Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle
Die Farbe "Blau" in der Höhlenphotographie
Die "Blaue Grotte" auf Castelorizo
"Blau"...."für den Künstler die Farbe der Sehnsucht, aber auch der Bewegung nach Innen in die Tiefe.." (Reithmeier R12)
| Kastellorizo | ||
| Melissani | ||
| Wimsener Höhle | ||
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Höhlensee von St. Leonhard, CH | |
| Nigardsbreen, Norwegen | ||
| Nigardsbreen, Norwegen | ||
| Svatisengletscher, Norwegen | ||
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Blautopf, Schwäbische Alb, D | |
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| Louequelle, Franz. Jura | ||
| Source Bleu, Doubs | ||
Wie haben die Schriftsteller versucht, die unendlich vielen Variationen von "Blau" zu beschreiben. Ihnen stehen ja "nur" Worte zur Verfügung.
Beispiele:
| "..Augen. "bläulich-grün wie die Ränder von farblosem Fensterglas"...Max Frischs, Stiller |
| "Ihre adriablauen Augen waren Röntgenstrahlen für unsere Ahnungslosigkeit".... Stanisic, Sasa, Mein Unglück 34 |
| "Die Sonne geht über dem azurblauen Adriatischen Meer auf und ist etwas überrascht, dass in der Villa Hypatia schon Menschen geschäftig unterwegs sind." Dlabal, Die dunkle Seite des Lichts 165 |
| "Ich las in seinen Zügen den Wunsch, ich möge sie nach seinem Namen Grotta Pagano nennen; ich hätte ihr auch diese Benennung gegeben, aber, da ich ihn gleichsam erst mit Gewalt hineingebracht, hielt ich ihn der Ehre nicht völlig würdig, und antwortete ihm daher: ich wisse keinen besseren Namen für diese vorzuschlagen, als den: Grotta azzurra, die himmelblaue Grotte." Kopisch, Blaue Grotte 49 |
| "Das angenehme Gefühl von einem Phänomen so außerordentlicher Schönheit überrascht worden zu sein, wo ich nur alte Trümmer vermutet, war dadurch bis zum Überreiz erhöht, daß das zauberisch flammende Blau des Wassers in der Grotte für mich damals ein unerklärbares Rätsel geblieben war." Kopisch, Blaue Grotte 51 |
| "Alsbald schwand das Tageslicht, und wir waren im Innern der Grotte angelangt - über uns eine kluftige Felsendecke, deren hervorragende Teile vom zartesten Blau wie von brennendem Schwefel angehaucht waren, unter uns aber das reinste, leuchtende Saphirblau in sanfter Bewegung - war es doch, als wäre die Erde verkehrt und der dunkle Boden über, der blaue, lichtvolle Äther unter uns." Klemm, Die Frage, ob wir eine Fackel bezahlen sollten, zitiert in: Kopisch, Blaue Grotte 79 |
| "Die ganzen hohen Felsen sind himmelblau und grünlich im Dämmerlicht, etwa wie im Mondschein; doch sieht man alle Ecken und Vertiefungen deutlich; das Meer aber ist durch und durch vom Sonnenlicht beleuchtet und erhellt, so daß der schwarze Kahn auf einer hellen glänzenden Fläche schwebt; die Farbe ist das leuchtendste Blau, das ich je gesehen habe, ohne Schatten, ohne Dunkelheiten, wie eine Scheibe des hellsten Milchglases; und wie die Sonne durchscheint, so sieht man auch ganz deutlich Alles, was unter Wasser vorgeht, und das ganze Meer mit seinen Geschöpfen thut sich auf." Mendelsohn-Bartholdy, Vor allem muß ich aber von der Blauen Grotte erzählen (1831), zitiert in Kopisch, Blaue Grotte 85 |
| "Geisterhaft blau sind die Wände un dabei mysteriös anzusehen, wie Paläste von Feen....Das blaue magische Wasser lockt unwiderstehlich.." Gregorovius, Undinen, Sirenen..., zitiert in Kopisch, Blaue Grotte 88 |
