Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

Der Begriff der "Höhle"


Katerloch bei Weiz um 1840 von Joseph Kuwasseg


Was ist eine "Höhle"? Gibt es gemeinsame Eigenschaften, die alle "Höhlen" haben? Was wurden im Verlaufe der Geschichte für Antworten auf diese schwierige Frage gegeben? Ein großes, ein wichtiges, ein grundlegendes Thema.

Schon 2001 hat sich Dr. Karl Mais, der "Charly",  in der Rachelsperger Hütte beim Lamprechtsofen in seinem Vortrag über "Höhle und Höhlenforschung" damit sehr kompetent auseinanderesetzt. Er sagte schon damals, es handele sich um einen "Gummibegriff" und Folgendes als pragmatische Lösung vorgeschlagen: Wenn man dafür eine Katasternummer hergibt, dann ja, ansonsten nein.

Eine kleine Übersicht (in Vorbereitung): 

1638 Johann Heinrich Alsted
Encyclopaedia Cursus Philosophici 

Höhle????

1658 Comenius


Quelle: Comenius, Johann Amos (1658): Orbis Sensualium Pictus, Nürnberg

 
Das Wort "Höhlen" kommt hier nur in Klammern gesetzt vor! Hauptbegriff ist "hohle Klüfte"!
1728 Chambers

1731  Zedlers Universallexikon https://www.zedler-lexikon.de/

1754 Baron d'Holbach und Louis de Jancourt / 7. Band der Encyclopédie

"GROTTE, s. f. cripta, (Hist. nat.) On nomme ainsi les cavernes, les creux ou les espaces vuides qui se rencontrent dans le sein de la terre, & surtout dans l'intérieur des montagnes. Buttner & la plûpart des Naturalistes attribuent la formation des grottes aux bouleversemens causés par le déluge universel ou par d'autres révolutions particulieres, telles que celles qu'ont pu causer les feux soûterreins; ou aux eaux qui en pénétrant au - travers des montagnes & des roches qui les composent, ont entraîné & détaché les substances, telles que la terre, le sable, &c. qui leur présentoient le moins de résistance, & n'ont laissé subsister que les plus solides qu'elles n'ont pû entraîner avec elles. Les grottes varient pour la grandeur & pour les phénomenes qu'elles présentent; il n'y a guere de pays montagneux où l'on n'en trouve quelques - unes." p 967

GOOGLE-Übersetzung des Textes 23.12.2020:
"CAVE, sf cripta, (Hist. Nat.) Man nennt so die Höhlen, die Mulden oder die gesehenen Räume, die sich im Schoß der Erde und besonders im Inneren der Berge treffen. Buttner und die meisten Naturforscher schreiben dies zu die Bildung von Höhlen zu den Umwälzungen, die durch die universelle Flut oder durch andere besondere Revolutionen verursacht werden, wie sie durch die unterirdischen Brände verursacht werden, oder zu den Gewässern, die durch das Eindringen in die Berge und die Felsen, aus denen sie bestehen, entstanden sind Mitgerissene und abgelöste Substanzen wie Erde, Sand usw., die ihnen den geringsten Widerstand zeigten und nur den festesten zurückließen, den sie nicht mit sich führen konnten. Größe & für die Phänomene, die sie präsentieren; es gibt kaum ein Gebirgsland, in dem wir nicht wenige finden. " 

1773 Krünitz
[die] ein leerer Raum in dem Innern eines Körpers, und in weiterer Bedeutung, eine sehr vertiefte, sehr eingebogene Stelle einer Fläche, im g. L. eine Hohlung; besonders so fern sie dazu dient, etwas darein zu verbergen. L. Antrum, Cauerna. Fr. Antre, Caverne, Creux. Der Rumpf des menschlichen Leibes besteht aus verschiedenen Höhlen. Die Brusthöhle. Die Höhlen an den Knochen, die halbrunden Vertiefungen an den Gelenkbeinen. Die Höhlen der wilden Thiere, ausgehöhlte Stellen in der Erde, sich darin zu verbergen. Am häufigsten sind hohle Stellen oder leere Räume in dem Innern der Erde oder der Berge unter dem Nahmen der Höhlen bekannt. Sich in eine Höhle verkriechen. In dem Stande der Wildheit wohnten die Menschen in den Höhlen der Berge und Felsen. In dem Bergbaue ist die Höhle, ein halb rund ausgehauener Baum, ein Trog von einem gewissen Maße, das Erz darin <24, 115> fortzuschaffen. Gemeiniglich hält eine solche Höhle 16 Centner, oder 34 Körbe, oder 8 Karren.
1793 Pierer

