einen Blick auf die Kontingenz und Willkür im Inneren jener scheinbar schicksalhaften Notwendigkeiten, die im Angesicht des Desasters so oft beschworen werden." Horn 385
52 "Nämlich, wir waren nur Schüler und lebten versunken in unserer kleinen von aller Welt isolierten Nische. Prostitution war ein Wort aus dem Westen, so wie Pornographie, au seiner verbotenen Hemisphäre. Keiner von uns hatte einen Schoß je so nahe vor sich gehabt, daß er darin den Abgrund erblickt hätte wie jener arme Musiker Sauler." Grünbein, Zoo 313
53  "Nämlich ist das Losungswort, es führt einen tief hinein in das Dickicht der Sprache, hinein in die Abgründe der Schizopoesie. Nämlich ist die Überspielung der Ungewißheit schlechthin, der Widerwille gegen Antithesen, die ein schneller Geist immer vorwegnehmen wird." Grünbein, Zoo 329
54. "Der Ausnahmezustand: Eintritt ins "no man's land". Die Gültigkeit des Gewohnten: außer Kraft gesetzt. Meine zivile Existenz abgeschafft. Vereisung steigt in mir auf. Es erscheinen jähe Wachträume von Fremde und Beengung. Abgründe wie dunkle Mäuleer in der Landschaft der Freiheit: Es suchen mich diejenigen heim, denen ich nie begegnen wollte, die losgetretenen Schatten meiner selbst. Der Zustand ist weder außen noch innen, er durchwandert und durchstößt mich."  Alby Moritz 61
55. Verleger:
  Manche Künstler gehen mit offenen Augen
  auf den Abgrund zu
  und stürzen hinein