| "Schön ist eine Mondnacht im Süden, und die Bläue der Lüfte, so wie des Wassers ist bezaubernd, aber was sind solche Farben gegen das brennende Blau, das diese hohe Felsenhöhle wie mit der Kraft einer optischen Magie durchschimmerte, gegen die Klarheit des Meeres, das sie mit dem Kristall einer bis auf den tiefsten Grund durchsichigen Flut anfüllte, gegen die unbeschreibliche Helle, die sich wie ein süßes blaues Feuer von ihrem Spiegel aus über die seltsam gebildeten Felswände verbreitete, daß auch sie in phosphorischen Flammen zu glühen schienen, gegen die sanften Übergänge und Abstufungen dieses Feuerblaus, gegen die Lieblichkeit des Bildes, das die lautern Wasser von den mannigfaltigen Felsgestalten zurückspiegelten, ja gegen die Schwimmenden selbst, die mit entzückender Lichthelle aus dem blauen Zauberbad hervorleuchteten." Waiblinger, Ein süßes blaues Feuer, zitiert in Kopisch, Blaue Grotte 91 |
| "Ein kleiner Kahn glitt über das blaue brennende Wasser hin; es war, als stiege er aus der Tiefe herauf und schwebte leicht über dieselbe hin." Andersen, Improvisator, zitiert in Kopisch, Blaue Grotte 95 |
| "Als wir in die Blaue Grotte eindrangen, war es sie schon fast ganz angefüllt mit Booten, und alles hallte wider vom Geschrei der Ruderer, die, um sich Platz zu schaffen, rücksichtslos mit ihren Rudern in den berauschenden Türkis-Massen herumrührten....Zahlreiche Kongressteilnehmer entkleideten sich in den blauen Booten, und ihre bunten Badeanzüge wetteiferten in Lila, Malve und Scharlachrot mit dem glitzernden Azur." Corra/Marinetti, Die Eröffnung des Rosa Kongresses, zitiert in Kopisch, Blaue Grotte 98 |
| "Wissen Sie, wie Ceruleanblau aussieht?" Die richtige Antwort lautet: wie das Blau des Himmels am Mittag eines Frühsommeerstags. Falls Sie das wußten, gehören Sie zur Zielgruppe von "Der Teufel trägt Prada 2". Hildebrand, So viel Body Negativity heute 9 |
| "In Washington erschien Charles nun in einem zwischen Lavendel und Hellblau changierenden Anzug, den man gern betrachtete, weil er sich deutlich von den Neureichenproletenkrawatten und Anzügen der Maga-Bewegung unterschied." Minkmar, Danke King Wal 11 |
| "Ich war gemeinsam mit Olivier neben einer ovalen, etwa zehn Meter langen und an den Rändern grünblau schimmernden Gletscherspalte stehen geblieben." Lesti, Oben ist besser als unten 93 |
| "Im Sommer ist der Berg zart fernblau, und das unbestimmte Schimmern von Bläulich und Grünlich sieht von ferne wie ein Saum von Edelsteinsplittern." Stifter, Bergkristall, zitiert nach Lesti 262 |
| "Sie gehen in eine Gletscherhöhle, in der es blau, so blau wie gar nichts in der Welt ist, viel tiefer und viel schöner blau als das Firmament, gleichsam wie himmelblau gefärbtes Glas." Stifter, Bergkristall, zitiert nach Lesti 263 |
| "Hell schien die unendliche Höhle, erbaut vom blauem Saffir..." Begemann, Vaterfluch 7 |
| "Manchmal können diese Blautöne auch klar wie Glas sein und manchmal sind sie fast Mitternachtsblau." https://adventures.is/de/island/tagestouren/eishoehlen-tour/eishoehlen-expedition/?srsltid=AfmBOoo2_9OFUw6ojdtCex3c93ByyhZ0r8oLm-_-FFuLrOzTKwnr49CK |
| "Bavarian
gentians....torch-flower of the blue smoking darkness, Pluto's
dark-blue daze.... black lamps of the halls of Dis, burning dark blue, giving off darkness, blue darkness..." D.H.Lawrence, Bavarian gentians https://poetryarchive.org/poem/bavarian-gentians/ |
| "Farbe : Im Merriam-Webster Dictionary beschreibt es ein blasses, graublaues Violett (auch bekannt als Periwinkle-Blau)." |