1796 Adelung
Höhle..ein leerer Raum in dem Innern eines Körpers, und in weiterer Bedeutung, eine sehr vertiefte, sehr eingebogene Stelle einer Fläche, im gemeinen Leben eine Hohlung; besonders so fern sie dazu dienet, etwas darin zu verbergen. Der Rumpf des menschlichen Leibes bestehet aus verschiedenen Höhlen...
1799 Rosenmüller und Tillesius: Beschreibung merkwürdiger Höhlen. Ein Beitrag zur physikalischen Geschichte der Erde
1801 Lang, Galerie der unterirdischen Schöpfungwunder...

1803 Kant
"Die natürlichen Höhlen sind ganz unzählbar. Nur von den wenigsten kennen wir die Zugänge..
..die Natur selbst hat uns Gelegenheit gegeben, durch größere und kleinere Hölen, ...unter die Oberfläche zu streifen. Sie würden uns bey einem Durchschnitte des vesten Landes das auffallendste seyn. An anderen Stellen haben sich die Menschen selbst, schon seit den frühesten Zeiten, vor Mose; Eingänge in die Unterwelt gebahnt: Schachten eingesenkt, Stollen getrieben etc. Wir können also wohl die Höhlen der Erde mit Recht in Natürliche und Künstliche Theilen.
,,H. sind Vertiefungen, meistens in Kalkgebirgen, mit mehr oder minder ausgedehnten Gewölben und Gängen. Die Entstehung solcher Höhlen beruht bald auf Anspielungen durch Wasser, bald auf unterirdischen Feuerausbrüchen. Die Zahl derselben auf der Erde ist überaus groß, wenn auch nicht alle gleich merkwürdig sind." 


Kant, Physische Geographie Band 2, 1803

1806 Ritter, Blick in die Eingeweide der Erde
1832 Cammerer, Anseln Andreas Caspar
"Die Höhlen sind...einer gewissen Art von Kalkstein so gemein, daß er davon der Namen Höhlen-Kalkstein führt. Daß bei allgemeinen Erderschütterungen und großen Katastrophen, welche die Oberfläche der Erde so mannigfaltig veänderten, durch Ausschwemmungen, Uebereinanderstürzen etc. Höhlen, Felsenrisse, Spalten etc. entstanden, begreift sich ohne Mühe (S. 86)
1837 Rheinisches Konversationslexikon
Höhlen, Grotten oder Schlotten heißen die von der natur hervorgebrachten hohlen Räume in der festen Erdrinde. Man findet sie besonders in dem Kalksteine  der Uebergangs- und Flötzzeit, in dem Gyps, zuweilen in dem Sandstein und in den vulkanischen Felsarten; endlich muß auch der Drusenhöhlen auf Gängen gedacht werden, welche Krystalle enthalten.... S. 675
1838 Brockhaus
"Höhhlen sind hohle Räume im Innern der Berge oder in der Tiefe der Erde, welche ihren Ursprung theils vulkanischen Ereignissen, wie Erdbränden, Ausbrüchen von Vulkanen, theils Ausspülungen durch das Wasser zu verdanken haben mögen. Einige enthalten sehr merkwürdige Gebilde, während andere duerch besondere Eigenthümlichkeiten sich auszeichnen. In einigen finden sich höchst auffallende Tropfsteingebilde (Tropfsteinhöhlen), in anderen in großer Menge Knochen (Knochenhöhlen), in andern merkwürdige Eisbildungen (Eishöhlen), noch andere enthalten Dampf (Dampfhöhlen) oder Wasser (Wasserhöhlen), und aus einigen bläst ein eigenthümlicher Wind (Windhöhlen), der zuweilen merkwürdige Temperaturabwechslungen zeigt (Temperaturhöhlen)." Siehe: H.F. "Auszug"
1844 Nowak, Die Räthsel unserer Quellen oder Kritik aller wichtigeren bisher aufgestellten Theorieen über den Ursprung, die Temperatur, die Periodicität, die chemische Beschaffenheit der Quellen unserer Erde, und Versuch einer ausführlich begründeten Lösung dieser Fragen mit Hülfe eines neuen allgemeineren ...