Kapellmeister
  Diese Leute ziehen das Unglück an
  Von allen Seiten werden diese Leute gewarnt
  aber sie tappen immer hinein
Bernhard, Die Berühmtesten 39
56. "Ein neues Typus des Anti-Helden war geboren: schn und dämonisch zugleich, geheimnisvoll-abgründig und von großer erotischer Anziehungskraft, von Schwermut durchdrungen und von Grausamkeit gezeichnet - ein Phänomen, das bevorzugt durch Antithesen charakterisiert und als literarischer "Byronismus" bezeichnet wird." Stölzel 19
57. "Gerade die unheimlichen Geschichten hatten ihren eigenen Reiz, zeigten sie doch die unschönen, morbiden, abgründigen Seiten des Menschen, seine Ängste und Obsessionen, seine seelischen Nöte und Abwege." Stölzel 23
58.  "Der Mönch fiel auf die emporragende Spitze eines Felsens, ward im Fall von Abgrund zu Abgrund gewälzt, bis er, zerstoßen, zerschmettert, verstümmelt am Ufer eines Flusses liegenblieb." Hoffmann, E.T.A., Die Exixiere des Teufels, zitiert nach Stölzel 27
59.  "Eichendorff warnt an anderer Stelle vor den seelischen Abgründen, die daraus entstehen könnten: vor "dem unbeherrschten Eros (Sexus), dem Narzißmus, dem Trotz der dämonischen Kreaturen, dieHo ihre Kraft nicht einem Höheren unterstellt haben." Stölzel 48
60. "Aurelie erklärte aber, daß gerade bei dem Tode der Mutter sie sich von dürstern furchtbaren Ahnungen ergriffen gefühlt, daß sie die entsetzliche Angst nicht verwinden könne, die Tote werde erstehen aus dem Grabe, und sie hinabreißen aus den Armen des Geliebten in den Abgrund (..). Kurze Zeit war vergangen, als Aurelie sich gar merklich zu änder begann." Hoffmann, E.T.A., Cyprians Erzählung, zitiert nach Stölzel 238
61. "Ich entsetzte mich, und schnell den klingenden Beutel in den Abgrund werfend, sprach ich zu ihm die letzten Worte: "So beschwör ich dich im Namen Gottes, Entsetzlicher! Hebe dich von dannen und lasse dich nie wieder vor meine Augen blicken!" Er erhub sich finster und verschwand sogleich hinter den Felsenmassen, die den wildbewachsenen Ort begrenzten." Chamisso, Schlemihl, zitiert nach Stölzel 170
62. "Nicht im Spiegel seiner selbst, sondern im Auge eines Gegenübers kann er sich auf neue Weise selbst entdecken und dem ständigen Kreisen um die eigenen Abgründe entgehen." Stölzel 357
63. "Ich weiß, auch du würdest mich nicht überleben wollen, du würdest dem voreiligen Gemahle auch im Sarge folgen, und aus Lust und Liebe in den flammenden Abgrund steigen, in den ein rasendes Gesetz die indischen Frauen zwingt und die zartesten Heiligtümer der Willkür durch grobe Absicht und Befehl entweiht und zerstört." Schlegel, 21
64. "Er sah wohl den Abgrund vor sich, aber er hielt es nicht der Mühe wert, seinen Lauf zu mäßigen. Er wollte lieber gleich einem wilden Jäger den jähen Abhang rasch und mutig durchs Leben hinunterstürmen, als sich mit Vorsicht langsam quälen." Schlegel 63
65. "Ships sailorless lay rotting on the sea,
And their masts fell down piecemeal: as they dropp'd
They slept on the abyss without a surge -
The waves were dead; the tides were in their grave,
The moon, their mistress, had expir'd before..
Lord Byron, Darkness
66. "Diese Leute schreiben seit Jahrzehnten nur eine gedankenlose Literatur..Sie tippen abgrundtiefe Dummheit in die Maschine und heimsen für diese abgrundtiefe abgeschmackte Dummheit alle nur möglichen Preise ein, sagte Reger... Bernhard, Alte Meister 137
67.  "Einen Österreicher, der immer ein gemeiner Nazi oder ein stupider Katholik ist, dürfen wir als noch so interessant und einzigartig empfinden, an das politische Ruder dürfen wir ihn nicht lassen, sagte Reger, denn ein Österreicher am Ruder steuert unweigerlich immer alles in den totalen Abgrund." Bernhard, Alte Meister 152
68. "Ich beugte mich über einen überhängenden Felsen und blickte hinunter. Meine Haare sträubten sich. Mir wurde schwindlig, als wäre ich betrunken. Die gähnende Leere hatte eine unwiderstehliche Anziehungskraft. Gleich würde ich hinunterfallen, aber eine Hand hielt mich fest....Aber so kurz ich es auch gewagt hatte, in den Abgrund hinunterzublicken, ich wußte jetzt, wie er beschaffen war." Verne, Mittelpunkt 157
69. "Er nahm ein vierhundert Fuß langes, daumendickes Seil und ließ die eine Hälfte in den Abgrund hinunter, schlang es dann um einen vorspringenden Lavablock und warf darauf auch die andere Hälfte in den Schlund. So konnte jeder von uns beim Hinunterklettern sich daran festhalten.." Verne, Mittelpunkt 157
70. "Mein Onkel fackelte nie lange. Auf seine Anordnung verpackte Hans die nicht zerbrechlichen Dinge zu einem Paket, verschnürte es fest, und dann wurde es in den Schlund geworfen. Unter lautem Getöse fiel es hinunter. Mein Onkel beugte sich über den Abgrund und verfolgte mit Befriedigung das hinunterfallende Paket. Er sah erst wieder auf, als er es aus dem Augen verloren hatte."  Verne, Mittelpunkt 158
71. "Es herrschte tiefe Stille, und man hörte nur hin und wieder Felsbrocken in den Abgrund kollern." Verne, Mittelpunkt 160
72. "Das Wort "Höhle" ist übrigens eine ungenügende Bezeichnung dieses Riesenraums, aber für den , der sich in die Abgründe der Erde hinunterwagt, genügen die Worte der menschlichen Sprache nicht mehr." Verne, Mittelpunkt 251
73. "Wahrscheinlich hat sich dann der Boden hier und dort gesenkt, und ein Teil des aus dem Niederschlag entstandenen Terrains ist in plötzlich sich öffnende Abgründe abgesackt." Verne, Mittelpunkt 258
74. "Fahren wir also auf einen Wasserfall zu, der uns in den Abgrund stürzen wird? Verne, Mittelpunkt 288
75. "Trotz der Dunkelheit, des Lärms, der Überraschung und der Erregung war mir klar, was gerade geschehen war. Hinter dem Felsen, den wir gesprengt hatten, klaffte ein Abgrund. Die Explosion hatte in dem von Spalten durchzogenen Boden eine Art Erdbeben bewirkt. Der Schlund hatte sich geöffnet, und das in einen reißenden Strom verwandelte Meer stürzte, uns mit sich reißend, hinein. Ich hielt mit für verloren." Verne, Mittelpunkt 354
76. "Die Süddeutsche Zeitung vom 9. Juli 2001 berichtete z.B. unter der Überschrift "Bahnchef Mehdorn blickt in den Abgrund" über seinen Blitzbesuch am voranangangenen Wochenende von dessen "ungewöhnlicher Höhlenwanderung". Lindenmayr, ICE 64
77. "Lauter Hohlräume im Boden, kein solider Untergrund. Jeden Moment kann etwas einbrechen. Ein Dauertanz über Abgründen." Lindenmayr, ICE 67
78. "Von Abgrund zu ewigem Abgrund geschleift
der Maulesel Mola, trübe und wirr,
dem Schiffbruch gleich, den Wog auf Woge ergreift,
von Schwefel verätzt, von Hörnern zerbrochen,
in Galle, in Kalk und Falschheit gesotten..."
Neruda, In der Hölle der Verdammten, Gedichte 1, S. 248
79. "Tote eines einzigen Abgrunds, Schatten
einer Schlucht,
der unergründlichen, es ist, als ob nur Größe
eurer Hoheit
der wahre Tod kam,
der allverzehrende und von den durchbohrten Felsen.."
Neruda, Die Höhen von Macchu Picchu, Gedichte 1, S. 315