| "Sie hatte eine Ottomane hinstellen lassen und ihr einen Teppich zu Füßen gelegt, dessen altes Rotblau gemeinsam mit dem türkischen Muster der Liegestatt, das sich in sinnloser Unendlichkeit wiederholte, eine üppige Herausforderung des zarten Grau und vernünftig-schwebender Lineaments darstellte, die in diesem Raum kraft Urväterwillens zu Hause waren." Musil, Der Mann 717 |
| "Man stelle sich die himmelblaue Weltkugel vor, ein wenig ins Vergißmeinnichtblau des Stummschen Waffenrocks aufgehellt und ganz und gar bestehend aus Glück, aus Bedeutsamkeit, aus dem geheimnisvollen Gehirnphospor innerer Erleuchtung, inmitten dieser Kugel aber das Herz des Generals und auf diesem Herzen, wie Maria auf dem Kopf der Schlange stehend, eine göttliche Frau, deren Lächeln mit allen Dingen verwoben und die geheime Schwere aller Dingeist: so erreicht man ungefähr den Eindruck den Diotima seit der ersten Stunde, wo ihr Bild seine sich langsam bewegenden Augen gefüllt hatt, auf Stumm von Bordwehr machte." Musil, Der Mann 345 |
| "Ihre Frau Gemahlin hat Seele" verbesserte ihn Ulrich so ernst, als stellte er fest, sie habe nachtblaues Haar." Musil, Der Mann 803 |
| "Daß diese Bilder nicht ganz zueinander stimmten, war schon die Folge einer träumerischen Verfassung, in diesie Arnheim versetzten, denn es schien ihm, daß man gerade ein solche Leben auch einem Traum vergleichen könnte, wo man gleichzeitig draußen bei den wunderlichsten Geschehnissen ist und still innen in der Mitte liegt, mit einem verdünnten Ich, durch dessen Vakuum alle Gefühle wie blaue Glühröhren strahlen." Musil, Der Mann 409 |
| "Clarisse bemerkte plötzlich, daß sie nicht mehr stritten, rieb sich die Augen und blinzelte Ulrich und Walter freundlich an, die, von gelbem Licht bestrahlt, wie in einem Glasschrank vor den abendblauen Fensterscheiben saßen." Musil, Der Mann 219 |
| "Die Rinde der Bäume war noch vom Morgen feucht. Draußen auf der Straße lag veilchenblauer Benzindunst." Musil, Der Mann 114 |
| "Gegen zehn Uhr wurde es besser, der Nebel wich; der Himmel wurde blau, anfangs ganz blassblau wie zu Hause in Wintertagen, dann immer tiefer und reiner." 504 Schützengrabenträume, in: Eduard von Keyserling, Landpartie - Gesammelte Erzählungen, Manesse, München 2018 |
| "In der Tiefgarage steht der Mitsubishi Colt in Metallicblau, Mutters Liebe." Bärfuß, Königin der Nacht |
| "Ich sah das freundliche Zimmer, in dem ich lag, sah ein Stück blassblauen Himmels, den die Fensterscheiben in regelmäßige Quadrate zerschnitten." Keyserling, Verwundet, in: Landpartie 552 |
| "Da waren die Töchter des Hauses, die kleinen, wilden Komtessen mit den rötlichen Licken, den weit offenen graublauen Augen und den unruhigen Lippen, die stets darauf zu warten schienen, dass es etwas zu lachen gebe." Keyserling, Pfingstrausch im Krieg, in: Landpartie 569 |
| "Ringsum standen die blütenbedeckten Büsche wie eine Mauer aus blassvioletten und weißen Wolken, irgendwo schlug eine Nachtigall, und endlich stieg der Mond am blassblauen, sternleeren Himmel empor, ein runder, silberner Mond." Keyserling, Pfingstrausch im Krieg, in Landpartie 574 |
| "Er ging in den Garten hinunter, der Himmel war tiefblau, die Sonne brannte heiß auf die Kieswege." Keyserling, Im stillen Winkel, in: Landpartie 612 |
| "Das braune Gesicht der alten Marie mit den kleinen, wie mit dem Messer hineingeschnitzten Falten, den trübblauen schläfrige Augen war Paul bekannt und vertraut wie seine Kinderstube." Keyserling, Im stillen Winkel, in: Landpartie 605 |