1854 und später Grimm - Deutsches Wörterbuch
f. caverna, spelunca, ahd. holî, mhd. hüle, eine form die auch im ältern nhd. noch nachklingt: wie ein löuw in seiner hüle. Reiszner Jerus. 2, 132a; so das weiblin anhebt

höhle bezeichnet
1)
aushöhlung, vertiefung im allgemeinen: concavitas hule, hulin, hole (neben holigkeit, holheit) Dief. 138c; ire (der elennthiere) haar sind alle hol: wiewol herr Geszner .. in haaren kein hölin gefunden. Forer thierb. 40a; noch bei Göthe von der höhlung eines bechers, die auch vorher so genannt wird:
2)
am häufigsten ist höhle ein ausgehöhlter gröszerer raum im innern der erde: antrum hole, höle, hule, hüle Dief. 39a; caverna hule, hüle 108a; specus hüli, hule 545c; im mhd. noch selten gegen hohl (sp. 1714) und mit diesem wechselnd:
in höhlen wohnt der drachen alte brut.
Göthe 1, 177.

3) bei den bergleuten heiszt höhle, auch höle und hölle
ein kasten von bestimmten dimensionen (ursprünglich aus gehöhlten baumstämmen), in welchem das erz auf die hütten geschafft wurde. Veith bergwörterb. 274.
4)cauch anderweit technisch: hölin oder hole l
öcher in den aufgerichten hölzeren oder häspeln, darein man die end der wallböumen stoszt, das sy darinnen umbgangind, chelonaria, chelonia Maaler 228b." 