80. "Ich hätte mich über seine Kindheit nicht zu informieren brauchen: der Zimmerergehilfenbrief war ihm mehr ein nicht von ihm, sondern von seinen Eltern in höchster Höhe angebrachtes Sprungbrett, um sich davon, von ihm aus, dem für seinesgleichen of unerreichbaren, in das Abgrundtiefe ja -tiefste fallen zu lassen, gewesen." Bernhard, Der Zimmerer 94
81. "Wieder ließen wir uns in einem großen Kreis rings um den Meister nieder und lauschten seinen Worten über den berühmten Gelehrten des Islam, der alles kannte außer die Abgründe der Liebe."  Shafak 110
82. "(Frauenmauerhöhle)..Am nächsten Morgen bot sich ein grauenvolles Bild: Der steile Zustiegsgrat war verschwunden, ein fürchterlicher Abgrund machte die Höhle unzugänglich und ringsum lagen tote Türken." Wirth 343
83. "Aber auf der Baumgartnerhöhe hatte ich icht eine Nacht durchschlafen können, auf dem Pavillon Hermann wachte ich meistens schon nach einer Stunde wieder auf, entweder schreckte ich aus dem Traum, der mich wie alle meine Träume aus dem Abgrund meiner Existenz geführt hatte, oder ich war durch ein Geräusch auf dem Gang wach geworden, wenn einer in den Nebenzimmern der dringenden Hilfe bedurfte oder starb, oder wenn man Bettnachbar die Urinflasche benützte, was er, obwohl ich ihm wiederholt gesagt hatte, wie er es anstellen solle, damit er keinen Lärm macht, niemals ohne Lärm gemacht hat, im Gegenteil, stieß er meistens mit der Urinflasche an mein Eisennachkästchne und nicht nur einmal, sondern mehrere Male, so daß er immer einen wütenden Vortrag über sich hatte ergehen lassen müssen, indem ich ihm zum wiederholten Male erklärte, wie er die Urinflasche zu halten hätte, um mich nicht aufzuwecken, aber vergeblich; auch den Nachbarn auf der anderen Seite, an der Türseite, ich lag ja auf der Fensterseite, hatte er jedesmal aufgeweckt, Herrn Immervoll, einen Polizisten, einen leidenschaftlichen Siebzehnundvierspieler, von welchem..." Bernhard, Wittgensteins Neffe 219
84. "Christus fuhr fort....Ich stieg herab, soweit das Sein seine Schatten wirft, und schauete in den Abgrund und rief: 'Vater, wo bist du?' aber ich hörte nur den ewigen Sturm, den niemand regiert, und der schimmernde Regenbogen aus Wesen stand ohne eine Sonne, die ihn schuf, über dem Abgrunde und tropfte hinunter." Jean Paul, Siebenkäs 892
85. "Über einem Abgrund hängend, fällt es mir dennoch ein, wie es anfangen sollte: ESULTATE."  Bachmann, Malina 72
86. "Wofür brauchen Sie den meisten Mut?
Schreiben geht für mich nur auf eine Art: mit Selbstreflexion. Ich muss meinem Monster ins Maul schauen. Verbirgt man als Schriftsteller etwas und taucht  nicht in den eigenen Abgrund, dann kann man das Schreiben auch ganz lassen. Dann schreibt man nur unbedachten Unsinn."
Connie Palmen über VERRAT, Interview von Anne Backhaus, Süddeutsche Zeitung, GESELLSCHAFT, 27./28.8.2016, S. 52
87. "Österreich selbst ist nichts als eine Bühne
von sechseinhalb Millionen Alleingelassenen...
..die ununterbrochen aus vollem Hals nach einem Regisseur schreien
Der Regisseur wird kommen
und sie endgültig in den Abgrund hinunterstoßen.
Sechseinhalb Millionen Statisten..."
Bernhard, Heldenplatz 73
88. "..ich denke die ganze Zeit
wie mich vor allem ekelt
der Staat eine Kloake stinkend und tödlich
die Kirche eine weltweite Niedertracht
die Menschen um einen herum
abgrundtief häßlich und stumpfsinnig
der Bundespräsident ein verschlagener verlogener Banause.."
Bernhard, Heldenplatz 83
89. "Ein natürlicher Felsensteg, nicht breiter als 2-3 Dezimeter, spannt sich über den Abgrund und gewährt einen Zugang zu der Fortsetzung des Stollens."  Hofmann-Montanus, Frauenmauerhöhle  205
90. "Ich steh an deiner Krippe hier / 4. Strophe:
Ich sehe Dich mit Freuden an..
O dass mein Sinn ein Abgrund wär
und meine Seel ein weites Meer
dass ich dich möchte fassen."
Rosa, Resonanz 445
91. "Fragt man...nach dem Grund der möglichen gegenseitigen Zugewandtheit von Gott und Seele, so tut sich der Abgrund einer Beziehungsbereitschaft auf, die tiefer reicht als alles, was sonst zwischen einander begegnenden Personen oder Wesenheiten an verwandschaftlichen oder sympathetischen Dispositionen angenommen werden kann." Sloterdijk, Sphären I/Blasen 556f. zitiert nach: Rosa, Resonanz 446
92. "Wenn Sex dem Leben und Zusammenleben den entscheidenden Sinn geben muß, folgt daraus, dass ein Sexout einen Abgrund an Sinnlosigkeit aufreißen kann, der nicht mehr zu überbrücken ist." Schmid, Sexout 125 
93. "Was wir "Schelling-Projekt" nennen, ist der Versuch, zu den Gründen, Abgründen und Un-Gründen des Werden-Wollenden zurückzugehen und es im Hinblick auf das Rätsel der sexuellen Evolution nachvollziehen, namentlich auf der weiblichen Seite."  Sloterdijk, Schelling 131
94 "Die Wikinger glaubten, vor der Entstehung der Welt existierte nur ein Abgrund namens Ginnungagap, der mit den sterblichen Überresten eines bösen Riesen gefüllt wurde - aus seinem Blut entstanden das Meer und alle anderen Gewässer, aus seinem Fleisch die Erde und aus seinen Knochen die Berge, aus den Haaren wurden die Bäume, aus dem Hirn die Wolken, seine Hirnschale wurde zum Himmel." Arnu, Teilchenphysik 46
95. "Hartz IV könnte eine ganz gute Sache sein, wenn man einfach etwa 200 Euro drauflegen würde. Im derzeitigen Zustand nötigt es die Empfänger zu einem unwürdigen Baumeln über dem Abgrund: Haare schneiden? Kino? Parmesan zu den Spaghetti? Abschminken! Und wer länger Hartz bezieht, merkt, dass er auf Kosten der Substanz gelebt hat." Groebe, Reinhard 17
96. "Trump.... Es ist ein Mann, der sich nur  noch um sich selbst schert und dem es völlig egal ist, wen er mit in den Abgrund reißt." Wetzel, Zerstörer 4
97: "Ich versteh', daß man mit gezücktem Messer auf einen Rivalen losgehn, aus unglücklicher Liebe in einen Abgrund springen kann." Schnitzler, Weites Land 238
98.  "Im Grunde war William Bligh, der cholerische Kapitän der Bounty, ein überforderter CEO. Einer von denen, die so lange nach oben gelobt wurden, bis sie hilflos mit den Armen rudernd von ihrem hohem Posten in den Abgrund blicken und noch noch versuchen, eigene Fehler durch die Fehler anderer zu kaschieren." Gastmann, S. 27
99. "Man will sich diese Gruppe hochrangiger Entscheider nicht als normale Menschen vorstellen, aber genau das sind sie. Keine Helden. Nicht mal böse Helden. Sie erkennen, daß die Bank gegen die Wand fährt und uns damit alle in den Abgrund zieht, machen aber weiter." Rühle, Veiel, S. 11
100. "Wer tief genug in den Abgrund des Unendlichen schaut, ist gegen Vereinfachungen gerüstet." Gabriel 13
101. ""Wir brennen vor Gier, einen festen Grund zu finden und eine letzte beständige Basis, um darauf einen Turm zu bauen, der bis in das Unendliche ragt, aber all unsere Fundamente zerbrechen, und die Erde öffnet sich bis zu den Abgründen." So umschreibt Pascal die Erfahrung der Neuzeit.." Brantschen 73