| "Endlich galt es, den Vater anzusehen, und das war gefährlich, denn wie leicht konnten die stahlblauen Augen sich auch auf Paul richten, mit den strengenk, ein wenig unzufriedenen Blick." Keyserling, Im stillen Winkel, in: Landpartie 605 |
| "Als Hokusai diese Ansichten (36 Ansichten des Mount Fuji) schuf, arbeitete er mit dem damals nun auch in Japan erhältlichen Preußischblau, einer sythetisch hergestellten Farbe, die zuvor sehr teuer gewesen war. Im Vergleich zu anderen Farbtönen war Preußischblau kräftiger, hatte einen größeren Tonwertumfang und - was am wichtigsten war - es verblasste nicht." Payne, Meisterwerke der Kunst 113 |
| "Dunkelblaue Felsen mit bunten Adern erhoben sich in einiger Entfernung; das Tageslicht, das ihn umgab, war heller und milder als das gewöhnliche, der Himmel war schwarzblau und völlig rein. Was ihn aber mit aller Macht anzog, war eine hohe lichtblaue Blume, die zunächst an der Quelle stand, und ihn mit ihren breiten, glänzenden Blättern berührte." Brock, Die Welt zu Deinen Füßen 158 |
| "Jellinek....Die fuchsrot gefärbten Haare mit der ikonischen Tolle, die hohe, schlanke Gestalt, der leicht verklärte, nie alles preisgebende Raubvogelblick aus hellblauen Augen (sie selbst behauptet, sie seien grün)." Dössel, Da steht sie also, leiblhaftig 11 |
......verfügen über ein ausgezeichnetes System, Pantone. Da gibt es dann
Die alten Griechen sollen kein Wort für "Blau" gekannt haben. In der Illias steht etwas von "oinopa ponton", was mit "weinfarbig" oder so ähnlich übersetzt wurde und wird. Auch im Neuen Testament steht nicht von Blau. In der japanischen Sprache gilt das Wort "Ao" sowohl für blau als auch grün. Seltsam.....
"Das Wunderland ist blau, wie alle Sehnsuchtsländer hinter blauen Bergen oder blauen spanischen Augen." Brock, Die Welt zu Deinen Füßen 166
Literatur:
Bärfuss, Lukas (2026): Königin der Nacht, Rowohlt,
Hamburg 2026
Begemann, Friedrich (1828): Der gesegnete Vaterfluch. Eine Mähr in fünf Büchern,
Jena
Brew-Hammond, Nana Ekua (2025): Blau : die Geschichte einer Farbe, tief
wie das Meer und weit wie der Himmel, Hamburg
Brock, Bazon (1999): Die Welt zu Deinen Füßen, Köln
Dlabal, Milan (2026): Die dunkle Seite des Lichts, Hanser, München
Dössel, Christine (2026): Da steht sie also, leibhaftig, SZ Nr. 241, 20.10.20226, S. 11
Hayley Edwards-Dujardin (2022): BLAU : vom alten Ägypten bis zu Yves Klein, Zürich
Hienckes, Nico (2017):Die Farbe Blau in der Kunst : Bedeutung, Inspiration, Malerei, Freiburg im Breisgau
Hildebrand, Kathleen (2026): So viel Body Negativity heute, SZ Nr. 99, 30.04.,01.05.2026, S. 9
Keyserling, Eduard von (2018): Landpartie Gesammelte Erzählungen, Manesse, München
Kopisch, August (1997): Entdeckung der Blauen Grotte auf der Insel Capri, Verlag Klaus Wagenbach, Berlin
Lesti, Andreas (2013): Oben ist besser als unten, Rogner & Bernhard, Berlin
Minkmar, Nils (2026): Danke, King Wal, SZ Nr. 99, 30.04,010.05.2026, S. 11
Musil, Robert (2014): Der Mann ohne Eigenschaften, rororo, reinbek bei Hamburg
Payne, James (2026): Meisterwerke der Kunst - Grossartig erklärt, riva, München
Reithmaier, Sabine (2026): Kunstvolle Ausflüge, SZ Nr. 92, 22.04.2026, R 12
Stanisic, Sasa (2025): Mein Unglück beginnt damit, dass der Stromkreis als Rechteck abgebildet wird, Luchterhand, München
Stiller, Max (2013): Stiller, Berlin
Links:
https://www.posca.com/de/blautoene/
https://www.seilnacht.com/Lexikon/FBlau.htm
https://www.pantone.com/eu/de/
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