1854

Schmidl:
"Höhlen...
horizontal liegende Hohlräume, welche Seen oder stehende Gewässer, nicht aber fliessendes Wasser und reichliche Tropfsteinbildungen enthalten
Grotten: Hohlräume, welche Flussläufe besitzen, weniger Tropfsteine, wenn, dann nur an der Decke"
1857 Pierer
1) Hohlraum unter der Erdoberfläche, völlig verschlossen (deren man viele im Inneren des Erdkörpers annehmen kann) od. durch schmale Öffnungen zugänglich, oft durch Kunst erweitert, wie die im St. Petersberg bei Mastricht (s.d.). Die natürlichen finden sich meist in Kalkgebirgen u. bestehen aus, zum Theil in einander laufenden Gängen od. aus Grotten, welche dann auch wohl durch Gänge verbunden sind. Sie laufen theils horizontal, theils senkrecht, theils schräg, so daß sich in der Tiefe Wasser ansammelt, von welchem auch wohl Bäche nach außen gehen. Ihre Tiefe beträgt bei manchen wohl über 1000 Fuß; andere sind ihrer Tiefe nach noch gar nicht ergründet; ihre Länge dehnt sich bei mehreren bis zu einigen Stunden aus;
2) (Bergb.), Kasten od. Trog, der auf dem Höhlwagen befestigt ist, um darin Erz auf die Hüttenwerke zu fahren; faßt 16 Centner, od. 34 Körbe, od. 8 Karren u. dient so auch als Maß; 
3) im thierischen Körper ein verschlossener, od. durch Öffnungen mit anderen verbundener Raum, in den mannigfaltigsten Weisen. So unterscheidet man zunächst die drei großen Körperhöhlen, in denen die Hauptapparate des organischen Lebens aufgenommen sind (Schädel-, Brust- u. Bauchhöhle), in den einzelnen Organen aber auch wieder besondere Räume, wie Gehirn-, Herz-, Magenhöhle, auch zusammenhängende Räume von wieder verschiedenartiger Bildung, wie Nasenhöhlen, Mundhöhlen, auch wohl nur bloße Zwischenräume, wie Beckenhöhlen, Räume in Knochen, als Knochenhöhlen (s.d. a.),
1873 Fraas 
"Höhlen..
1. Solche, die in frühester Zeit gebildet wurden, die an Wasser arm und frei von Tropfsteinen sind.
2. In Spalten, in ursprünglich festem Kalkgestein duerch mechanische Kraft, Erdbeben, Rutschungen hervorgebracht. Diese Spalten können durch Wasser erweitert werden, ein eigentlicher Wasserlauf fehlt.
3. In Spalten und Sprünge mit Wasserlauf, communizierend mit Quellen, Hungerbrunnen, Trichtern und Erdlöchern.
1883 Fruhwirth
Wasserhöhlen (entstehen durch chemische und mechanische Erosion des Wassers)/ Spalthöhlen (entstehen wegen tektonischer Ursachen, Vorgängen im Zusammenhang mit dem Aufbau des Gebirges oder seismischer Störungen) / Lavahöhlen (Entstehung ist an vulkanische Eruptionen gebungen)
1894 Kraus, Franz
Es wurde schon wiederholt versucht, die sämmtlichen Höhlenarten in ein System zu bringen, es blieben jedoch einige davon übrig, die sich nicht einreihen ließen, was immerhin sein Mißliches hat und beweist, daß das System nicht richtig war. Es soll daher eine neue Gruppierung versucht werden, in welcher alle Höhlen, gleichviel welcher Form und welcher Entstehungsart, Platz finden können:
Wenn man die sämmlichen Höhlen gruppieren will, so bleibt keine andere Eintheilsart, als jene in:
1) ursprüngliche Höhlen
2) später gebildete natürliche Höhlen
3) künstliche Höhlen......(S. 35ff.)
1905 Meyers Großes Konversations-Lexikon
H..natürliche, unterirdische Hohlräume in den verschiedensten Gesteinen in der Erdoberfläche, so daß der Nachweis ihrer Existenz Zufälligkeiten (Wegbauten, Tunnelbohrungen, Einstürzen etc. 
1910 Georges Kleines deutsch-lateinisches Handwörterbuch
Höhle , cavum (die Höhle übh. als leerer Raum, z.B. leoninum). – caverna (als tief hineingehende Aushöhlung, meist von den höhlenartigen Gängen unter der Erde). – specus (die Höhle zum Verbergen, ein tiefes Loch, z.B. subterraneus). – spelunca (eine tiefe Höhle in ...
1923 Kyrle, Theoretische Speläologie
"Der Ausdruck "Höhle" wird überhaupt in sehr wechselnder Bedeutung gebraucht. Das eine Mal wird mit ihm ein Höhlensystem, ein anderen Mal ein Höhlenraum schlehterdings, dann wieder eine bestimmte Evakuation und dann wieder eine bestimmt Konvakuation verstanden..." S. 7
1924 Meyers Lexikon
"..der moderne Höhlenforscher unterscheidet die H. nach der Entstehungsweise. So spricht er von natürlichen Hohlräumen in Erstarrungsgesteinen, von Spaltenhöhlen, von Brandungshöhlen u. Verwitterungshöhlen....Die wichtigsten H. sind die duerch unterirdische Flußläufe geschaffenen, oft viele Kilometer langen Systeme. Im allgemeinen sind kürzere H. nur die Reste wesentlich größerer Systeme, die noch nicht vollständig erschlossen wurden oder bereits zerstört sind..."