102. "Denn das Sinnliche, das den unbewegten Philosophen so sehr durchdrang, dass er vor ihm Zuflucht in den ewigen Einsichten suchte, war tatsächlich immer noch viel zu komplex und unterschiedlich. Alles darin war wild durcheinandergemischt, Häuser, Wälder, Bauwerke, Abgründe..Sie hätten die Welt der Erscheinungen also nicht so schnell hinter sich lassen sollen." Gros 144f.
103. "Stets wandeln wir am Abgrund dicht,
Wo Tief und Dunkel schrecken,
Aus dem ein Tod und letzt Gericht
Die Drachenhälse recken!
..."                                                                                                 Carl Spitzweg
Jensen 51
104. Wo der Mensch sich wohlfühlt..
Gestern standen wir noch vor einem Abgrund. Heute sind wir schon einen großen Schritt weiter. - Ja, so redeten die Menschen früher, in den 1970er-Jahren, wenn sie kreativ bespruchbändert zu Demos gingen. Was diese Menschen hier und heute demonstrieren, wissen wir nicht. Klar ist bloß, sie drehen sich eher im Kreis. Und offenbar folgen sie dem Prinzip: Es ist einfach herrlich, wenn die Angst aufhört."
her, Wo der Mensch sich wohlfühlt, WOHLFÜHLEN, Beilage der Süddeutschen Zeitung, 30.11.2016, S. 62
105. "Vom Buschelberg bei Ottobeuren führt ein Gang in die Tiefe des Berges. Der Einstieg wird "Teufelsloch" genannt. Ein Arm des Gewölbes soll bis zum Schloss nach Hawangen reichen. In seinen Abgründen hausen die Muetes. Sie sind die bösen Geister der einstigen Herren eines versunkenen Schlosses..." Reitermann, Franziskus, Die dunkelsten... 40
106. "Dem Sannyasin, der sich selbst von jeder denkbaren Form der Sünde ausgeschlossen hat, bleibt keine Chance, sich wieder zu erheben, wenn er auf dem angestrebten Weg strauchelt; ein Fall, und er stürzt unweigerlich in den Abgrund." David-Néel, 219
107. "Einmal, nach ich ihn lange bedrängt hatte, weil ich hinter meiner Amnesie etwas Abgründiges vermutete, strich er mit dem Rücken seines Zeige- und Mittelfingers über meine Wange und sagte: Das war es." Maron, Animal, 37
108. "Wenn man in allen natürlichen Dingen und Ereignissen einen solchen Abgrund an Kräften, Bestrebungen und Tendenzen vermutet, dann ist die verborgene Natur unerschöpflich, alles Natürliche ein Einzelnes, das man in endlicher Zeit vielleicht ein wenig kennenlernen, jedoch niemals vollständig erkennen kann.... (Könnte nicht das im Tode geschärfte Bewußtsein in unbekannte Tiefen eines Momentes eindringen, die den Sterbenden überraschen in ihrer Komplexität?)." Hampe, Tunguska 267
109. DICHTER: ganze Harmonien klarmachen ganze Harmonien zerstören
TÄNZERIN: an vielen Orten
DICHTER: hier
TÄNZERIN: auf dem Berge
DICHTER: im Innern des Berges
TÄNZERIN: sie bewegen sich in Worten in den Abgründen der Sprache
DICHTER: ungeschützt
..
Thomas Bernhard, Der Berg - Ein Spiel für Marionetten als Menschen oder Menschenals Marionetten, in. TB Dramen 1, Werke 15, Suhrkamp, Frankfurt a.M. 2004 S. 96
110. TÄNZERIN: ich erschaffe einen Tanz der sie alle zunicht macht sein Tod blickt aus dem Abgrund und
CHOR: schneidet Hälse ab
TÄNZERIN:; ich erschaffe eine Suite die ein Abgrund ist
CHOR: ein Abgrund
TÄNZERIN: eine Vermutung die tötet
Thomas Bernhard, Der Berg - Ein Spiel für Marionetten als Menschen oder Menschenals Marionetten, in. TB Dramen 1, Werke 15, Suhrkamp, Frankfurt a.M. 2004 S. 125
111. "Schon Jean-Jacques Rousseau erkannte allerdings, dass durch Eigentum auch Ungleichheiten zwischen den Menschen entstehen. Er sah es als Hauptursache für Krieg, Mord, Neid und andere Abgründe des menschlichen Miteinanders." Lühres, Meins 50
112. "Steht Europa am Abgrund, der Nahe Osten vor einem Weltkrieg, Afrika vor dem Kollaps?" Mayer, Christian, Wird schon 49
113. "Die Reise selbst hatte etwas Traumhaftes. Regen, Nebel und Wolken verwandelten den Urwald, Schluchten, Abgründe, Felsen und Berge in eine Welt von unheimlich wechselnden, unwirklichen Formen." Breton, David Le, Lob des Gehens 168
114.  "Zu diesem Schluß gelangt Heidegger im Wintersemester 1925/26, so dass er von Aristoteles Abstand nimmt und dafür Kant näher rückt: "Die Griechen ahnten nichts von dieser abgründigen Problematik, die sich auftut, wenn man diesen Zusammenhang einmal gesehen hat..."  Thomä, Heidegger Handbuch 29
115. "'Sie müsse vielmehr in der Enthüllung der Ursprünglichkeit des gelegten Grundes begriffen werden. Heidegger beklagt allerdings, dass Kant vor der sich mit dem Begriff der Einbildungskraft stellenden Ursprünglichkeitsthematik zurückgewichen sei: "Kant brachte die 'Möglichkeit' der Metaphysik im Radikalismus seines Fragens vor diesen Abgrund. Er sah das Unbekannte." Thomä, Heidegger Handbuch 84
116. "Das aber kann nur dann so sein, wenn das Verstehen einem Grund aufruht, der auf eine Weise anwesend ist, die die Möglichkeit seiner Abwesenheit gleichursprünglich enthält. D.h., wenn, wie Heidegger sagt, der Grund "Ab-Grund" ist: "Der Ab-grund ist das Weg-bleiben des Grundes. Und was ist der Grund? Er ist das Sichverhüllende - Aufnehmen, weil ein Tragen, und dieses als Durchragen des Zugründenden." Thomä, Heidegger Handbuch 136
117. "In das Seyn zu springen bedeutet demnach nicht, einen Grund zu erreichen, sondern einen Ab-grund zu eröffnen, einen Bereich, in dem die Erkenntnis möglich ist, dass das Seiende auf etwas verweist, das überhaupt nicht ist. Die Passagen über die "Zerklüftung des Seyns" erkunden auf unsystatische Weise die Dimensionen des Seyns.." Thomä, Heidegger Handbuch 158
118. "Als solches sei es weder ratio oder Vernunftgrund noch causa oder Ursache, aber dennoch Grund des Seienden, der selbst grundlos, ohne jeden Grund, gewissermaßen als Ab-Grund "walte"."" ( Thomä, Heidegger Handbuch 249
119. "Wenn das Sprechen denn zum dichterischen Singen avanciert, so ist dieses kein fröhliches Trällern, in ihm wird vielmehr das Bewußtsein vom Abgrund des "Ungesagten" oder "Ungesprochenen" wach gehalten. Von diesem Abgrund anzufangen - dies ist die Aufgabe, die der Dichtung in Heideggers Geschichte des Seins zugewiesen ist." Thomä, Heidegger Handbuch 264
120. "Man befinde sich, so Heidegger emphatisch, "an der methodischen Wegkreuzung, die über Leben und Tod der Philosophie überhaupt entscheidet": den Sturz in den "Abgrund...der absoluten Sachlichkeit" ode den "Sprung in die Welt"." Thomä, Heidegger Handbuch 335
121. "Der Philosoph wie der Künstler wandern hin und her auf der Brücke zwischen menschlichem Dasein und naturhaftem Wesen. "Und die Brücke, die jenen Abgrund überwölbt, aber nicht ausfüllt, gibt den Blick frei in die Tiefe." ...es ist kein Zufall, dass er sich in den letzten Seminaren ausführlich mit Heideggers Satz vom Grund befasst hat, insbesondere mit dessen Idee des "Abgrunds (des Acheron, den es zu überqueren gilt, wie Becker, Gérard de Nerval zitierend, schreibt) als Grund des Seins, als Grund auch des Gedichts und damit der Kunst, und nicht zuletzt auch als Grund sowohl von Heidegger "Dasein" wie von Beckers "Dawesen".  Thomä, Heidegger Handbuch 368

