Franz Lindenmayr / Mensch und Höhle

HÖPHO 2018


Syrauer Drachenhöhle, 2017


"Wettbwerb allein führt lediglich zur fortschreitenden Ausprägung einzelner in den Individuen einer Art bereits angelegter Merkmale. Neue, bisher nicht vorhandene innovative Lösungen können nur durch wechselseitigen Austausch, durch Verschmelzung und Neukombination der mitgebrachten Anlagen gefunden werden....Die Grundlage für die Herausbildung neuartiger Potentiale und damit für wirkliche Weiterentwicklung ist der Austausch und die Verschmelzung beziehungsweise Durchmischung der von den Individuen einer Art bisher gemachten und in ihrem Genomen verankerten "Erfahrungen".." Hüther, Gerald, Paradigmenwechsel 118


>>>>>>>>>>>     HÖPHO 2018 Einladung - Text Alex Bengel


 

Schauen wir nicht immer wieder die gleichen Bilder von Höhlen an? Hat man sich da nicht einmal abgesehen? Immer wieder die Schlüfe, die Schächte, die Gänge, den Menschen in der Bredouille? Im Wasser, im Schlamm, in der Enge? Alles schon 100mal gesehen. Das sind natürlich Fragen, die sich nur stellt, der schon oft bei den HÖPHOs gewesen ist. Wer zum ersten Male hier ist, für den ist das alles neu. Er staunt, wenn es Entsprechendes zu sehen gibt.

Als jemand, der schon beim ersten Treffen dabei gewesen ist, und seither, mit zwei Ausnahmen immer, stellt sich diese wichtige Frage. Wann aufhören? Habe ich den Absprung verpaßt? 

Und dann gehe ich in die Syrauer Drachenhöhle und habe die Gelegenheit, zu photographieren. Man verkauft dort das Recht, das zu tun, für 2,50 Euros. Und dann ist da eine Lasershow, die ich noch nie gesehen habe. Und da entstehen Photos, die ich noch nie in einer Höhle bisher machen konnte. Da fahren wir bis in die letzten Winkel der Erde - und vor der Haustüre gibt es solche Motive! Wunderbar, so etwas begeistert mich! Neuland, zumindest für den, der so etwas als solches erkennen kann! Andere denken vielleicht, was gibt es denn draußen auf meine Currywurst? Senf oder Ketchup. 

Vor vielen Jahren einmal hatten die Langs, leider heute nicht mehr auftauchende "Höhlenphotographen", sorry für die sprachliche Vergewaltigung, aus dem Fränkischen, das Thema ausgegeben: Die Zukunft der Höhlenphotographie. Das Echo war niederschmetternd. Keiner brachte einen Beitrag dazu. Aber es liegt an! Weitermachen wie immer? Besser nicht. Kreativ sein! Bloß - wie? Immer barockere Aufnahmen? Noch mehr Gegenlicht? Zwei und mehr rote Schlaze? 

Zwei der heute wirklich die "Fackel der Höhlenphotographie" vorwärts tragenden Personen, Axel Bengel und Timo Hess, haben sich bereit erklärt, das nächste HÖPHO auszurichten - diesmal wieder geographisch näher gelegen an den "Brennpunkten" der Höhlenkunde und  -photographie. Da ist es leicht, das Haus voll zu bekommen. Eher stellt sich vielleicht das Problem der möglichen Knappheit an Plätzen. Aber da sind ja Höhlenforscher Spezialisten, um so etwas hinzubekommen. Sie quetschen sich ja, wenn sie bis in den Kern hinein Gefärbte sind, wenn es nötig ist, ja in die engsten Hohlräume oder nehmen praktisch jede Annehmlichkeit widerspruchslos in Kauf - aber das sind heute nicht mehr so viele. Die anderen meckern schon über den fehlenden WLAN-Anschluß.

Es gibt ja auch, so habe ich das jetzt mitbekommen, die machen da nicht mit, weil sie wohl nicht, wie gewohnt, im "Mittelpunkt" stehen. Da gibt es tatsächlich Eifersüchteleien, Neidgefühle, Selbstbespiegelungen, die dazu führen, daß "Leute" nicht kommen. Ursprünglich hatten wir uns das so gedacht, daß jeder willkommen ist und einfach seinen Bilder zeigt. Aber wir leben halt nicht in einem luftleeren, schwerkraftfreien Raum. Wir leben in, ja was, "Sozialen Gemeinschaft"? Die hat sich wohl verflüchtigt. "Gesellschaft" war ein anderes Wort, das uns angeboten wurde. Da durfte es dann "Oben" und "Unten" geben, "Reich" und "Arm", "Leistungsstark" und "Mitgeschleppt". "Deutsch" wird uns gerade angeboten - was auch nicht wirklich taugt. Wir leben, noch, auf einem kleinen blauen Planeten in einem riesigen Weltall. Gibt es für unsere Kinder und Enkel und... noch eine Zukunft? Es ist längst Zeit, darüber nachzudenken - für mich führt das dazu, mich "klein" zu machen, ohne die eigene "Größe" zu verkennen. Kommt einfach.. solange Platz da ist. Wenn es zu viele werden sollten...... Die Grenze liegt bei 35...


Alex Bengel hat jetzt einen Termin und einen Ort für das nächste HÖPHO genannt:

16. - 18. März 2018 Jugendhaus am Hesselberg, Mittelfranken.

Es steht die Idee im Raum, daß Philippe Crochet aus Montpellier wieder einmal zu uns kommen wird. Und er möchte dann einen richtigen "Höhlenphotographiekurs" geben. Es gibt momentan, glaube ich, keinen, der sich in dem Metier so gut auskennt wie er. Wir dürfen gespannt sein, was er uns präsentieren will. >> http://www.philippe-crochet.com/

Die Kunst geht viele Wege, auch den von Philippe....


     
     

Literatur:

Hüther, Gerald Paradigmenwechsel in den Life Sciences, in: Hüther, Gerald, Spannbauer, Christa, Connectedness, HUBER, 1. Auflage, Bern 2012

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