1954 Brockhaus
"H., eine größere Hohlform im Gestein; sie ist entweder mit dem Gestein entstanden... oder nachträglich.... S. 503
1968 Trimmel
"..im allgemeinen ist als Höhle jeder vom Menschen befahrbare und durch Naturvorgänge gebildete Hohlraum zu verstehen, der ganz oder teilweise von festem Gestein umgeben ist" (S. 6)
1974 Mohr
"1)Ostkirchliche Darstellung der Christgeburt verlegen sie in eine H., die wie es in Palästina normal war, als Stall diente. Dabei erinnert die Darstellung der H. als Erdspalte bewußt an einen Mutterschoß, um die hier sich vollzogene Befruchtung der Erde durch den Himmel in ihrer uralten Symbolik zu konkretisieren.
2) Nach apokryphen Evangelien nahm eine H., die sich im Berg auftat, Elisabeth und ihre kleine Sohn Johannes auf der Flucht vor den Kriegsknechten des Herodes auf.
3) In einer H. auf der Insel Patmos empfing der Evangelist Johannes nach alter ostkirchlicher Tradition die Visionen, die er im letzten Buch der Bibel niederschrieb."
1980 Wilhelmi
"bei Karl Hofer: "Später aber, nach der Jahrhundertmitte, wird die Höhle bie Hofer zur zukunftsvisionären Chiffre der Schutzsuche vor Bedrohung, so im Ölbild 'Die Irrenden'
bei Henry Moore > Mutterschoß, das Weibliche
bei Paul Thek > Grabkammer, Unterwasserwelt.."
1983 Walker
"The cave was universall identified with the womb of the Mother Earth, the logical place for symbolic birth and regeneration.."
1989 Blumenberg
H. sind die Orte des Vergessens....vertreten offenbar den Ort, an welchem die Seele auf ihrer Wanderung von einer Weltidentität in die andere übergeht...gehören zu eine Welt, die auf Schritt und Tritt nicht so ist, wie sie uns erscheint...
Longman
Forti Paolo - Scientific Research and Speleology
"The caves have some peculiar characteristics that distinguish them from the other natural environments and therefore makes them much more interesting and important form a scientific point of view. They are underground environments characterised by a constant total absence of light and often have minimum variations all the other environmental parameters (temperature, relative humidity etc.). The rock walls that separate them from the outside world minimise, if not completely eliminate, the influence that the external climatic and/or other environmental variations can have on the caves inside. To put it in a few words, a natural cave is a very stable environment generally characterised by little energy, which can be considerd the perfect "accumulation trap", that conserves everything that it collects in time...."
2000 Cooper
"Ein Symbol des Universums, ein Omphalos, das Weltzentrumn, das Herz, der Ort, an dem sich das Selbst und das Ich vereinigen; der Treffpunkt des Göttlichen und des Menschlichen, weshalb auch alle Sterbenden Götter und Erlöser in Höhlen geboren werden; inneres esoterisches Wissen; das Verborgene, eine Stätte der Initiation und der zweiten Geburt. Die Höhle ist auch das weibliche Prinzip, der Schoß der Mutter Erde und ihr schützender Aspekt; sie ist sowohl ein Ort der  Bestattung als auch der Wiedergeburt, des geheimnisvollen Dunkels, des Wachsens und der Erneuerung, woraus der Mensch hervorgeht und wohin er beim Tode zurückkehrt, in die steinerne Gruft...
ca. 2000 Das Land Steiermark - Speläo Merkblätter
Es gibt keine allgemeingültige Definition für Höhle. Eine der am häufigsten verwendeten ist folgende: Eine Höhle ist ein natürlicher, mehr als menschengroßer unterirdischer Hohlraum. Das Hauptproblem ist der Bezug zum Menschen, der, wenn man die Entstehung von Höhlen betrachtet, keinen Sinn ergibt. In Österreich und einigen anderen Ländern wird als Untergrenze für die Aufnahme einer Höhle ins Höhlenverzeichnis (bis auf einige Ausnahmen) eine Ganglänge von 5 m vorausgesetzt
2016 Spötl/Plan
"Nach der gängigen Definition ist eine Höhle ein natürlicher, vom Menschen befahrbarer unterirdischer Hohlraum..
..der Bezug zum Menschen ist sinnvoll, da sonst auch zentimetergroße Porenräume im Gestein unter den Begriff Höhle fallen würde."
2018 Deleva und Chaverri
"caves ar broadly defined as natural openings in solid rock..and as such, the serve as the "windows" in which we glance into the underground"
2020 WIKIPEDIA
"Eine Höhle ist ein natürlich entstandener unterirdischer Hohlraum, der groß genug ist, um von Menschen betreten zu werden, und länger als fünf Meter ist.