Gut paßt dazu der Begriff des "Bodenlosen".

1 ..diese Leichtigkeit der Seide, die dich abstreift
ins Bodenlose, wenn der Wind dein Verschwinden
nachzeichnet und ich mich frage, welche Einsamkeits
spricht aus dem Verrückten der Stühle an einem Tag...
Nendza, Dein Nachthemd, S. 74
2 "Anders als in dem mittelalterlichen Kosmos mit seinem klar hierarchisch gegliederten Verweisungszusammenhang, der in dem ultimativen Signifikat Gott gipfelt, stürzt bei Borges die referentielle Bewegung der Zeichen in die Bodenlosigkeit. Die vertikale Ebenentrennung von Himmel und Hölle kollabiert in einem Raum der reinen Immanenz ohne jede Ausdehnung des Aleph, das als pervertierter kabbalistischer Buchstabe zugleich für die Priorität der Texte gegenüber der Welt und für die reine Selbstbezüglichkeit der literarischen Fiktionen steht."  Platthaus 18
3 "..(Capri) dort gibt es einen Punnkt, wo die Felsen dreihundert Meter tief zum Meer abfallen. Man glaubt fliegen zu können, wenn man hinuntersieht. Dorthin stellte Totò seine Braut und betrachtete sie durch die Linse. Und dann bewegte sich plötzlich etwas auf dem Boden; die Gesellschaft hatte eine kleine Schlange aufgestört. Die Braut schrie auf und wich einen Schritt zurück. Totò drückte auf den Auslöser. Die Braut stürzte ins Bodenlose. Aber auf Totòs Film schien sie zu schweben..." Martin Mosebach, Die schöne Gewohnheit zu leben, BvT 2. Auflage 2007, S. 42
4 "Die Erforschung der inneren Komplexität wird hier unabschließbar, die Natur der Dinge unauslotbar, weshalb jede Einsicht in die Natur des Natürlichen mit einer sich noch verbergenden Natur zu rechnen hat, die in das Natürliche noch nicht zutage getreten ist. Gerade für die Betrachtung der inneren, affektiven Natürlichkeit des Menschen bedeutet eine solche Bodenlosigkeit etwas zutiefst Erschreckendes." Hampe, Tunguska 264
5 "..um nicht verrückt zu werden
In den Zustand der Unsicherheit
der Bodenlosigkeit
der Zügellosigkeit zu verharren gnädige Frau
das ist es...
Bernhard, Die Jagdgesellschaft 418

und des "Schlundes"

1 "Seid ihr hingestiegen um zu lauschen
An des wunderbaren Berges Mund,
Höret ihr es furchtbar unten rauschen
In dem finstern unermeßnen Schlund..."
Ludwig I, Der Untersberg, zitiert nach: H. Fielhauer, Sagen vom Untersberg, in: Salzburger Höhlenbuch Band 1
2 "Er nahte sich verwundert dem unbekannten Schlund,
Es hauchte kalt und schaurig ihn an aus seinem Grund;
Er wollte zaghaft fliehen, doch bannt' ihn fort und fort
Ein lüsternes Entsetzen an nicht geheuren Ort."
Adalbert von Chamisso, Die Männer im Zobtenberg, zitiert nach Röder 99
3 "Der Löwe stand auf einer schönen und hohen Säule am Schlund eines Tales. Wir fuhren in diesen Schlund hinein, gleichsam immer schneller, je enger er wurde, wir beschleunigten und bohrten uns hinein wie Wasser in einem Trichter." Bitow 124
4 "Ist das der Eingang in die Tanarischen Schlünde? Sind dies die Seelen, die zur Unterwelt fliegen.." Hammer-Burgstall 70, in KATALOG Reise
5 "Sprühend fallen die Funken in den Schlund der Nacht: dies sind die Sterne des Erebus; so schwammen einst Sonnen im Grausen des Chaos." Hammer-Burgstall 70, in KATALOG Reise
6 "Auf einmal gähnt im tiefsten Felsengrund
Uns eine Höhle an, vo rderen finstern Schlund
Ein prasselnd Feuer flammt. In wunderbaren Gestalten
Ragt aus der dunklen Nach das angestrahlte Gestein,
Mit wildem Gebüsche versetzt, das aus den schwarzen Spalten
Herab nickt und im Widerschein
Als grünes Feuer brennt.   OBERON
Hammer-Burgstall 70, in KATALOG Reise
7 "Bei Regenwetter war der Schlund manchmal blitzartig erhellt durch die Funken, die von den Strombügeln stoben, wenn die Bahn sich kreischend und bedrohlich schwankend in die Kurven legte. Laßt alle Hoffnung fahren, voi ch'entrate! Das waren, dies spürte man, seltene Augenblicke der Ausgesetztheit, und wer sie bewußt erlebte, der hielt vor Spannung den Atem an, als wäre dort draußen etwas Verbotenes und unwiederbringlich Verlorenes im Gange. Unmöglich, in solcher Frühe Einzelheiten der Geisterwelt hinter den Straßenbahnfenstern auszumachen. Nur nur waren die Scheiben verschmiert wie Brillengläser, auch auch war das Dunkel historisch bedingt und blieb die meiste Zeit über undurchdringlich." ...in diesem Dresdner Tunnel Grünbein, Zoo 94
8 "Die Herrschaften schlafen in weichen Betten und hören nichts von dieser Stimmung, auch sie sind konserviert in der Vorstellung. Im Herzen des Hauses, da gibt es einen Schlund. Wie in jedem Haus, das ich kenne. Dieser Schlund öffnet sich erst spaltbreit, hernach immer weiter und steht klaffend wie ein Anklage nun offen. Der Schlund ist gefüllt mit allem, was geredet wurde, was zerbrochen ist und ungewollt war. So einen Schlund kennt jedes Haus.." Gomringer 138
9 "Wenn die Callas als Tosca dem gemeinen Barone Scarpia den Brieföffner in die Halsschlagader stach und mit der Klinge in der Wunde herumrührte, bis der Schuft zu zucken aufhörte und das Glas, das seine Hand umkrampfte, auf den Boden fiel, dann sang sie nicht mehr, dann röchelte sie ein schauriges "Muori!" "Muori!". Das waren Laute, die aus einem Erdschlund zu dringen schienen." Mosebach 56
10 Dass dieser Abend aus dem Bauch des Theaters selbst kommt und gewissermaßen aus historischem Schlund, macht schon der Anfang deutlich: Aus der Tiefe der weit gerissenen, ihre Züge und Streben offenlegenden Bühne zuckelt ein Holzkasten nach vorne, der aussieht wie ein übergroßer Pappkarton. Ein Guckkasterl im Guckkasten für das Spiel im Spiel." Dössel, Pures Spiel 9
11 Ich hatte noch keinen Blick in den unergründlichen Schlund getan, in den ich hinabsteigen sollte. Der Augenblick war gekommen. Verne, Mittelpunkt 156
12. Und hinab und alles hinab, der Altar, der Taufstein, die Kanzel, die Glocken - alles hinab in den grenzenlosen Pfuhl, in die finstere Tiefe......Laß dir melden, o Herr, zu Sankt Maria im Torwald ist die Kirche versunken. Die Kirche mitsamt der Gemeinde, den Lebendigen und den Toten. Aus dem Schlunde steigt stiller Rauch, aus dem Schlunde fliegt ein weißes Vögelein..." Rosegger, Das Ewige Licht 260