 


 

Literatur:

Adelung (1793): Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

Alsted, Johann Heinrich (1830): Encyclopaedia Cursus Philosophici, Herborn

Bertuch, F.J. (ab 1801): Bilderbuch zum Nutzen und Vergnügen der Jugend, Wien ab 1801 bey Anton Pichler in zweiundzwanzig Bänden

Blumenberg, Hans.(1996): Höhlenausgänge, Suhrkamp

Cammerer, Anselm Andreas Caspar (1832): Naturwunder, Orts- und Länder-Merkwürdigkeiten des Königreiches Bayern für Vaterlandsfreunde, sowie für kunst- und naturliebende Reisende, Kempten

Chambers, Ephraim (1728): Cyclopaedia, or, An universal dictionary of arts and sciences. 2 Bände, London 1728. Bild- und Textdateien zum Browsen, Suchfunktion. Viele Fehler im Text (University of Wisconsin Digital Collections).

Comenius, Johann Amos (1778): Orbis Sensualium Pictus, Nürnberg 1658

Cooper, J.C. (2000): Lexikon der Symbole, Seemann-Verlag, Leipzig

Deleva, Stanimira, Chaverri, Gloriana (2018): Diversity and Conservation of Cave-Dwelling Bats in the Brunca Region of Costa Rica, 

Forti, Paolo (  ): Scientific Research and Speleology, Sezione II - Relazioni, S. 99ff.

Fraas, O. (1873): Sammlungen gemeinverständlicher wissenschaftlicher Vorträge, von Rud. Virchow und Fr. v. Holtzendorff, VII. Serie, Heft 168

Fruwirth, C. (1883): Ueber Höhlen, Zeitschrift des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, 1883

Gehler, Johann Samuel Traugott (1789): Physikalisches Wörterbuch oder Versuch einer Erklärung der vornehmsten Begriffe

Georges, Karl Ernst (1910): Kleines deutsch-lateinisches Handwörterbuch, Hannover und Leipzig (Nachdruck Darmstadt 1999)

H.F. (1978/1838): Auszug aus dem "Bilder-Conversations-Lexikon für das deutsche Volk. Ein Handbuch zur Verbreitung gemeinnütziger Kenntnisse und zur Unterhaltung", Zweiter Band, F.A. Brockhaus-Verlag, Leipzig, S. 405f.

Holbach, Baron d', Louis de Jancourt (1754): Encyclopédie, Band 7 
Diderot / d'Alembert: Encyclopédie ou dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers, 1751-1765. Hervorragende Suchfunktionen (artfl project, Univ. of Chicago). — PDF-Dateien zum Herunterladen (Internet Archive) — Auswahl in englischer Übersetzung.

Holzmann, Heinz (  ): Höhlen der Erde in der Literatur zu Beginn des 19. Jahrhunderts, Die Höhle  S. 173ff.

Hübner, Johann (1804): Reales Staats-Zeitungs- und Conversationslexicon, darin sowohl die Religionen, die Reiche und Staaten, Meere, Seen, Inseln, Flüsse, Städte, Festungen, Schlösser ... als auch andere in Zeitungen und täglichem Umgange vorkommende, ingleichen juristische und Kunstwörter geschrieben werden, in zwei Abtheilungen nebst acht Kupfertafeln. Neue verb. u. verm. Aufl. Leipzig: Gleditsch 1804 (PDF; Digitale Texte der Bibliothek des Seminars für Wirtschafts- und Sozialgeschichte).

Jäger, Wolfgang J.(1782): Geographisch-historisch-statistisches Zeitungs-lexikon. 2 Bde. Nürnberg: Grattenauer(Google books).