Durs Grünbein verwendet das Adjektiv "abyssal"

1 "Anders als die Eiswüsten am Polarkreis und selbst die Oberfläche des Mondes sind diese abyssalen Regionen noch immer fast unberührt." Durs Grünbein, Galilei vermißt Dantes Hölle, Frankfurt a.M. 1996, Kapitel "Zeit der Tiefseefische" 237

Martin Mosebach benützte einmal den Ausdruck "danteske Höllenschlucht":

1 ""Italien - das Land des totesten Marmors, des Friedhofmarmors schlechthin. Aus Carrara, dieser dantesken Höllenschlucht, der wie ein mondgroßer Kuchen brutal zersägten Berglandschaft, kommt jener weiße Stein." Mosebach, Martin, Die schöne Gewohnheit zu leben, BvT 2. Auflage 2007, S. 13

 

Im Zusammenhang mit dem BREXIT Großbritanniens fiel 2016 in einem Fernsehkommentar der Ausdruck "leap into the dark", der ja auch mit dem Abgrund zu tun hat., gemäß dem Longman DCE 1995: "something you do, or a risk that you take, without knowing whatwill happen as a result", sehr passend. 

EMPEDOKLES, eine Gestalt der Antike. Stürzte sich in den Ätna! Literarisch meisterhaft aufgenommen in einem Gedicht von Hölderlin.

Inhaltlich ist der Abgrund auch in folgender kurzer Passage aus Thomas Bernhards Stück "Ritter, Dene, Voss" enthalten, ohne daß er erwähnt ist:
"Ein Erdbeben wirkte sich allerdings
verheerend aus..
..ich wünschte dieses Land
verschwände eines Tages
oder noch besser
urplötzlich in der Nacht
durch ein Erdbeben
vom Erdboden
dieses scheußliche Vaterland.." (S. 334)

 


Literatur

Alby, Moritz Was heisst hier Freiheit? Reflexionen eines ehemaligen Gefängnisinsassen, Hohe Luft 2/2105, S. 58ff.
Arnu, Titus Teilchenphysik, Süddeutsche Zeitung Gesellschaft 8./9. Oktober 2016, Nr. 233, S. 46
Bachmann, Ingeborg Malina, suhrkamp, Frankfurt a.M. 1971
Bernhard, Thomas Der Atem - Eine Entscheidung, Residenz Verlag 1978
Bernhard, Thomas Die Kälte, Residenz Verlag 1981
Bernhard, Thomas Ein Kind, Residenz Verlag 1982
Bernhard, Thomas In der Höhe, Rettungsversuch Unsinn, Residenz Verlag, Salzburg Wien 1989
Bernhard, Thomas Die Berühmtesten, Bibliothek Suhrkamp, Frankfurt a.M. 1976
Bernhard, Thomas Alte Meister, Werke 8 Suhrkamp, Frankfurt a.M. 2008
Bernhard, Thomas Der Zimmerer, in: Thomas Bernhard, Erzählungen Kurzprosa, Werke 14, Suhrkamp, Frankfurt a.M. 2003
Bernhard, Thomas Wittgensteins Neffe, in: Werke - Erzählungen III, Suhrkamp Verlag, Frankfurt a.M. 2008
Bernhard, Thomas Heldenplatz, Suhrkamp, Frankfurt a.M. 1988
Bernhard, Thomas Dramen 5 Werke 19 (Ritter, Dene, Voss), Suhrkamp, Berlin 2011
Bernhard, Thomas Dramen 1 Werke 15 (Der Berg), Suhrkamp, Frankfurt a.M. 2004
Bernhard, Thoas Dramen 1 Werke 15 (Die Jagdgesellschaft), Suhrkamp, Frankfurt a.M. 2004
Bitow, Andrej Armenische Lektionen, Frankfurt a.M. 2002
Brantschen, Niklaus Erfüllter Augenblick - Wege zur Mitte des Herzens, Herder Spektrum, Freiburg Basel Wien, 1999
Burke, Edmund Origin of our Ideas of the Sublime and the Beautiful, London 1968
David-Néel, Alexandra Mein Indien, S-Fischer-Verlag, Franfurt a.M, 2. Auflage 2011
Dössel, Christine Pures Spiel, höchste Kunst - Und der Text  als Partitur: Dieter Dorn inszeniert Samuel Becketts "Endspiel" als Schauspielerfest für zwei Existenzclowns, Süddeutsche Zeitung Nr. 176, 1. August 2016, S. 9 HF3
Dorn, Thea, Wagner, Richard Die deutsche Seele, Knaus, 3. Auflage, München 2011
Freien Deutschen Hochstifts / Frankfurter Goethemuseum und des Goethe-Museums Düsseldorf / Anton- und Katharina-Kippenberg-Stiftung, Katalog im Auftrag des  Reise ins unterirdische Italien, Grotten und Höhlen in der Goethezeit, INFO-Verlag 2002 (KATALOG Reise)
Gabriel, Marcus Alles Mögliche - Leibnitz und wir, Süddeutsche Zeitung Nr. 263, 14. November 2016, Feuilleton, S. 13
Gastmann, Dennis Atlas der unentdeckten Länder, rowohlt Berlin 1. Auflage 2016
Goethe, J.W. Werke (Hamburger Ausgabe), hg. v. Erich Trunz, Bd. III, Faust, München C.H. Beck, 1981
Gomringer, Nora ach du je, Der gesunde Menschenverstand, Luzern 2015
Groebe, Reinhart Amts-Blabla, aber kein Job, Leserbrief, Süddeutsche Zeitung Nr. 237 13. Oktober 2016, S. 17
Gros, Fréderic Unterwegs - Eine kleine Philosophie des Gehens, Riemann, München 2010
Grün, Anselm Die Weisheit des Pilgerns, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2008
Grünbein, Durs Galilei vermißt Dantes Hölle, Aufsätze, Suhrkamp, Frankfurt a.M. 1996
Grünbein, Durs Die Jahre im Zoo, Berlin 2015
Hampe, Michael Tunguska oder Das Ende der Natur, Hanser, München 2011
Heidegger, Martin Die Grundbegriffe der Philosophie. Welt - Endlichkeit - Einsamkeit, Frankfurt 1983
Hofmann-Montanus, Hans, Petritsch, Ernst Felix Die Welt ohne Licht, Regensburg 1994
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Le Breton, David Lob des Gehens, Matthes & Seitz, Berlin 2015
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Lodemann, Jürgen Fessenheim, Klöpfer & Meyer, Tübingen 2013
Lüdtkehaus, Ludger Tiefenphilosophie - Texte zur Entdeckung des Unbewußten vor Freud, Eva-Taschenbuch, Hamburg 1995
Lührs, Greta Meins! HOHE LUFT 5/2015
Maron, Monika Animal Triste, S.Fischer, Frankfurt a. M. 2. Auflage, o.J.
Marquard, Odo Zukunft braucht Herkunft, Reclam, Stuttgart 2015
Mayer, Christian Wird schon - 2016 war ein Horrorjahr, 2017 kommt's noch schlimmer. Wirklich? Ein Plädoyer für mehr Optimismus, Süddeutsche Zeitung Nr. 303, 31. Dezember 2016, GESELLSCHAFT S. 49
Mosebach, Martin Die schöne Gewohnheit zu leben, BvT, Berlin 2007
Nendza, Jürgen Mikado-Geäst - Gedichte aus 20 Jahren, poetenladen, Leipzig 2015
Neruda, Pablo Die Gedichte Band 1, Luchterhand, München 1984 2009
Pfaller, Robert Zweite Welten Und andere Lebenselexiere, S.FischerWissenschaft, 
Pieper, Josef Das Viergespann, Kösel, München 1964
Platthaus, Isabel Höllenfahrten - Die epische katabasis und die Unterwelten der Moderne, Wilhelm Fink Verlag, München 2004
Podak, Klaus Die Rätsel der drei Welten - Zum 80. Geburtstag von Karl Raimund Popper, SZ AM WOCHENENDE 24./25. Juli 1982, Nr. 167, S. 1
Reitemann, Franziskus Die dunkelsten Allgäuer Sagenorte, edition Allgäu, Immenstadt-Werdenstein, ohne Jahresangabe
Röder, Sabine Höhlenfaszination in der Kunst um 1800, Remscheid
Rosa, Hartmut Resonanz - Eine Soziologie der Weltbeziehung, Suhrkamp, Berlin 2016
Rosegger, Peter Das Ewige Licht, Staackmann, München, ohne Jahresangabe
Rühle, Alex, Interviewer Die Bank ist gut zu mir - Seit zwanzig Jahren beschäftigt sich der deutsche Dokumentarfilmer Andreas Veiel mit der Deutschen Bank. Ein Gespräch über Schweigekultur, Hybris, Angst und ein fatales Verantwortungsvakuum, Süddeutsche Zeitung Nr. 247, 25. Oktober 2016, Feuilleton, S. 11
Schnitzler Arthur Das weite Land, in: Spectaculum 46 Moderne Theaterstücke, Suhrkamp Verlag, Frankfurt a.M 1988
Sloterdijk, Peter Du mußt dein Leben ändern, Suhrkamp, Frankfurt a.M. 2009
Sloterdijk, Peter Das Schelling-Projekt, Berlin 2016
Schlegel, Friedrich Lucinde, insel taschenbuch, Frankfurt a.M. 1985
Schmid, Wilhelm SEXOUT, Insel, Berlin 2015
Shafak, Elif Die vierzig Geheimnisse der Liebe, Kein & Aber, Zürich-Bern 2013/2014
Stölzel, Simone Nachtmeerfahrten - Die dunkle Seite der Romantik, Berlin 2013
Thomä, Dieter (Hrsg.) Heidegger Handbuch Leben - Werk - Wirkung, 2. Auflage, J.B. Metzler, Stuttgart - Weimar 2013
Valéry, Paul Cahiers/Hefte 6, S.Fischer, Frankfurt a.M 1993
Verne, Jules Reise zum Mittelpunkt der Erde, Diogenes, Zürich 1976
Weiss, Marlene Schönstes Loch, in: Unsere Besten, Süddeutsche Zeitung Nr. 137 BERGE S. 42
Wetzel, Hubert Der Zerstörer, Süddeutsche Zeitung Nr. 237 13. Oktober 2016, S. 4
Wirth, Josef Höhlensagen, in: Spötl, C., Plan, L., E. Christian (Hrsg.), Höhlen und Karst in Österreich. - Linz 2016 (Oberösterreichisches Landesmuseum): 333-344

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