Kant, I. (1803): Physische Geographie Band 2

Kirchhöfer, Horst, Dechent, Werner (2018): Höhle - Was ist das? Begrifflichkeiten auf der Spur, Der Fränkische Höhlenspiegel 62-2018, S. 58-68

Krünitz, Johann Georg (1773-1858): Oeconomische Encyclopaedie oder Allgemeines System der Land-, Haus- und Staats-Wirthschaft. Berlin: Johann Pauli (224 Bände). Digitalisierungsprojekt der Uni Trier.

Kyrle, Georg (1923): Theoretische Speläologie, Wien

Lang, Dr. Carl (1801): Gallerei der unterirdischen Schöpfungs-Wunder und des menschlichen Kunstfleißes unter der Erde, Leipzig

Mohr, Gerd-Heinz (1974): Lexikon der Symbole, Düsseldorf, Köln, 3. Auflage 

Nowak, Alois Franz Pau (1844): Die Räthsel unserer Quellen oder Kritik aller wichtigeren bisher aufgestellten Theorieen über den Ursprung, die Temperatur, die Periodicität, die chemische Beschaffenheit der Quellen unserer Erde, und Versuch einer ausführlich begründeten Lösung dieser Fragen mit Hülfe eines neuen allgemeineren ..., Wigand

Pierer's Universal-Lexikon (1859): Band 8, Altenburg, S. 469-470

Plan, Lukas (abgerufen 2016): Speläo-Merkblätter / Verband Österreichischer Höhlenforscher, C1, Speläologie - Höhlenkunde, Oktober 2007

Rheinisches Konversationslexikon (1837)

Ritter, Dr. Christian Wilhelm (1801 und 1803): Beschreibung der größten und merkwürdigsten Höhlen der Erde, Hamburg

Ritter, Dr. Christian Wilhelm (1806): Blick in die Eingeweide der Erde, Hamburg

Rosenmüller, Dr, Tellesius, Dr. (1799 und 1805): Beschreibung merkwürdiger Höhlen. Ein Beitrag zur physikalischen Geschichte der Erde, Leipzig

Rosendorfer, Herbert (2004): Deutsche Geschichte

Sartori, R. (1807-1809): Naturwunder des Österreichischen Kaisertums, Wien

Scheuermeier, Paul (1920): Einige bezeichnungen für den begriff höhle in den romanischen Alpendialekten: (*Balma, spelunca, crypta, *tana, *cubulum) Ein wortgeschichtlicher beitrag zum studium der Alpinen geländeausdrücke, Druck von Karras, Kröber & Nietschmann

Schmidl, A. (1854): Die Grotten und Höhlen von Adelsberg, Luegg, Planina und Laas, Wien

Spötl, Christoph, Plan, Lukas (2016): Karst und Höhlen, in: Höhlen und Karst in Österreich (Hrsg. C. Spötl, L. Plan, E. Christian), Oberösterreichisches Landesmuseum, 2016, 1-10

Trimmel, H. (1968): Höhlenkunde, Braunschweig 1968

Walker, Barbara (1983): The Women's Encyclopedia of Myths + Secrets, San Francisco

Wilhelmi, Christoph (1980): Handbuch der Symbole in der bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts, Frankfurt/Berlin

Zedler, Johann Heinrich (1732-1754): Grosses vollständiges UNIVERSAL LEXIKON Aller Wissenschafften und Künste, welche bißhero durch menschlichen Verstand und Witz erfunden und verbessert worden... 64 Bde. und 4 Suppl.-Bde. Halle und Leipzig: Zedler 1732-1754. —

Links:

https://opacplus.bsb-muenchen.de/Vta2/bsb10709646/bsb:BV010845285 Immanuel Kant, Physische Geographie 

http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Höhlen

Encyclopedie

Uneingeordnetes


[ Index ] [ Englisch version ] [ Höhlen und Höhlengebiete ] [ Kunst ]
[ HöRePsy ] [ Höhlenschutz ] [ VHM ] [ Veranstaltungen ] [ Links ]